Fußball

Fußballer soll Propagandist sein Türkischer Verband sperrt Naki lebenslang

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Deniz Naki muss zusätzlich zu seiner Sperre eine Geldstrafe an die Fußballföderation zahlen.

(Foto: dpa)

Wegen "Terrorpropaganda" wird der deutsch-türkische Fußballer Deniz Naki im April 2017 in der Türkei verurteilt. Nun zieht der Fußballverband nach und sperrt den 28-Jährigen lebenslänglich. Naki möchte ohnehin nicht zu seinem Klub zurückkehren.

Die türkische Fußballföderation (TFF) hat den deutsch-türkischen Spieler Deniz Naki lebenslang gesperrt. Er darf damit nie wieder in der Türkei Fußball spielen. Das habe der Disziplinarrat bei seiner heutigen Versammlung beschlossen, teilte die TFF auf ihrer Website mit. Grund sei "Diskriminierung und ideologische Propaganda" vonseiten des Fußballers. Außerdem müsse Naki eine Geldstrafe von umgerechnet rund 58.000 Euro zahlen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Naki sei "lebenslang vom Fußball verbannt" worden.

Der ehemalige U21-Nationalspieler war bereits im April des vergangenen Jahres in der Türkei wegen "Terrorpropaganda" zu 18 Monaten und 22 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ihm war vorgeworfen worden, in sozialen Medien für die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geworben zu haben. Naki wies die Vorwürfe zurück.

Der frühere Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn, der in Düren aufwuchs, steht bei dem kurdischen Verein und Drittligisten Amed Sportif Faaliyetler in Diyarbakir unter Vertrag. Allerdings hatte der 28-Jährige vergangene Woche wegen "massiver Sicherheitsbedenken" erklärt, nicht mehr in die Türkei zurückzukehren und seinen Vertrag aufzulösen. "Er hat sich von den Bitten seiner Familie und seines Umfeldes überzeugen lassen, in Deutschland zu bleiben", erklärte sein Anwalt Stephan Kunz.

Am 7. Januar war Naki nahe dem rheinischen Düren auf der Autobahn A4 aus einem fahrenden Wagen beschossen worden. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdeliktes eingeleitet. Auch Naki geht von einem Mordversuch aus. "Ich hätte sterben können. Und es hat ja nicht viel dazu gefehlt", sagte er der "Welt". Er habe immer gewusst, dass so etwas kommen könne. "Aber dass mir so etwas in Deutschland passiert, damit hätte ich nie gerechnet." Laut des Interviews seien die Schüsse aus einem schwarzen Kombi abgefeuert worden. Eine Kugel traf demnach sein Auto in der Mitte am Fenster, der andere Schuss landete nahe der Reifen.

Quelle: n-tv.de, ara/dpa

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