Fußball

"Ein Mal pro Woche" zu Besuch Uli Hoeneß lässt der FC Bayern keine Ruhe

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Niemals geht man so ganz, oder?

(Foto: imago images/Sven Simon)

Seit November ist er nicht mehr Präsident, aber so ganz weg vom FC Bayern ist Uli Hoeneß noch nicht. "Ein Mal pro Woche" schaut er noch vorbei an der Säbener Straße, wie der 68-Jährige in einem Interview erzählt. Außerdem verrät er, welche zwei Personalien ausschlaggebend für seinen Abschied waren.

Auch wenn er seit dem 14. November nicht mehr Präsident des FC Bayern ist - so ganz loslassen kann Uli Hoeneß den Verein noch nicht, den er über Jahrzehnte geprägt hat. Noch immer zieht es ihn in München an die Säbener Straße. Wie oft? "Im Schnitt würde ich sagen: ein Mal pro Woche." Das verriet der 68-Jährige der "tz" im Interview. Zwar habe er dort keine konkreten Aufgaben mehr und auch "keinen festen Plan", doch in Hoeneß steckt eben noch immer der Macher, mit dem er den Fußball-Rekordmeister seit seinem Amtsantritt als Manager im Mai 1979 maßgeblich geprägt hat. Weshalb dann auch "immer noch ein paar Dinge zu machen" sind, wenn er mal vorbeischaut.

In dem ausführlichen Gespräch berichtet Hoeneß davon, wie sich sein Leben geändert habe, nachdem er sein Amt als FCB-Präsident abgegeben hatte: "Bis Weihnachten war fast alles wie früher, weil viele Termine noch festgelegt waren." Ein klein wenig Abschiedstour gewissermaßen, bevor es dann ab dem Jahreswechsel, genauer gesagt "seit dem 5. Januar, nach meinem Geburtstag", etwas ruhiger geworden sei. Das sollte auch so sein, wie Hoeneß erklärt: "Ich habe versucht, wie immer ohne Plan an diese Dinge heranzugehen." Offenbar erfolgreich: "Und eigentlich ist es genau so gegangen."

Telefonisch immer abrufbereit

Wobei er zwar nun nicht mehr Präsident ist, aber eben als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats noch immer eine Rolle in der FC Bayern München AG innehat. "Ich hätte es ja auch noch locker drei Jahre machen können", sagte Hoeneß, der aber auch verrät, was ihn letztlich vom Abschied überzeugte: "Ich war der Meinung, jetzt habe ich die richtigen Leute gefunden." Die richtigen Leute, damit meinte das neue Vorstandsmitglied Oliver Kahn und seinen Nachfolger als Präsidenten, den ehemaligen Adidas-Chef Herbert Hainer. "Und die wären in drei Jahren beide nicht mehr da gewesen."

Statt in das Tagesgeschäft an der Säbener Straße investiere er nun mehr Zeit ins Lesen und "gehe meiner Frau mehr zur Hand". Dazu komme, dass er seinem Sohn beim Führen der Wurstfabrik helfe, "wenn er eine Frage hat". Was auch für die Manager der Bundesliga-Mannschaften im Fußball und Basketball gelte, so Hoeneß. "Wenn zum Beispiel ein Hasan Salihamidzic oder Marko Pesic mit Fragen anrufen, stehe ich natürlich auch jederzeit zur Verfügung". So ganz loslassen ist dann eben doch nicht so einfach - vor allem für einen Uli Hoeneß.

Quelle: ntv.de, tsi