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Rüffel für Flick & Salihamidzic Rummenigge wütet wegen wildem Bayern-Zoff

Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge spricht auf dem SpoBis-Kongress. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

"Wir müssen alle an einem Strang ziehen, müssen harmonisch, loyal und professionell zusammenarbeiten."

(Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild)

Die Spannungen beim FC Bayern bereiten Karl-Heinz Rummenigge Sorge. Mit einem vehementen Appell ruft er Hasan Salihamidzic und Hansi Flick auf, den Machtkampf endlich zu beenden. Der war rund um das Königsklassen-Duell gegen Paris St. Germain wieder auf bizarre Weise entbrannt.

Der mittlerweile auf allen Ebenen zermürbende Machtkampf beim FC Bayern zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidžić und Trainer Hansi Flick wird zur Chefsache. Klubboss Karl-Heinz Rummenigge ruft die beiden Kontrahenten in dieser fast schon filmreifen Fehde mit eindringlichen Worten zur Räson und zum Zusammenhalt auf. "Wir müssen alle an einem Strang ziehen, müssen harmonisch, loyal und professionell zusammenarbeiten", bekannte Rummenigge gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Das ist meine klare Forderung an die sportliche Führung. Das hat den FC Bayern immer ausgezeichnet."

Die Diskussionen um die Zukunft von Flick und die Spannungen im Verhältnis mit Salihamidzic sollen dringend beendet werden. "Es ist überflüssig, dass wir das permanent kommentieren müssen", ermahnte Rummenigge unmissverständlich, "zumal wir im letzten Viertel der Saison stehen, mit sieben Punkten Vorsprung Erster in der Bundesliga sind, und auch trotz unseres 2:3 gegen Paris noch eine Chance haben, in der Champions League weiterzukommen. Wir brauchen Ruhe und eine Fokussierung auf das Wesentliche."

Mit Ausnahme von Rummenigge sieht der Rest der Führungsriege dem Theater zu. Weder dessen designierter Nachfolger Oliver Kahn, noch Präsident Herbert Hainer konnten oder wollten mit ihren Aussagen für Klarheit sorgen. Und im Hintergrund spielt der langjährige Patron Uli Hoeneß als Unterstützer und Förderer von Salihamidzic sowie Mitglied des mächtigen Aufsichtsrates ein ganz eigenes, undurchsichtiges Spiel.

Es hat sich mächtig viel aufgestaut

Flick hatte im Anschluss an das 2:3 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris St. Germain mit einer eigenartigen Antwort auf eine Frage aufhorchen lassen. Er müsse ja auch nicht auf alles antworten, auch, "weil ich es nicht möchte", sagte Flick und ergänzte, er müsse da "auch ein bisschen schauspielern, auch das gehört zum Trainerjob". Mehr unterdrückte Wut geht nicht. Salihamidzic hatte vor der Partie gegen PSG bekannt gegeben, dass der Vertrag mit dem von Flick so geschätzten Jérôme Boateng nicht über den Sommer hinaus verlängert werden würde. Flick hatte sich für den Verbleib stark gemacht. Zudem hatte sich der Sportvorstand bei Sky ausweichend auf die Frage nach Flicks Zukunft geäußert. Flick ist als Nachfolger für Bundestrainer Joachim Löw im Gespräch. Weil er sich trotz Vertrags bis 2023 um eine klare Aussage drückt - wegen eben der zerrütteten Beziehung zu seinem direkten Vorgesetzten.

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Dieser bizarre Dissens hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im Wintertrainingslager 2020 in Katar kam es wegen der Transfer- und Kaderpolitik zum Streit. Sogar öffentlich. Immer wieder flackert das Thema mit Wucht auf. Immer wieder lässt Flick erkennen, wie unzufrieden er mit den Entscheidungen des Sportvorstands ist. Die Liste der Personalien ist lang. Sie reicht von Thiago über David Alaba bis Boatang auf der Seite der Abgänge. Hinzu kommen zahlreiche Neuzugänge, mit denen der Coach nichts anfangen kann. Er fordert ein Mitspracherecht, was ihm von den Bossen verwehrt wird. Den großen Rahmen geben die Entscheider auf der höchsten Etage vor.

Zuletzt war öffentlich verkündet worden, dass Coach und Sportvorstand ihren Konflikt beigelegt hatten. "Wir sind beide aufeinander zugegangen und haben das im Sinne des Vereins aus der Welt geschafft. Wir sind sehr optimistisch für die Zukunft des Vereins", sagte Flick Mitte März. Es war ein Frieden, an dessen Stabilität indes immer wieder Zweifel aufkamen. Zu unvereinbar scheinen die Positionen.

Zuvor hatte sich Führungsspieler Joshua Kimmich eine Aussprache gewünscht. "Man bekommt mit, was geschrieben und diskutiert wird. Es wäre schöner, bei dem Erfolg, wenn Ruhe einkehrt und von intern nicht Zündstoff nach außen getragen wird." Es belaste die Mannschaft zwar "nicht groß", fügte er an, "aber natürlich wäre es anders schöner".

Quelle: ntv.de, tno

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