Fußball

2022 kickt die Welt in Katar Russland bekommt WM 2018

Russland richtet die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 aus. Das entscheidet das Exekutivkomitee der Fifa. 2022 findet das Turnier dann in Katar statt. Allerdings könnte dem angeschlagenen Weltverband noch ein juristisches Nachspiel drohen.

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Welch' Freude: Die Fußballwelt kommt nach Russland.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Russland ist Gastgeber der Fußball-WM 2018, Katar erhielt den Zuschlag für 2022. Das entschied der Fußball-Weltverband Fifa in Zürich. Präsident Joseph Blatter durfte nach der Sitzung des Exekutivkomitees das Ergebnis verkünden. Beide Länder sind erstmals Veranstalter einer Endrunde. "Wir betreten Neuland", folgerte Blatter messerscharf. Die nächste WM findet 2014 im Land des Rekordtitelträgers Brasilien statt. Vier Jahre später ist dann erstmals seit Deutschland 2006 wieder Europa Schauplatz des Finalturniers.

Russland setzte sich gegen das Fußball-Mutterland England und die gemeinsamen Bewerbungen von Spanien und Portugal sowie der Niederlande und Belgiens durch. Mit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi findet vier Jahre zuvor ein weiteres sportliches Großereignis in Russland statt. "Lasst uns zusammen Geschichte schreiben", erklärte Russlands Vize-Regierungschef Igor Schuwalow. Premier Wladimir Putin hatte angekündigt, bei einem Sieg nach Zürich reisen und sich "mit Vergnügen" mit dem Exekutivkomitee der Fifa zu treffen zu wollen.

Katar erhielt den Vorzug vor den Bewerbungen aus den USA, Australien, Japan und Südkorea. Mit seiner Kandidatur um die Olympischen Spiele 2016 war der Wüstenstaat noch in der Vorausscheidung gescheitert. "Danke, dass Sie an uns glauben, an den Wandel glauben", sagte Bewerbungschef Scheich Mohammed bin Chalifa Al Thani. "Wir werden Sie nicht enttäuschen. Wir sind bereit, Sie werden stolz sein - das verspreche ich Ihnen."

Die Verlierer könnten klagen

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Allerdings könnte der Fifa noch ein juristisches Nachspiel drohen, da nach der Suspendierung der Exekutivmitglieder Reynald Temarii aus Haiti und Amos Adamu aus Nigeria vor zwei Wochen nur 22 der 24 Mitglieder des Exekutivkomitees an der Abstimmung teilnahmen. Laut Satzung des Weltverbandes müssen aber 24 Mitglieder des Gremiums über die WM-Vergabe abstimmen, damit sie gültig ist. Alleine deshalb könnten die unterlegenen Kandidaten die Wahl juristisch anfechten.

Und das durchaus mit Aussicht auf Erfolg, wie der Frankfurter Sportrechtler Nicolas Rößler sagt. "In den Fifa-Statuten ist in Artikel 30 eindeutig festgehalten, dass das Exekutiv-Komitee aus 24 Mitgliedern besteht. Scheidet ein Mitglied aus, muss es unverzüglich ersetzt werden. Das kann man so verstehen, dass zumindest 24 Mitglieder eingeladen werden müssen, damit die Wahl auf jeden Fall gültig ist. Sollte der Internationale Sportgerichtshof Cas zu der gleichen Ansicht kommen, müsste die Wahl wiederholt werden." Die Doppel-WM-Vergabe war die skandalträchtigste in der 106-jährigen Geschichte des Weltverbandes.

Geld spielt in Katar keine Rolle

Erst einmal unabhängig davon müssen die beiden frisch gekürten Ausrichter in den kommenden Jahren riesige Herausforderungen bestehen. Die großen Distanzen zwischen den geplanten 13 Spielorten in Russland gelten als Problem, zumal die Flug- und Zugverbindungen schlecht sind. Von den geplanten 16 Spielstätten müssen 13 neu gebaut oder komplett umgebaut werden. Die Gesamtkosten liegen bei 3,82 Milliarden Dollar. Russland hatte der Fifa im Falle des Zuschlages für die WM 2018 Millionengewinne in Aussicht gestellt. Russlands Sportminister Witali Mutko erklärte, dass aus der Wirtschaft über eine Milliarde Dollar in das Sponsoring der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi investiert worden seien. Da der Fußball in Russland die Sportart Nummer eins sei, könne man im Falle der WM-Vergabe in das Riesenreich mit noch höheren Zuwendungen rechnen.

Geld spielt für die Scheichs in Katar keine Rolle. Von den sieben Spielorten in dem kleinen Land am Persischen Golf liegen fünf im Umkreis von 25 Kilometern - es wird damit eine WM der kurzen Wege. Geplant sind zwölf Spielstätten, die Kosten werden mit 2,87 Milliarden Dollar veranschlagt. Das Hitzeproblem wollen die WM-Macher lösen, indem sie die befürchteten Temperaturen von bis zu 50 Grad herunterkühlen.

Quelle: n-tv.de, dpa/sid

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