Fußball

Probleme mit Adidas-Sponsoring Schon wieder Ermittlungen gegen den DFB

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Abermals ist der DFB in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten.

(Foto: imago images/osnapix)

Eine erneute Steuer-Affäre könnte den ohnehin schon krisengeschüttelten Deutschen Fußball-Bund abermals schwer erschüttern. Laut eines Medienberichts hat der DFB nun die Versteuerung Ausrüstungen des Sponsors Adidas nicht korrekt unternommen. Das Steuer-Thema wird zur "unendlichen Geschichte".

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss sich wegen vermeintlicher Ungereimtheiten um Sachzuwendungen durch einen Sponsor (Adidas) wohl vor der Staatsanwaltschaft Frankfurt verantworten. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Demnach soll der DFB bereits "knapp 3,5 Millionen Euro an die Finanzbehörden überwiesen haben", schrieb die Zeitung. Der Verband bestätigte diese Summe nicht, gab aber auf "SZ"-Nachfrage an, dass er "eine Nachmeldung auf Basis einer Maximalbetrachtung an das Finanzamt" geleistet habe. Dies sei vorsorglich erfolgt, nach DFB-Angaben sei noch zu prüfen, "ob und in welcher Höhe überhaupt Steuern nachzuzahlen sind". Die Zeitung berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft nicht mit Sponsorengeldern, sondern mit der Versteuerung von Sachleistungen wie Trikots, Schuhen und weiterer Ausrüstung beschäftigt.

"Unendliche Geschichte"

Der DFB gab an, er habe bei Überprüfungen Unstimmigkeiten bemerkt und sie beim zuständigen Finanzamt angezeigt. "Im Sinne der steuerlichen Fehlerprävention" sei im Vorjahr ein Tax Compliance Management System (TCMS) eingeführt worden, "um mögliche steuerliche Risiken frühzeitig zu erkennen". Dieses System habe "Ende letzten Jahres eine mögliche Fehlerquelle aufgezeigt, woraufhin der DFB unverzüglich eine Mitteilung ans zuständige Finanzamt geschickt hat. Die Fehlerquelle besteht dabei zunächst nur in der Dokumentation."

"Der DFB und die Steuern" heiß es in dem Bericht, "das wird zu einer unendlichen Geschichte." Man gerate allmählich durcheinander, so viele Steuerverfahren gäbe es inzwischen. Dabei ginge es auch um die Strukturproblematik, dass der DFB zwar ein gemeinnütziger Verein ist, aber einen Umsatz von etwa 400 Millionen Euro erwirtschaftet. "Lange Zeit bewegte der DFB seine Einnahmen so geschickt zwischen den Welten, dass die Steuerlast sehr gering war", erklärt die "SZ". "Im Jahr 2015 etwa betrug sie nur zirka drei Millionen Euro, inzwischen liegt sie bei knapp 20 Millionen Euro."

Anfang Oktober durchsuchte die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main die Geschäftsräume des DFB sowie die Privatwohnungen von gegenwärtigen und ehemaligen Verbands-Verantwortlichen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es bestehe der "Verdacht der fremdnützigen Hinterziehung von Körperschafts- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen". Konkret ging es um Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Länderspielen in den Jahren 2014 und 2015, im Visier der Ermittler steht vor allem der dazugehörige Vertrag vom Dezember 2013. Der DFB soll damit einer Besteuerung von 4,7 Millionen Euro entgangen sein.

Quelle: ntv.de, dbe/sid