Fußball

Abstiegsgespenst in Hannover Stevens verhilft FC Schalke zum Krisen-Sieg

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Suat Serdar erlöst den FC Schalke 04.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Der FC Schalke 04 kann nach dem Abstiegsduell mit dem Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga, Hannover 96, aufatmen. Es gelingt der erste Sieg seit Januar, damit rückt der Klub in der Tabelle etwas vor. Die Niedersachsen dagegen müssen wohl mit dem Abstieg in die 2. Liga rechnen.

Mit seinem 100. Sieg als Trainer von Schalke 04 hat Huub Stevens die sportliche Talfahrt der Königsblauen vorerst gestoppt. Nach nur einem Punkt aus den letzten sieben Spielen gelang den Gelsenkirchenern im zweiten Spiel unter Routinier Stevens ein eminent wichtiger 1:0 (1:0)-Sieg bei Tabellenschlusslicht Hannover 96. Für die Niedersachsen rückt der Abstieg nach der sechsten Niederlage in Serie immer näher.

In einer über weite Strecken zerfahrenen und eher unansehnlichen Begegnung gelang Suat Serdar in der 39. Minute der Treffer des Tages. Der Mittelfeldspieler nutzte ein Abstimmungsproblem in der 96-Defensive und war mit einem Flachschuss erfolgreich. Dank des ersten Dreiers seit dem 2:1 gegen den VfL Wolfsburg am 20. Januar verbesserten sich die Gäste in der Tabelle vom 15. auf den 14. Platz.

"Der Sieg bedeutet uns sehr viel. Endlich mein erstes Tor für Schalke, aber der Erfolg der Mannschaft steht im Vordergrund", sagte Serdar am Sky-Mikrofon: "Hannover hat uns enorm unter Druck gesetzt, ein großes Kompliment an Alexander Nübel." 96-Kapitän Marvin Bakalorz haderte: "Es ist immer ein Fuß dazwischen, oder der Torwart hält überragend. Es zieht sich durch die ganze Saison. Aber im Sport muss man weitermachen."

Trotz der Hannover-Misere soll Thomas Doll vorerst Trainer bleiben. Das bestätigte Geschäftsführer und Gesellschafter Martin Kind. Auf die Frage, ob Doll auch am nächsten Samstag im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg noch auf der Bank des Tabellenletzten sitze, antwortete Kind: "Ja!" Auch Manager Horst Heldt sprach sich am Sonntagabend gegen eine Trennung von dem erst im Januar verpflichteten Doll aus. "Ich kann für mich ausschließen, dass wir einen Trainerwechsel vornehmen. Das macht für mich keinen Sinn", sagte er.

Abwehrspieler beherrschen das Spiel

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Darf vorerst bleiben: Thomas Doll.

(Foto: dpa)

Beiden Mannschaften merkte man von der ersten Minute die Verunsicherung durch die Misserfolge der vergangenen Wochen an. Strukturierte Aktionen waren selten, meistens ergaben sich Torchancen zufällig. So vergab bei Schalke Matija Nastasic (12.) eine gute Kopfballmöglichkeit, in der 35. Minute endete ein Alleingang von Kapitän Benjamin Stambouli mit einer starken Aktion von 96-Torhüter Michael Esser.

Dessen Gegenüber Alexander Nübel zeichnete sich bei einem strammen Schuss von Hendrik Weydandt (19.) aus, acht Minuten später verzog Genki Haraguchi für die Norddeutschen knapp. Ansonsten beherrschten die Abwehrspieler hüben wie drüben das Geschehen auf dem Spielfeld und ließen wenig zu.

Gäste verwalten Ergebnis

Doll musste auf den angeschlagenen brasilianischen Stoßstürmer Jonathas verzichten, zumindest in den ersten 45 Minuten eine klare Schwächung seines Teams. Den Platzherren fehlte es an Durchschlagskraft, bei sich anbahnenden Abschlüssen waren die Doll-Schützlinge viel zu hektisch. Der Coach erkannte diese Defizite und ersetzte in der Halbzeitpause Oliver Sorg durch den offensiver ausgerichteten Florent Muslija. Eine Maßnahme, die zumindest kurzzeitig Wirkung zeigte, die Norddeutschen wirkten mutiger, strahlten aber weiterhin zu wenig Torgefahr aus. In der 75. Minute allerdings hatte Muslija Pech, als er mit einem Distanzschuss nur das Lattenkreuz traf. Wenig später parierte Nübel stark gegen Nicolai Müller.

Die Gäste verwalteten in dieser Phase nur das Ergebnis, was Stevens überhaupt nicht gefiel. Der Niederländer scheuchte seine oft sehr tief stehenden Akteure mit unmissverständlicher Gestik ein ums andere Mal in die gegnerische Hälfte.

Quelle: n-tv.de, Andreas Frank, sid

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