Fußball

Leipziger trifft auf Wunschklub Timo Werner - gemacht für den FC Bayern?

imago40456033h.jpg

Timo Werner kennt seine vielleicht zukünftigen Kollegen bereits näher.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Beim FC Bayern heiß gehandelt, bei RB Leipzig unverzichtbar: Timo Werner steht bei beiden Fußball-Bundesligisten hoch im Kurs. Nun treffen die Teams auch noch im DFB-Pokalfinale aufeinander. Genau betrachtet passt er vor allem zu einem Klub.

Eigentlich stand der Wechsel von Timo Werner zum FC Bayern München dem Anschein nach fest. Selbst in Leipzig waren sich die meisten sicher, dass der Weg des talentierten Stürmers zum deutschen Rekordmeister führen würde. Mittlerweile wirkt die Angelegenheit nicht mehr sicher, aber ein Transfer bleibt weiterhin möglich. Zu allem Überfluss trifft RB Leipzig nun im DFB-Pokalfinale auf die Münchner (20 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Für Leipzig-Stürmer Werner ist dies eine alles andere als optimale Situation. Leistet er sich vielleicht einen Aussetzer oder zeigt sich nicht von seiner besten Seite, könnten rasch manche Fans ein abgekartetes Spiel vermuten.

Das Interesse der Bayern ist weiterhin intensiv. Jedoch ist der Spielstil des deutschen Rekordmeisters ganz und gar ein anderer als jener von Leipzig. Genau das könnte für Werner zum Problem werden, sollte er sich doch für einen Wechsel entscheiden.

Passt er zu den Bayern?

2019-05-24_Leipzig-Bayern.png

So könnten Leipzig und Bayern im Pokalfinale auflaufen.

Leipzig versucht für gewöhnlich, die Gegner mit Pressing und Gegenpressing einzuschnüren. Viel ist taktisch auf Balleroberungen und Umschaltsituationen ausgelegt. Das kommt Werner entgegen. Er kann an der Abseitsgrenze lauern und lange Zuspiele empfangen. In diesen Situationen hilft ihm seine Sprintstärke. Doch für Sprints braucht er Platz. Platz, den der FC Bayern gegen tiefstehende Gegner nicht hat.

Deshalb stellt sich die Frage, was sich die Bayern von Werner erhoffen. Ihr bisheriger angestammter Mittelstürmer Robert Lewandowski ist stark, wenn er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor spielt. Er kann ein paar Meter nach hinten gehen und den Ball empfangen, abschirmen und anschließend an Mitspieler verteilen.

Werner hingegen möchte mit dem Gesicht zum Tor spielen. Auch bei der deutschen Nationalmannschaft blühte der 23-Jährige erst so richtig auf, als Bundestrainer Joachim Löw taktische Veränderungen vornahm und sein Team auf einen Konter-orientierteren Fußball einstellte. Dann bekam auch Werner die Freiheiten, die er beispielsweise bei seinen Auftritten bei der Weltmeisterschaft 2018 nicht vorfand.

Ein zwangsläufiger Schritt?

Bis jetzt kannte seine Karriere nur einen Weg: steil nach oben. Nach ein paar Jahren in der ersten Mannschaft seines Jugendvereins VfB Stuttgart ging es zu den ambitionierten Leipzigern, die in ihrer ersten Bundesliga-Saison mit Werner im Angriff direkt die Vizemeisterschaft erreichten. Auch in der abgelaufenen Spielzeit war er eine der Stützen dieser Mannschaft.

Wenn Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Rangnick davon spricht, dass Leipzig Werner nur "zu einer marktüblichen Ablöse" ziehen lassen möchte, dann ist hier sicherlich die Rede von einer Summe jenseits der 40 Millionen Euro. Genau das könnte die Bayern abschrecken. Denn eigentlich möchte der deutsche Rekordmeister nicht unablässig beim Transferwahnsinn der Topklubs Europas mitmachen. Und nur weil Werner ein deutsches Talent ist, heißt das noch lange nicht, dass sein spielerisches Profil auch zu den Bayern passt.

Die Unterschiede zwischen Leipzig und Bayern, zwischen Werner und Lewandowski machen doch das anstehende Pokalfinale zusätzlich spannend. Es ist das Aufeinandertreffen von ganz unterschiedlichen Fußballphilosophien, die beide auf ihre Weise erfolgreich sein können. Aber das heißt eben auch, dass einzelne Leistungsträger keineswegs beim anderen Team ohne Probleme kompatibel wären.

Quelle: n-tv.de