Fußball

Neues Trainerteam übernimmt VfB Stuttgart trennt sich von Korkut

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Tayfun Korkut: Nach der Niederlage in Hannover zieht der VfB Stuttgart Konsequenzen.

(Foto: imago/Sportfoto Rudel)

Tabellenschlusslicht in der Fußball-Bundesliga und nach sieben Runden nur fünf Punkte auf dem Konto - so kann es beim VfB Stuttgart nicht weitergehen. Der Verein entlässt Trainer Tayfun Korkut. Wer die Mannschaft nun erstmal trainiert, ist schon geregelt.

Der VfB Stuttgart hat früh auf die sportliche Krise reagiert und sich von Trainer Tayfun Korkut getrennt. Diese Entscheidung sei das Ergebnis eines intensiven Austauschs nach der 1:3-Niederlage bei Hannover 96, teilte der Fußball-Bundesligist mit. "Die ausbleibende sportliche Entwicklung im Laufe dieser Saison und die negativen Ergebnisse haben uns dazu bewogen, diesen Schritt zu vollziehen", sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. Auch die Co-Trainer Ilja Aracic und Steven Cherundolo wurden von ihren Aufgaben entbunden.

Die Schwaben stehen nach sieben Spieltagen mit nur fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Bis auf Weiteres sollen Ex-Nationalspieler und U23-Coach Andreas Hinkel, Athletiktrainer Matthias Schiffers, Torwarttrainer Marco Langner und Andreas Schumacher aus dem Nachwuchsleistungszentrum die Mannschaft betreuen.

Es ist der erste Bundesliga-Trainerwechsel der laufenden Spielzeit. Der 44 Jahre alte Korkut hatte die Mannschaft erst Ende Januar von Hannes Wolf übernommen und souverän zum Klassenverbleib geführt. Dank einer Erfolgsserie von acht Spielen in Serie ohne Niederlage hätte der VfB unter Korkuts Regie sogar fast noch die Qualifikation für die Europa League geschafft.

"Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen"

In der neuen Saison aber folgte trotz zahlreicher Verstärkungen die Wende. Erst einen Sieg holten die Stuttgarter unter dem früheren türkischen Nationalspieler in dieser Bundesliga-Saison. Zudem wurde Korkut zuletzt wegen seiner oft biederen Spielweise kritisiert.

Trotzdem hatte Reschke seinem Coach noch unmittelbar nach der Pleite in Hannover das Vertrauen ausgesprochen. Doch nur wenige Stunden später folgte die Wende. "Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Nach dem erfreulichen Verlauf der vergangenen Saison waren wir zuversichtlich, mit Tayfun Korkut als Cheftrainer in der neuen Spielzeit die positive Entwicklung weiterführen zu können", sagte Präsident Wolfgang Dietrich. "Leider ist das nicht gelungen."

Korkut erfährt Rauswurf am Telefon

Vom Sinneswandel seines Chefs erfuhr Tayfun Korkut an diesem Sonntagmorgen am Telefon. "Ich habe ihn heute Morgen angerufen", sagte Reschke und berichtete von einem kurzen Gespräch - was ihm aber unausweichlich schien: "Wir sind Tabellenletzter. Fünf Punkte nach sieben Spielen. Wenn du das fortsetzt, dann steigst du ab."

Diese Erkenntnis wollte Reschke direkt nach der enttäuschenden Vorstellung in Hannover aber nach eigenen Angaben noch nicht mit der Öffentlichkeit teilen. "Es ist definitiv noch genug Substanz in der Mannschaft und im Trainerteam, um einen Neustart zu schaffen", hatte es am Samstagabend geheißen, um Debatten in den Medien über Korkut zu vermeiden. Am Sonntag berichtete Reschke dann davon, dass sich Präsident Dietrich und er schon unmittelbar nach Schlusspfiff auf eine Krisensitzung mit dem Vorstand geeinigt hatten. In Dietrichs Wohnung besprachen sich die Vorstände, auch Kommunikationschef und Geschäftsführer Oliver Schraft war dabei. Am Ende stand die Entscheidung zur Freistellung Korkuts fest.

Nachfolgersuche "wird kein Wettrennen"

Mit der Suche nach Korkuts Nachfolger will sich der Verein aber Zeit lassen. "Wir werden bestrebt sein, eine gute Lösung für den Club zu finden. Das wird kein Wettrennen sein", sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke zu Sky Sport News. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Andreas Hinkel auch beim nächsten Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund noch auf der Bank sitze, ergänzte der Manager. "Wir haben Vertrauen in Andreas Hinkel, dass er nötigerweise auch ein oder zwei Spiele als Interimstrainer machen kann", sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Vom künftigen Chefcoach hat Reschke bereits klare Vorstellungen. "Es geht sicher darum, ein bisschen erfrischender, ein bisschen aggressiver und torgefährlicher zu spielen", sagte der 61-Jährige. Namen von möglichen Nachfolgekandidaten wie den derzeit vereinslosen Ralph Hasenhüttl oder Markus Weinzierl wollte der Manager nicht kommentieren.

Quelle: n-tv.de, hul/sid/dpa

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