Fußball

Pokal-Desaster als große TragödieSpanische Presse stürzt sich auf beschämendes Real Madrid

15.01.2026, 06:43 Uhr
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Vinicius Junior spielte mit. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Das Debüt für Real Madrids neuen Trainer misslingt komplett. Nach dem schmachvollen Pokal-Aus bei einem Zweitligisten nimmt Álvaro Arbeloa die Schuld auf sich. Die spanische Presse ist erschüttert. Trainer und Spieler sind es auch.

Schlechter kann man nicht starten. Der neue Trainer von Real Madrid, Alvaro Arbeola, hat seine Amtszeit mit einem 2:3 im Pokal gegen den Tabellensiebzehnten der zweiten spanischen Liga begonnen. "Wenn jemand für dieses Ergebnis verantwortlich ist, dann eindeutig ich", sagte der Nachfolger von Xabi Alonso nach der Achtelfinal-Blamage gegen Albacete Balompie. "Bei diesem Klub zählt schon ein Unentschieden als Tragödie, also könnt ihr euch vorstellen, wie es bei einer Niederlage wie dieser aussieht.

Eine Tragödie, die ihren Abschluss in einem ganz späten Gegentor von Jefte Betancor Sanchez fand. Zweimal war Real Madrid unter dem neuen Trainer bis dahin zurückgekommen. Erst in der ersten Minute der Nachspielzeit hatte Gonzalo Garcia das 2:2 erzielt, doch drei Minuten später versetzte Betancor Sanchez die Fans im Estadio Carlos Belmonte in große, große Euphorie. Seinen ersten Versuch hatte Daniel Carvajal noch blocken können, sein zweiter fand den Weg vorbei an Torhüter Andriy Lunin.

Carvajal: "Tiefpunkt erreicht"

"Heute haben wir den Tiefpunkt erreicht. Uns hat ein Zweitligist aus dem Pokal geschossen", sagte Carvajal nach dem Spiel. Der 34-Jährige hatte das Spiel auf der Bank begonnen und war in der 77. Minute für den 21-jährigen David Jimenez eingewechselt worden. Jimenez war einer von sechs neuen Spielern in der Startformation nach der Supercopa-Niederlage gegen den FC Barcelona, die zum Aus für Alonso geführt hatte. Keine ungewöhnliche Maßnahme in einem Pokalspiel gegen einen Zweitligisten.

Ohne Superstar Kylian Mbappé, ohne Jude Bellingham, Thibaut Courtois und Rodrygo enttäuschte der 20-malige Pokalsieger jedoch über die komplette Spielzeit und scheiterte gnadenlos. "Ein Desaster dieser Art, das in die Geschichte eingehen wird, ist wahrlich kein guter Start in eine neue Ära", schrieb "As".

Eine Maßnahme jedoch, die zu der bitteren Pleite führte. "Ich habe die Entscheidungen getroffen, was die Aufstellung, den Matchplan und die Wechsel betrifft. Ich kann den Spielern nur dafür danken, wie sie mich aufgenommen haben, und für den Aufwand, den sie heute betrieben haben", sagte Arbeola, der bisherige Trainer der Zweitvertretung von Real Madrid.

"Ein Madrid im freien Fall"

Hatte Arbeola direkt in seinem ersten Spiel versagt? Möglich, gestand er. Aber daraus wolle er neue Stärke ziehen, erklärte er: "Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass im Versagen der Weg zum Erfolg liegt. Für mich schließt das eine das andere nicht aus. Das ist etwas, das mich besser machen muss, uns alle - ein Wendepunkt, an dem viel Verbesserungspotenzial da ist."

"Wir befinden uns offensichtlich nicht in unserem besten Moment. Wir müssen jetzt alle hart arbeiten, alle viel mehr geben. Das ist die Realität", sagte Carvajal. "Wir bitten unsere Fans um Verzeihung. Wir, und ich vorne weg, sind nicht auf der Höhe der Erwartungen dieses Klubs." Dies war dem Leverkusener Meistertrainer Alonso in seinen 233 Tagen in Madrid um die Ohren geflogen. Eine Mannschaft, die nicht auf der Höhe ist. Eine Mannschaft, die nicht nach den Ansprüchen ihres Trainers zusammengestellt war. Eine Mannschaft, in der mehr Egos aufeinandertreffen als bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus in Washington.

"Ein Madrid, das wahrlich beschämend ist. Ein Madrid im freien Fall", schrieb "Marca". "Die Krise bei Real Madrid ist außerordentlichen Ausmaßes: Zwei Titel gingen innerhalb von drei Tagen verloren, ein Trainer wurde entlassen und ein weiterer startet schwer angeschlagen. […] Zu glauben, dass diese Mannschaft LaLiga oder die Champions League gewinnen kann, ist reine Illusion." Am Samstag treffen Real Madrid und Arbeola um 14 Uhr auf UD Levante, den Tabellenneunzehnten der ersten spanischen Liga. Alles andere als ein Sieg wäre für die in der Meisterschaft mit vier Punkten hinter Barcelona herhechelnden Königlichen eine Tragödie.

Quelle: ntv.de, sue

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