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Zwei Sturmhoffnungen für die EM Spanien feiert, del Bosque bremst

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Jubelt schon wie ein Großer: Paco Alcácer.

(Foto: imago/Action Plus)

Spanien feiert nach langer Zeit wieder eine Fußball-Fiesta der Nationalelf. Und auch wenn es nur gegen Mazedonien ist: Zwei neue Sturmtalente wecken bei Fans, Medien und bedingt auch bei Trainer Vicente del Bosque nach dem WM-Debakel große Hoffnungen.

Zweieinhalb Monate nach dem Vorrundenaus bei der WM in Brasilien feiert Spanien die Renaissance von "La Roja". Nach dem 5:1 (3:1) über, nun ja, Mazedonien im ersten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2016 freuten sich nicht nur Fans und Medien über eine erste starke Leistung der runderneuerten "Selección". Sie feierten auch die Sturmhoffnungen Paco Alcácer und Munir. "Eine andere Roja", titelte die Sportzeitung "Mundo Deportivo", und "AS" jubelte: "Spanien hat wieder Stil und Vertrauen."

Valencias Stürmer Alcácer, der am 30. August 20 Jahre alt geworden war und am Donnerstag beim 0:1 in Frankreich erstmals das rote Nationaltrikot getragen hatte, krönte im heimischen Mestalla-Stadion seine Leistung mit einem schönen Tor zum 2:0 (16.). Die anderen Treffer erzielten vor 22.000 Zuschauern Sergio Ramos (15./Foulelfmeter), Sergio Busquets (45.), David Silva (49.) und Pedro (90.+1). Die Gäste trafen durch Ibraimi (28./Foulelfmeter). Die Tatsache, dass der überzeugende Triumph gegen den 76. der Fifa-Weltrangliste gelang, konnte den Jubel nicht dämpfen.

"Wir haben viel Kredit verspielt"

Auch ohne die zurückgetretenen Xabi Alonso, Xavi und David Villa will der von Deutschland entthronte Weltmeister 2016 in Frankreich den dritten EM-Titel in Folge gewinnen. "Das ist das Spanien, das wir sehen wollen", schrieb "Marca". Der Sieg helfe, das WM-Vorrunden-Aus mit Schlappen gegen die Niederlande (1:5) und Chile (0:2) zu vergessen. Trainer Vicente del Bosque zeigte sich weniger euphorisch. "Das war ein Schritt vorwärts. Wir haben viel Kredit verspielt, nun müssen wir so weitermachen."

Er lobte Alcácer, vor allem aber Barcelonas Stürmer Munir, der die letzten 15 Minuten zum Einsatz kam und mit 19 Jahren und sieben Tagen zum zweitjüngsten Punktspiel-Debütanten der Nachkriegszeit nach Boran Krkic (18 und 13 Tage) avancierte. "Munir bewegt sich viel, ist schnell und torgefährlich." Vor zwei Monaten ein Nobody, legte Munir im Sommer einen Blitz-Aufstieg hin. Bei den Testspielen glänzte er im Klub derart, dass er zum Ligastart - auch dank Verletzungen und der Sperre von "WM-Beißer" Luis Suárez - zur festen Größe wurde.

Der Sohn eines Bootsflüchtlings aus Marokko wurde im nordafrikanischen Land viel kritisiert, weil er die Einladung del Bosques annahm und sich nicht für das Land seines Vaters entschied. "Ich mache das, was für mich am besten ist", entgegnete Munir. Doch Vorsicht ist geboten. Bei Krkic ist es bei einem Länderspiel geblieben.

Quelle: n-tv.de, Emilio Rappold, dpa

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