Fußball

Grob unsportlich, lange Sperre? Thuram bereut ekelhafte Spuckattacke

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Der Moment danach: Thuram (rechts) hatte Posch (links) direkt ins Gesicht gespuckt.

(Foto: Pool via REUTERS)

Borussia Mönchengladbach verliert in der Fußball-Bundesliga weiter an Boden. Der Aufreger der Partie gegen Hoffenheim ereignet sich aber kurz vor Schluss, als Gladbachs Stürmer-Star Marcus Thuram seinem Gegenspieler aus kürzester Distanz direkt ins Gesicht spuckt. Besonders zu Corona-Zeiten eine heftige Attacke.

Borussia Mönchengladbach verliert in der Fußball-Bundesliga weiter an Boden. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose verlor gegen die TSG Hoffenheim 1:2 (1:0) und liegt nach einer Serie von vier Spielen ohne Sieg weiter außerhalb der Europacup-Plätze.

Lars Stindl (34., Foulelfmeter) brachte den fünfmaligen deutschen Meister in Führung. Torjäger Andrej Kramaric (75.) glich für Hoffenheim aus, Ryan Sessegnon (86.) erzielte den Siegtreffer der Gäste. Gladbach-Stürmer Marcus Thuram erwartet zudem eine längere Sperre: Der Franzose spuckte Stefan Posch aus kürzester Distanz ins Gesicht. Der Schiedsrichter Frank Willenborg sah die Szene zunächst nicht, aber der VAR schaltete sich ein und Thuram sah Rot (78.). Besonders in Corona-Zeiten dürfte die Spuck-Attacke - ohnehin schon eine grobe Unsportlichkeit - für viel Gesprächsstoff sorgen und möglicherweise ernste Konsequenzen haben.

"Das geht natürlich nicht, da müssen wir nicht drüber reden", sagte Borussia-Profi Christoph Kramer bei Sky: "So eine Aktion ist schwer zu erklären." Dem Weltmeister von 2014 war zuletzt auch eine Spuckattacke gegen den Frankfurter Sebastian Rode vorgeworfen worden, doch die Ermittlungen wurden eingestellt. Mitspieler Valentino Lazaro nannte Thurams Aktion "den Genickbruch". Trainer Rose entschuldigte sich für die ekelhafte Spuckattacke seines Stürmers "auch im Namen des Vereins". So eine Aktion "gehört nicht auf den Fußballplatz", sagte der Coach und ergänzte: "Er ist ein feiner Junge, sehr wohlerzogen. Ihm sind die Sicherungen durchgebrannt. Nur so kann ich es mir erklären."

Am Abend meldete sich Thuram selbst zu Wort und twitterte: "Ich habe mich gegenüber einem Gegner falsch verhalten. Es war ein Versehen und nicht beabsichtigt. Ich entschuldige mich bei allen. Bei Stefan Posch, meinen Gegnern, meinen Teamkollegen, meiner Familie und allen, die meine Reaktion gesehen haben. Natürlich akzeptiere ich alle Konsequenzen meines Handelns."

Harte Partie

Es entwickelte sich von Beginn an eine umkämpfte Partie im Borussia-Park. Beide Teams attackierten den Gegner früh, viele Fouls hemmten den Spielfluss. Die Gastgeber kombinierten in den meist engen Räumen zwar gefälliger, Hoffenheim hatte aber die ersten Chancen. Ein Kopfball von Florian Grillitsch (9.) verfehlte sein Ziel ebenso knapp wie ein Freistoß von Robert Skov (18.).

Nach 20 Minuten erhöhten die Gladbacher die Schlagzahl und wurden gefährlicher. Nach schöner Balleroberung von Stefan Lainer verzog Breel Embolo (21.), elf Minuten später hätte der Schweizer Nationalspieler die Führung erzielen müssen. Nach einem Traumpass von Florian Neuhaus lief Embolo von der Mittellinie alleine auf das TSG-Tor zu, doch dem Stürmer versagten alleine vor Schlussmann Oliver Baumann die Nerven.

Diese behielt Stindl. Der Kapitän, der am Freitag seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2023 verlängert hatte, traf sicher vom Elfmeterpunkt zur Führung. Dennis Geiger hatte zuvor in einer überflüssigen Aktion Thuram zu Fall gebracht. Hoffenheim tat sich in dieser Phase schwer, die Gäste leisteten sich zu viele Ungenauigkeiten. Dennoch hätten sie vor der Pause fast noch ausgeglichen. Kramaric traf aus 17 Metern aber nur den Pfosten (36.).

Thuram könnte fünf Spiele gesperrt werden

Auch nach dem Wechsel fehlten die spielerischen Glanzlichter, der Wille war beiden Mannschaften aber auch am Ende von kräftezehrenden Monaten anzumerken. Stindls Distanzschuss war für Baumann aber kein Problem (58.). Auf der anderen Seite war Sommer gegen Christoph Baumgartner (60.) und Grillitsch (65.) zur Stelle. Dann aber schlug die TSG zweimal zu.

Besonders über die Spuckattacke Thurams wird aber noch viel geredet werden, sie dürfte eine lange Sperre nach sich ziehen. Anfang der Saison spuckte Schalkes Ozan Kabak auf Werder Bremens am Boden liegenden Ludwig Augustinsson und wurde für fünf Spiele gesperrt. Zusätzlich musste er damals 15.000 Euro Strafe zahlen. Zu Beginn der Corona-Pandemie war es in mehreren Orten in Deutschland zu Spuck-Attacken gekommen, zum Beispiel gegen Polizisten, die möglicherweise sogar als Körperverletzung oder gefährliche Körperverletzung eingestuft werden sollten.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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