Fußball

Stevens? Büskens? Schuster? Flick? Schalker suchen neuen Rangnick

Auch wenn sie immer noch vom Rücktritt Ralf Rangnicks geschockt sind, machen die Schalker das, was sie tun müssen - sie suchen einen neuen Trainer. Und auch wenn die Liste der Kandidaten lang ist, einfach wird das nicht, so kurz nach dem Beginn der Saison.

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Von der Nationalmannschaft zum FC Schalke 04? Hans-Dieter Flick und sein Chef, Bundestrainer Joachim Löw.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie haben sich auf Schalke vorbildlich benommen. Ihr Trainer ist am Ende seiner Kräfte und überrascht seinen Arbeitgeber vor dem siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit seinem Rücktritt. Und Klubchef Clemens Tönnies sagt das einzig Richtige: "Der Mensch Ralf Rangnick ist jetzt erst einmal wichtiger als der Verein."

Das klingt selbstverständlich, ist aber aller Ehren wert. Denn in Gelsenkirchen haben sie jetzt ein ernsthaftes Problem. Sie brauchen einen neuen Übungsleiter, auch wenn der Mensch Ralf Rangnick immer noch wichtig ist. Aber schließlich können die Schalker ihre Mannschaft ja nicht abmelden. Deswegen übernimmt der bisherige Assistent Seppo Eichkorn das Training, zunächst am Samstag gegen den SC Freiburg, und aller Voraussicht nach beim Europaligaspiel am kommenden Donnerstag gegen Maccabi Haifa sowie am Sonntag drauf in der Liga beim Hamburger SV. Dann ist erst einmal Länderspielpause. Und Tönnies verspricht: "Eine Lösung werden wir finden, nicht die schnellste, aber die beste."

Zurück in die Zukunft mit Huub Stevens?

Das die Schalker nach wie vor Ralf Rangnick sportlich für die beste Lösung halten, auch das zeigten die bestürzten Reaktionen nach seiner Ankündigung, sich nach einem halben Jahr im Amt erschöpft zurückzuziehen. Manager Horst Heldt musste konstatieren: "Das zieht uns den Boden unter den Füßen weg." Schließlich war Ralf Rangnick auf gutem Weg, die Mannschaft zu stabilisieren und ihr einen Spielstil beizubringen, der seine Handschrift trägt: offensiver als unter Vorgänger Felix Magath, schneller, direkter, attraktiver. Oder wie Tönnies sagte: "Für den FC Schalke 04 ist das eine bittere Entwicklung, da wir uns in einer Phase befinden, in der alle im Club an einem Strang ziehen und es Schritt für Schritt in die richtige Richtung geht."

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Gewann mit den Schalkern ihren bisher letzten internationalen Titel: Huub Stevens.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer also soll Rangnicks Erbe antreten? Vielleicht ein Ehemaliger, zurück in die Zukunft mit Huub Stevens zum Beispiel? Den Niederländer zeichnet aus, dass er auf Schalke immer noch einen guten Ruf hat, der sich vor allem daraus speist, dass er 1997 die Gelsenkirchener Eurofighter zum Sieg im Uefa-Pokal führte. Und dass er momentan, kurz nach Saisonbeginn, auf einen Job lauert. Angeblich soll auch der Hamburger SV an ihm interessiert sein, wo er ebenfalls schon einmal gearbeitet hat. Stevens sagte allerdings der Zeitung "RevierSport": "Ich weiß von nichts, es gibt bisher keinen Kontakt zu Schalke."

Hans-Dieter Flick ganz oben auf der Wunschliste?

Ein weiterer Ex-Schalker ist Mike Büskens, der nach 17 Jahren als Spieler, Ko-, Amateur- und Interimstrainer Gelsenkirchen verlassen musste, als Felix Magath kam. Nun führt er mit der SpVgg Greuter Fürth die Tabelle der zweiten Liga an und arbeitet dort so ausgezeichnet, dass sie ihn nicht ziehen lassen wollen. Sein Präsident Helmut Hack jedenfalls ließ verlauten, Büskens habe keine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag, weder für einen Bundesligisten noch speziell für Schalke.

Auch die weiteren Meldungen über Rangnicks Nachfolgekandidaten scheinen derzeit kaum mehr als Spekulation. Genannt werden, in loser Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Christan Gross (Young Boys Bern), Franco Foda (Sturm Graz), Thorsten Fink (FC Basel), Marcel Koller, Bernd Schuster. Und Hans-Dieter Flick. Der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw ist der Favorit der "Bild"-Zeitung. Er stünde, so berichtet das Blatt, auf der Schalker Wunschliste ganz oben. Das mag sein. Dennoch spricht wenig dafür, dass Flick neun Monate vor der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine die Nationalmannschaft verlässt. Was nur unterstreicht, dass sie auf Schalke nun ein ernsthaftes Problem haben.

Quelle: ntv.de, mit dpa und sid

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