Fußball

VfB fühlt sich auswärts wohler Stuttgart macht's schon wieder meisterlich

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Auf fremden Plätzen holte kein Bundesligist bislang mehr Punkte als der VfB.

(Foto: Frank Hoermann/Sven Simon/Pool via Peter Schatz)

Auswärts Tabellenführer, zu Hause Abstiegskandidat: Der VfB Stuttgart bewegt sich weiter in zwei verschiedenen Welten, je nachdem wo das Spiel stattfindet. In Augsburg glänzt der Aufsteiger erneut mit all seiner offensiven Durchschlagskraft.

Die Stuttgarter "Auswärtsmeister" lassen sich von den außersportlichen Querelen nicht im Geringsten beeindrucken. Sollen sich doch die Vereinsoberen öffentlich um die Macht streiten - der VfB spielt im gegnerischen Stadion weiterhin taktisch clever und beeindruckend stark, so stark wie keine andere Mannschaft der Fußball-Bundesliga. Das hochverdiente 4:1 (2:0) im Schwabenderby beim FC Augsburg am Sonntag war für Stuttgart bereits der fünfte Sieg fern der eigenen Arena.

Nicolas Gonzalez (10., Foulelfmeter), Silas Wamangituka (29.), Gonzalo Castro (61.) und Daniel Didavi (86.) sicherten dem taktisch cleveren VfB die Punkte 15 bis 17 fern der eigenen Arena - in der Auswärtstabelle steht die Mannschaft von Pellegrino Matarazzo damit auf dem ersten Platz. In der Gesamtwertung zog Stuttgart am FCA vorbei auf Rang zehn (23 Punkte).

Nach einer beeindruckenden ersten Halbzeit ließen sich die Stuttgarter 28 Sekunden nach der Pause durch den Anschlusstreffer (46.) des später mit Gelb-Rot vom Platz gestellten Marco Richter (76.) überrumpeln, sie blieben aber unbeeindruckt und überzeugten durch ihre reifere Spielanlage und vor allem ihr schnörkelloses Direktspiel nach vorne. Der dritte Treffer durch Castro bedurfte dabei der Anerkennung durch den "Kölner Keller" - Schiedsrichter Daniel Schlager hatte zunächst auf Abseits entschieden.

Stuttgart macht Augsburgs Schwächen erkennbar

Augsburg stellte sich nach ausgeglichenen Anfangsminuten früh selbst ein Bein: Reece Oxford brachte Mateo Klimowicz am Strafraumeck mit einem ungeschickten Tritt auf den Fuß zu Fall, Schiedsrichter Schlager blieb auch nach Rücksprache mit dem Videoassistenten bei seiner Elfmeter-Entscheidung - Gonzalez verwandelte sicher. Daniel Caligiuri wäre fünf Minuten später fast der Ausgleich gelungen: Sein Freistoß aus 25 Metern klatschte jedoch ans Tordreieck (14.), nachdem VfB-Torhüter Gregor Kobel noch mit den Fingerspitzen dran war.

Augsburg hatte nun ein paar starke Minuten. Von dieser Phase abgesehen stand der VfB angeleitet vom starken Abwehrchef Waldemar Anton in der Regel gut gegen den meist etwas planlos anrennenden FCA, dem allzu oft der letzte entscheidende Pass und die Durchschlagskraft am und im Strafraum fehlten. Zudem befreiten sich die Stuttgarter immer wieder durch geschicktes Aufbauspiel und erstklassige Konter, besonders schön zu beobachten beim Tor von Wamangituka.

Der VfB hatte das Spiel über weite Strecken gut im Griff und drängte den FCA, bei dem Rani Khedira den gesperrten Kapitän Jeffrey Gouweleeuw ersetzte, immer wieder zurück an dessen Strafraum. Vor allem bei seinen schnellen Gegenstößen sorgte Stuttgart regelmäßig für große Gefahr bei den schlecht gestaffelten Gastgebern. Augsburgs Torhüter Rafael Gikiewicz verhinderte dabei weitere Treffer.

Quelle: ntv.de, tsi/sid