Freiburg im AchtelfinaleSieg, aber Playoffs: VfB Stuttgart erlebt bitteren EL-Abend

Der VfB Stuttgart muss in der Europa League auf dem Weg ins Achtelfinale erst einmal in die Playoffs. Der Fußball-Bundesligist bricht nach einer 2:0-Führung gegen die Young Boys Bern noch ein - doch der 3:2-Erfolg reicht nicht. Der SC Freiburg spart sich derweil die Extrarunde.
OSC Lille - SC Freiburg 1:0 (0:0)
In Unterzahl und trotz einer Niederlage zieht der SC Freiburg direkt in das Achtelfinale der Europa League ein. Zum Abschluss der Liga-Phase unterlag die Mannschaft von Trainer Julian Schuster mit 0:1 (0:0) beim OSC Lille. Das Ergebnis genügte dem Fußball-Bundesligisten dennoch, um einen Platz unter den besten acht Teams zu behaupten.
In der Schlussphase sah zunächst Maximilian Eggestein die Rote Karte nach einem Foul (74.) und in der zweiten Minute der Nachspielzeit verwandelte Olivier Giroud einen Strafstoß für die Nordfranzosen zum Sieg. Die beste Freiburger Möglichkeit hatte zuvor Junior Adamu nach fast einer Stunde vergeben.
"Ich hätte die Gruppenphase gerne zu null beendet", ärgerte sich Freiburgs Keeper Noah Atubolu nach Spielende bei RTL über den späten Gegentreffer, fügte aber an: "Bei aller Selbstkritik, wir sind auf Platz sieben, wir können komplett stolz auf uns sein." In der Runde der besten 16 wird der Sport-Club es mit dem KRC Genk, dem FC Bologna, Dinamo Zagreb oder Brann Bergen zu tun bekommen.
VfB Stuttgart - Young Boys Bern 3:2 (2:1)
Siegpflicht erfüllt, aber das kleine Fußball-Wunder blieb aus: Trotz eines 3:2 (2:1) dank eines Last-Minute-Tores im Vorrundenfinale der Europa League gegen die Young Boys Bern muss der VfB Stuttgart den Umweg über die Playoffs nehmen. Die erforderliche Schützenhilfe für den theoretisch noch möglichen direkten Achtelfinaleinzug blieb aber aus.
Nach einem furiosen Start führte der DFB-Pokalsieger dank der Tore des Sturmduos Deniz Undav (6. Minute) und Ermedin Demirovic (7.) früh mit 2:0. Doch Armin Gigovic (42.) und Sandro Lauper (57.) schafften für die Schweizer den zwischenzeitlichen Ausgleich. Doch Andres Chema bescherte dem VfB noch den Sieg (90.).
"Wir hatten die Qualifikation von Beginn an nicht in unserer eigenen Hand. Unser Spiel war ab der 35. Minute nicht mehr gut. So was müssen wir schnell abstellen. Irgendwann geht es nicht mehr gut", sagte Undav im Anschluss bei RTL kritisch. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus traut dem VfB international aber trotz des Dämpfers noch einiges zu. "Auch wenn sie nicht unter den Top acht stehen, gehört der VfB für mich zu den Favoriten", sagte er vor der Partie bei RTL
Am Freitag (13 Uhr) werden am UEFA-Hauptsitz in Nyon die Zwischenrunden-Paarungen ausgelost. Gespielt wird mit Hin- und Rückspiel am 19. und 26. Februar. Der VfB kann dabei auf Celtic Glasgow oder Ludogorez Rasgrad treffen.
Die restlichen Spiele
Der deutsche Trainer Thomas Letsch und der frühere DFB-Junior Frans Krätzig haben mit RB Salzburg einen Überraschungssieg in der Europa League verpasst. Österreichs nationaler Spitzenreiter unterlag am letzten Spieltag der Ligaphase nach 2:0-Führung mit 2:3 (1:0) bei Aston Villa - allerdings hätte letztlich auch ein Erfolg in Birmingham nicht mehr zum Sprung unter die besten 24 gereicht. Villa war bereits direkt für das Achtelfinale qualifiziert.
Unter die besten acht Teams und damit direkt in die Runde der letzten 16 schaffte es auch U21-Nationalspieler Bright Arrey-Mbi mit Sporting Braga nach einem 0:0 bei den Go Ahead Eagles. In den Playoffs um den Achtelfinal-Einzug geht es hingegen für Trainer Domenico Tedesco und Fenerbahce Istanbul nach einem 1:1 (1:0) beim FCSB Bukarest weiter. Ganz raus ist Torwart Timon Wellenreuther, der mit Feyenoord Rotterdam 1:2 (0:2) bei Betis Sevilla unterlag.
Für die Glasgow Rangers und ihren deutschen Trainer Danny Röhl gab es mit dem 1:3 (1:0)-Sieg beim früheren Europapokalsieger FC Porto nichts zu holen. Eine Chance auf das Weiterkommen hatten die Rangers allerdings im Gegensatz zum Stadtrivalen Celtic aber nicht mehr - der schaffte durch ein 4:2 (3:0) beim FC Utrecht in die Playoffs.