Fußball

Keine Lust auf Extra-Gespräch Schiedsrichter Aytekin sagt Trainern ab

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Gladbachs Trainer Marco Rose machte den Vorschlag, Deniz Aytekin aber lehnt ihn ab.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

In der Fußball-Bundesliga kriselt es zwischen Trainern und Schiedsrichtern. Top-Referee Deniz Aytekin sieht dennoch keinen Sinn darin, sich an einen Tisch zusammenzusetzen. Seine Begründung zieht er aus vorherigen Treffen. Und appelliert an ein gemeinsames Ziel.

Der deutsche Spitzen-Schiedsrichter Deniz Aytekin hält nichts von einem Treffen mit den Trainern der Fußball-Bundesliga, um die hitzige Debatte über das härtere Durchgreifen der Unparteiischen seit dem Rückrundenstart zu entschärfen. "Früher gab es runde Tische, man hat sich in entspannter Atmosphäre getroffen und vieles besprochen", sagte der 41-Jährige dem "Kicker". Allerdings oftmals nur, "um am Ende festzustellen, dass am Spieltag die Emotionen einen dann doch eingeholt haben und das Besprochene vergessen wurde."

Ohnehin sieht Aytekin das Verhältnis mit den Trainern nicht "so vertrackt, wie es vielleicht öffentlich und medial gerade rüberkommt". Das Gegenteil sei der Fall. "Wenn ich zehn Jahre zurückblicke, hat sich vieles sehr, sehr positiv verändert. Beide Seiten sind deutlich offener und respektvoller geworden. Der Austausch läuft permanent und gut, deshalb finde ich nicht, dass wir künstliche Gesprächsrunden benötigen." Eine solche Runde hatte Trainer Marco Rose von Borussia Mönchengladbach ins Gespräch gebracht. Auch sein Paderborner Kollege Steffen Baumgart hatte die Schiedsrichter wiederholt kritisiert.

"Ich werde allen versprechen, dass ich nicht die Schnauze halte, wenn ich das Gefühl habe, es war ein Fehlverhalten der Schiedsrichter. Dann werde ich was dazu sagen", sagte Baumgart jüngst. Er mahnte zudem an, dass es für ein besseres Miteinander nicht nur auf die Trainer ankomme. "Viel schlimmer ist, dass immer gleich dieses Wort Respekt kommt. Ich habe vor jedem Schiedsrichter Respekt, ich erwarte es aber von beiden Seiten."

Aytekin betonte zudem: "Wir sind keine Roboter, die alle das haargenau gleiche Produkt abliefern. Gerade in der Kommunikation mit Spielern oder Trainern kommet es auf die Interpretation im Gesamtkontext an." Wie viele seiner Kollegen verteidigte auch Aytekin das konsequentere Auftreten der Unparteiischen. "Natürlich trägt kein Bundesligatrainer oder Spieler die Verantwortung für Gewalt im Amateurfußball", sagte der gebürtige Nürnberger: "Aber es ist doch ein erstrebenswertes Ziel, gerade in der Bundesliga einen vorbildlich fairen und respektvollen Umgang miteinander vorzuleben. Das wird dann auch einen Effekt auf die Basis haben."

Quelle: ntv.de, tsi/sid