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"Ich wollte ihm nicht wehtun" Rummenigge erklärt seinen Kovac-Kurs

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Klartext-Kalle erklärt seinen Kovac-Kurs.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Monatelang druckst Karl-Heinz Rummenigge bei der Frage nach der Zukunft von Bayern-Trainer Niko Kovac herum. Seine ausweichenden Antworten werden gar als "Mobbing unter Besserverdienenden" verurteilt. Nun erklärt der Klubchef der Münchener sein Verhalten.

Karl-Heinz Rummenigge hat Trainer Niko Kovac mit der lange Zeit fehlenden öffentlichen Rückendeckung nicht verletzen wollen. "Ich wollte ihm nicht wehtun. Ich wollte nur alle auf unser gemeinsames Ziel fokussieren", sagte Bayern Münchens Vorstandschef dem "Spiegel" und bezog sich auf die Phase nach dem 5:0 im Endspurt der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Dortmund. "Ich habe anschließend sehr bewusst öffentlich polarisiert und versucht, durch meine Aussagen einen Kontrapunkt zu setzen. Sowohl der Trainer als auch die Mannschaft sollten begreifen, dass wir noch nichts gewonnen hatten."

Das System des deutschen Fußball-Rekordmeisters basiere auf Erfolg, sagte der 63-Jährige erneut. "Der Erfolg ist Teil unserer Klub-DNA. Diesen Erfolgsdruck haben wir uns selbst auferlegt, und dem muss jeder beim FC Bayern standhalten. Das weiß Niko auch, er war hier bereits als Spieler tätig." Auf die Frage, ob der Klub definitiv mit Kovac als Trainer in die neue Saison gehe, antwortete Rummenigge: "Ich kenne keinen Verein, der seinen Trainer nach dem Double entlassen hätte." Kovac hat in München einen Vertrag bis zum Sommer 2021.

"Das war eines FC Bayern unwürdig"

Die Aussagen von Rummenigge zu Kovac waren in den vergangenen Wochen heftig kritisiert worden. Die "Süddeutsche Zeitung" sprach von "Mobbing unter Besserverdienenden". Der frühere Bayern-Profi Paul Breitner sagte in einem Interview der Münchner "tz" derweil: "Wie Niko in der Rückrunde behandelt wurde, war eines FC Bayern unwürdig. Ich kenne wenige in diesem Geschäft, die so integer, so positiv, so freundlich, so höflich und kooperativ sind wie der Niko. Ein wunderbarer Mensch. Darum hat es mir weh getan, wie mit ihm gespielt wurde."

Auch Thomas Tuchel, Trainer bei Paris St. Germain, wunderte sich über den Umgang der Münchener: "Es werden Titel geliefert und selbst dann fällt es ihnen (Anmerk. d. Red.: der Vereinsführung) irgendwie schwer, sich zu bekennen. Damit haben sie es ihm nicht einfacher gemacht - er hat trotzdem abgeliefert." Dass sich die Diskussion über die Zukunft des Kroaten bei den Bayern so hartnäckig gehalten hatten, sei "Wahnsinn" und "schon extrem", sagte Tuchel.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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