Fußball

Spielabbruch in der EM-Quali Serbien will hart durchgreifen

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Die Randale serbischer Hooligans sorgten für den zweiten Spielabbruch in der Geschichte der EM-Qualifikation.

(Foto: dpa)

Nach den brutalen Ausschreitungen serbischer Hooligans in Genua und dem Abbruch der Qualifikationspartie gegen Italien spekulieren Serbiens Medien, dass die Randale gezielt provoziert wurden, um das Land zu destabilisieren. Die serbische Regierung kündigt derweil ein hartes Durchgreifen an.

Serbiens Präsident Boris Tadic hat abschreckende Maßnahmen gegen die Hooligans angekündigt, die für die schweren Ausschreitungen bei dem abgebrochenen Spiel der EM-Qualifikation zwischen Italien und Serbien am Dienstag in Genua verantwortlich waren. "Wir werden die Randalierer isolieren und hart bestrafen", versprach Tadic im Gespräch mit dem italienischen Staatsfernsehen RAI 2.

Insgesamt acht Serben bleiben derweil vorerst in italienischer Untersuchungshaft. Dies beschloss ein Genueser Gericht. Ihnen werden Verwüstung, Angriffe auf die Polizei und Verstöße gegen die Gesetze zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit vorgeworfen. Zwei Inhaftierte berichteten, sie seien im Gefängnis von albanischen Häftlingen bedroht worden. Sie verlangten, in eine andere Strafanstalt verlegt zu werden.

Gezielte Provokation?

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Die Randalierer waren mit diversen Werkzeugen ins Stadion gelangt.

(Foto: dpa)

Wie serbische Medien berichteten, werden zwei flüchtige Anführer krimineller Banden verdächtigt, die gewalttätigen Ausschreitungen mit mehr als 200.000 Euro finanziert zu haben. Mit dem Geld sollen Reise und Ausstattung für mehr als 60 Hooligans bezahlt worden sein. Die beiden Kriminellen seien insbesondere daran interessiert, Unruhe und Chaos in Serbien zu stiften. Der serbische Innenminister Ivica Dacic kündigte eine umfassende Untersuchung der Berichte an.

Der serbische Fußball-Verband FSS will sich derweil für eine Neuansetzung der Partie einsetzen. "Wir werden uns am 18. Oktober mit UEFA-Präsident Michel Platini und einigen wichtigen Funktionären des Verbandes treffen und ein Wiederholungsspiel fordern", sagte FSS-Präsident Tomislav Karadzic. Der italienische Verband will dagegen zunächst das Ergebnis der Uefa-Untersuchung abwarten. Neben einer Wertung der Partie mit 3:0 für Italien scheint auch denkbar, dass Serbien aus der EM-Qualifikation gänzlich ausgeschlossen wird.

Quelle: ntv.de, sid