Fußball

Portugal will ihn nominieren Tauziehen um Ronaldo

Real Madrid hat seinen Superstar Cristiano Ronaldo wegen einer Knöchelverletzung krankschreiben lassen, aber Portugal will den Stürmer trotzdem für die WM-Relegationsspiele in den Kader der Nationalelf berufen.

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Cristiano Ronaldo schmerzt der Knöchel - wie stark, darüber gehen die Meinungen auseinander.

(Foto: dpa)

"Ronaldo will spielen, er kommt ins Aufgebot und wird dann von unseren Verbandsärzten untersucht", erklärte der Präsident des portugiesischen Fußballverbands (FPF), Gilberto Madaíl. Der spanische Rekordmeister hält es jedoch für ausgeschlossen, dass der teuerste Fußballer der Welt am 14. und 18. November eingesetzt werden kann, wenn Portugal gegen Bosnien-Herzegowina um das Ticket zur WM 2010 in Südafrika spielt.

"Die Portugiesen können in den Kader holen, wen sie wollen, aber Ronaldo ist nach einem ärztlichen Attest nicht einsetzbar", betonte Reals Sportdirektor Jorge Valdano. "Wenn er spielen könnte, wären wir die Ersten, die ihn eingesetzt hätten."

Die Portugiesen scheinen jedoch den Madrilenen nicht über den Weg zu trauen. "Wir werden Ronaldos Profi-Karriere nicht in Gefahr bringen", sagte Nationaltrainer Carlos Queiroz. Offiziell wisse man aber nichts vom Ausmaß der Verletzung. Das Aufgebot für die Relegationsspiele werde er am Sonntag nominieren. "Bis dahin kann noch viel passieren." Queiroz hat keine besonders guten Beziehungen zu Real. Er war dort 2004 als Coach kläglich gescheitert und riet Ronaldo später von einem Wechsel nach Madrid ab.

"Ronaldo umdribbelt den OP-Tisch"

Der Weltfußballer des Jahres 2008 hatte sich beim niederländischen Mediziner Nicolaas van Dijk untersuchen lassen. Der Professor riet Ronaldo, die konservative Behandlung des lädierten Sprunggelenks zwei Wochen lang fortzusetzen und sich dann erneut untersuchen zu lassen. Die Verantwortlichen bei Real atmeten auf, weil damit die Gefahr, dass der Star operiert werden muss, vorerst einmal gebannt ist. "Ronaldo umdribbelt den OP-Tisch", titelte das Sportblatt "Marca".

"In 90 Prozent der Fälle kann man eine Verletzung dieser Art ohne Operation kurieren", erläuterte der Sportmediziner Pedro Luis Ripoll der Zeitung "El País". "Man muss sich jedoch Zeit lassen und darf nichts überstürzen." Der Stürmer, für den Real eine Rekordablöse von 94 Millionen Euro gezahlt hatte, zog sich die Verletzung am 30. September im Champions-League-Spiel Real gegen Olympique Marseille (3:0) zu. Am 10. Oktober spielte er mit Portugal gegen Ungarn (3:0) um die WM-Qualifikation und erlitt einen Rückfall.

Quelle: ntv.de, Hubert Kahl, dpa