Fußball

Fahrer getötet, Spieler verletzt Togos Elf unter Beschuss

Zwei Tage vor dem Start des Afrika-Cups (10. bis 31. Januar) ist das togolesische Nationalteam bei einer Grenzkontrolle in einen schwerwiegenden Zwischenfall geraten. Der Bus mit Spielern und Verantwortlichen, darunter der bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehende Ergänzungsspieler Assimiou Toure, geriet an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Afrika-Cup-Gastgeber Angola unter Maschinengewehrfeuer. Das Grenzgebiet gilt wegen aufständischer Gruppen als besonders unsicher.

AFR03x_SOCCER-TOGO-ATTACK_0108_11.JPG1751028508586534442.jpg

Das Team sollte am Montag gegen Ghana antreten - ob das Spiel stattfindet, ist noch unklar.

(Foto: REUTERS)

Ein Sprecher des togolesischen Sportministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass der angolanische Busfahrer getötet worden sei. Der Vizepräsident des togolesischen Verbandes, Gabriel Ameyi, bestätigte, dass sechs Menschen verletzt wurden. Zu den Verwundeten zählten unter anderem die Spieler Obilale Kossi (Torhüter des französischens Amateurclub GSI Pontivy) und Verteidiger Serge Akakpo vom rumänischen Club Vaslui. Akakpos Verein teilte mit, der 22-Jährige sei von zwei Kugeln getroffen worden und habe viel Blut verloren. Er sei aber nicht in Lebensgefahr.

"Wie Hunde beschossen"

Togos Star Emmanuel Adebayor blieb nach Angaben seines englischen Clubs Manchester City unversehrt. Der FC Portsmouth erwägt wegen der unsicheren Lage in Angola, seine Spieler zurückzuholen. Insgesamt vier Profis aus Portsmouth sind beim Afrika-Cup dabei.

"Wir hatten gerade die Grenze überschritten, um uns herum waren Polizeibusse. Alles sah gut aus, als plötzlich das Feuer auf uns eröffnet wurde", berichtete Togos Stürmer Thomas Dossevi dem Sender Radio Monte Carlo. "Wir wurden mit automatischen Waffen wie Hunde beschossen und haben uns 20 Minuten lang unter unseren Sitzen versteckt gehalten", sagte der Profi des FC Nantes.

Start beim Cup ungewiss

Möglicherweise wird Togo auf einen Start bei dem Turnier verzichten. In der ersten Partie trifft das Team am Montag auf Ghana. "Wir wollen nicht bei diesem Afrika-Cup spielen. Wir denken an unsere Teamkollegen. Von Kugeln getroffen zu werden, wenn man zum Fußball spielen kommt, ist widerlich", sagte Dossevi. "Ich kann nur an eines denken, den Wettbewerb abzublasen und nach Hause zu fahren", meinte Alaixys Romao vom französischen Club Grenoble Foot.

Togos Spieler hatten sich im Kongo auf das Turnier vorbereitet. Nach Angaben des togolesischen Verbandes war mit der Mannschaft vereinbart worden, dass sie fliegen und nicht per Bus nach Angola reisen sollte. In der ölreichen Nordprovinz Cabinda kommt es seit der Unabhängigkeit Angolas 1975 immer wieder zu bewaffneten Konflikten.

Quelle: ntv.de, sid/dpa