Kaum Ausnahmen bei EinreisebannTrump-Regierung zerstört Fan-Hoffnungen für WM und Olympia

Die Welt zu Gast bei Freunden, das war das Motto der Weltmeisterschaft 2006. In den USA wird es das wohl nicht geben. Es gibt zwar Ausnahmen für den Einreisebann, der für knapp 40 Länder gilt - aber nicht für Fußball-Fans.
Bei der Fußball-WM im Sommer und den Olympischen Spielen 2028 bleibt Zuschauern aus knapp 40 Ländern die Einreise in den USA verwehrt. Die US-Regierung um Präsident Donald Trump hat nun neben den beiden Top-Events weitere Sport-Wettkämpfe als Großveranstaltungen eingestuft, bei denen es Ausnahmeregelungen gibt. Diese betreffen aber nur Athleten, Trainer und Betreuer der teilnehmenden Nationen. Das geht aus einem am Mittwoch an alle US-Botschaften und -Konsulate versandten Schreiben des US-Außenministeriums hervor, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.
Zu den Wettbewerben mit Ausnahmeregelungen zählen unter anderem Formel-1-Rennen, Spiele der großen Profiligen NBA, NFL, NHL und Golfturniere. Es wird jedoch klargestellt, dass ausländische Zuschauer, Medienvertreter und Sponsoren aus jenen Ländern, die dieselben Veranstaltungen besuchen wollten, weiterhin von der Einreise ausgeschlossen blieben, sofern sie nicht eine andere Ausnahmeregelung erhielten. "Nur ein kleiner Teil der Reisenden zur Weltmeisterschaft, den Olympischen und Paralympischen Spielen sowie anderen großen Sportveranstaltungen wird von dieser Ausnahme profitieren", hieß es darin.
Von den vollständigen Einreiseverboten der 39 Länder sind beispielsweise Fans der WM-Teilnehmer Iran und Haiti betroffen. Daneben gibt es noch ein teilweises Einreiseverbot für Staatsangehörige mehrerer Länder wie dem Senegal und der Elfenbeinküste, die bei der WM in der Vorrunde auf das deutsche Team trifft.
Zu den weiteren Großveranstaltungen neben WM, Olympia und Paralympics gehören beispielsweise auch die dazugehörigen Qualifikationsveranstaltungen oder auch Panamerikanische Spiele oder Sportveranstaltungen, die von einem US-amerikanischen nationalen Sportverband ausgerichtet, genehmigt oder anerkannt werden.
Zuletzt hatten die USA für 75 Länder auch die Bearbeitung von bestimmten Visaverfahren für dauerhafte Aufenthalte in den Vereinigten Staaten ausgesetzt. Welche Länder von den neuen Restriktionen betroffen sind, machte das Außenministerium nicht bekannt.
In der zweiten Amtszeit Trumps verfolgt die US-Regierung eine rigide Einwanderungs- und Visa-Politik. Sie verschärfte zahlreiche Regelungen. Bereits im Sommer hatte die US-Regierung vollständige Einreiseverbote gegen mehrere Länder ausgesprochen. Weitestgehend erhält sie diese gegen sie aufrecht, betroffen sind: Afghanistan, Myanmar, Tschad, Kongo, Äquatorialguinea, Eritrea, Haiti, Iran, Libyen, Somalia, Sudan und der Jemen. Zudem gelten abgestufte Einschränkungen für weitere Länder.