Fußball

Rangnicks Nein bleibt Nein Schalke 04 kann immer noch was verlieren

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Schlimmer geht nimmer? Auf Schalke schon.

(Foto: Pool via REUTERS)

Es ist eine saftige Niederlage, die der FC Schalke kassiert, ohne dass sein Team den Rasen betritt: Ralf Rangnick will nicht beim Chaos-Klub arbeiten. Da hilft auch alles Nachhaken, alle Hoffnung nichts. Und so geht die Schlammschlacht munter weiter.

Verloren hatte der FC Schalke 04 schon vor dem Anpfiff. Nach der Absage von Ralf Rangnick ging die Schlammschlacht beim abgeschlagenen Chaos-Klub in die nächste Runde. Die 0:3 (0:1)-Pleite im Krisengipfel gegen Borussia Mönchengladbach fünf Stunden später interessierte nur am Rande.

Wegen "Strömungen von außen" habe der Wunschkandidat für die Rolle des Wiederaufbauhelfers abgesagt, behauptete Aufsichtsratschef Jens Buchta in der frisch umgebauten VIP-Loge "Hagedorns", während sich unten auf dem Platz die Spieler für die 18. (!) Saisonniederlage warmmachten. Schon zuvor hatte die Interessengruppe um Eurofighter Ingo Anderbrügge angedeutet, dass Rangnick wegen der aktuellen Vereinsführung abgesagt habe.

Der Erfolgstrainer sei "weiter die beste Lösung in der schwierigen Lage", sagte der Sprecher Frank Haberzettel dem SID. Sein Kollege Uli Paetzel twitterte: "Wir kämpfen weiter." Die Gruppe, die sich "Tradition und Zukunft" nennt und bei den Wahlen im Sommer in den Aufsichtsrat drängt, hatte an den Vereinsgremien vorbei Kontakt zu Rangnick aufgenommen - laut Buchta "vereinsschädigend".

"Respektvoll für alle beenden"

Die leise Hoffnung auf einen Sinneswandel ihres ehemaligen Trainers, Mastermind des sportlichen Aufstiegs von RB Leipzig, können die Schalker aber begraben. Es werde zwar noch ein weiteres Telefongespräch geben, teilte dessen Berater Marc Kosice dem SID mit, aber nur, "um das Ganze respektvoll für alle zu beenden".

Von der Absage "aufgrund der zahlreichen Unwägbarkeiten innerhalb des Vereins" hatte Klubchef Buchta "beim Tanken" erfahren: "Ich war total überrascht." Eigentlich hatte Schalke nach einem ersten Gespräch mit Kosicke vereinbart, in der nächsten Woche mit Rangnick persönlich zu verhandeln. Man habe, so Buchta, "sehr transparent" die wirtschaftlichen Möglichkeiten für die 2. Liga erläutert, "es wurde an keiner Stelle erwähnt, dass dieses Budget für Rangnick nicht ausreichend wäre".

Die Anderbrügge-Gruppe kündigte umgehend an, man stehe "Gewehr bei Fuß" für ein "verändertes Angebot". Nur "sehr vage" habe sich die Initiative im direkten Gespräch über die vollmundig angekündigte finanzielle Unterstützung geäußert, konterte Buchta.

Der Nachfolger des zurückgetretenen Clemens Tönnies wollte eigentlich am Montag mit Kosicke noch einmal "alle Möglichkeiten ausloten". Auch die externe Gruppe hatte darauf hingewiesen, dass Rangnick nur "derzeit" keine Verantwortung übernehmen wolle. Der 62-Jährige liebäugelt auch mit dem Amt des Bundestrainers.

Wer macht's dann?

Wer statt Rangnick nach dem vierten Abstieg den Wiederaufbau leiten soll, will Schalkes Führung "schnell" entscheiden. Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche, ganz oben auf der Liste, hatte wegen des Rangnick-Wirbels schon vorher abgesagt. Der Ex-Mainzer Rouven Schröder soll ein Kandidat sein. Aber auch Nachwuchschef Peter Knäbel, aktuell interimistisch Nachfolger des gefeuerten Jochen Schneider, mache einen "sehr guten Eindruck", so Buchta.

Dass der neue Mann in der 2. Liga einen radikalen Umbau vornehmen muss, wurde gegen Gladbach einmal mehr deutlich. Drei individuelle Fehler ermöglichten die Gegentore. Nach nur einem Sieg in den letzten 42 (!) Punktspielen ist Schalke auf Kurs, die zweitschlechteste Saisonbilanz in der Bundesliga-Geschichte nach Tasmania Berlin einzufahren. Auch Dimitrios Grammozis, der fünfte Trainer der Spielzeit, hat nichts ändern können: 0:8 Tore in drei Spielen und nur ein Punkt stehen auf seinem Konto.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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