Fußball

WM-Countdown (41) Russland freut sich auf Toni Rolandowitsch

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Kennen Sie schon Toni Rolandowitsch und Jérôme Princewitsch?

(Foto: imago/MIS)

Was haben Russlands Fußball-Nationalspieler, was ihre deutschen Gegenspieler nicht haben? Den Vatersnamen, eine sprachliche Besonderheit. Was tun wir dagegen? Wir sorgen heute dafür, dass das DFB-Team auch welche bekommt.

Was ist der größte Wunsch eines Fußballfans, der zur Weltmeisterschaft nach Russland reist? Na klar: sich gegenüber den Einheimischen stets freundlich und respektvoll zu verhalten. Besonders gut geht das, wenn man eine Besonderheit der russischen Sprache einsetzt. Darum heute ein kleiner Crashkurs: Wir basteln uns einen Vatersnamen.

Unsere Kolumnistin

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

Wenn Russlands Präsident einmal pro Jahr ein paar Stunden Fragen von Journalisten beantwortet, dann beginnen die Wortmeldungen oft mit "Wladimir Wladimirowitsch..." Der erste "Wladimir" ist Putins eigener Vorname, der zweite zeigt, dass auch sein Vater "Wladimir" hieß und bekommt deshalb die Endung "-owitsch", also "Sohn von". (Manchmal auch "-ewitsch" oder sogar nur "-itsch", aber das würde jetzt zu weit führen.) Diese Kombination aus Vor- und Vatersname gilt als sehr viel höflicher und förmlicher als Vorname und Nachname.

So weit verstanden? Super, das war die Theorie. Dann üben wir das jetzt mal am aktuellen DFB-Kader (schließlich ist noch unklar, wer zur WM fährt) und beginnen im Tor. Manuel Neuer, dessen Vater Peter heißt? Auf höflichem Russisch wird aus ihm Manuel Petrowitsch. Bernd Leno, Sohn von Viktor: Bernd Viktorowitsch. Marc-André Ter Stegen, Sohn von Erich: Marc-André Erichowitsch.

Wer Jérôme Boateng besonders höflich auf Russisch begegnen will (und wer wollte das nicht), nennt ihr Jérôme Princewitsch. Das können sich auch seine Mannschaftskollegen Matthias Thomassowitsch (Ginter), Jonas Erhardtowitsch (Hector), Mats Hermannowitsch (Hummels) und Joshua Bertholdowitsch (Kimmich) schon mal notieren. Bei Martin Kurtowitsch Plattenhardt ist die Endung länger als Papas Vorname selbst, Antonio Rüdiger geht dagegen als Antonio Matthiasowitsch deutlich in die Namensverlängerung.

Noch nicht genug? Niklas Georgewitsch klingt fast schon authentisch russisch, Mario Josejewitsch und Emre Orhanowitsch eher nicht. Die beiden Julians teilen sich auf in Jürgenowitsch/Brandt und Hansowitsch/Draxler. Leon Konradowitsch hätte ja gerne ein Mannschaftsquartier in Sotschi gehabt, muss sich nun aber mit Watutinki vor den Toren von Moskau abfinden. Vielleicht teilt er sich ja da das Zimmer mit Ilkay Irfanowitsch, Sami Lazharowitsch oder Toni Rolandowitsch?

Endspurt, noch mal aufgemerkt: Auf Thomas Gerhardowitsch freuen sich die russischen Fans ganz besonders, auch Mezut Mustafowitsch eilt sein Ruf voraus, ähnlich wie bei Timo Güntherowitsch. Sebastian Claudewitsch und Leroy Souleymanowitsch sind hier zwar noch nicht so bekannt, aber gut. Der endgültige WM-Kader wird ja eh erst Mitte des Monats bekanntgegeben.

Bis dahin hab ich dann auch raus, wie der Vater von Jogi Löw hieß. Schön wäre ja, wenn der Bundestrainer sich genau wie Russlands Präsident den Vornamen mit seinem Vater teilt. "Joachim Joachimowitsch" ist fast so klangvoll wie "Wladimir Wladimirowitsch."

Alle Folgen des WM-Countdowns finden Sie hier

Quelle: ntv.de

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