Fußball

Kurs auf Europa-League-Platz VfL Wolfsburg fertigt Mainz 05 ab

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Trotz Sondertrikots und verkleideter Fans kam bei den Mainzern keine Fastnachtsstimmung auf.

(Foto: imago images/regios24)

Trotz eines arg ausgedünnten Kaders spielen die Wolfsburger so stark wie selten in dieser Saison. In der Tabelle macht der VfL einen großen Sprung und untermauert europäische Ambitionen. Die Mainzer schaffen es nicht, sich nach zuletzt guten Auftritten weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen.

Der VfL Wolfsburg hat dem FSV Mainz 05 die Karnevalsparty gründlich verdorben und in der Bundesliga zum Überholmanöver angesetzt. Die Niedersachsen gewannen verdient mit 4:0 (2:0) gegen Mainz 05 und verbesserten sich in der Tabelle an Freiburg und Hoffenheim vorbei auf Rang sieben. Damit sind die Wölfe wieder ein ernstzunehmender Kandidat auf einen Europa-League-Platz. Zu ihrem sechsten Platz der Vorsaison fehlen den "Wölfen" jetzt nur noch zwei Punkte. Die Tore vor 21.058 Zuschauern schossen Josip Brekalo (21. Minute), zweimal Renato Steffen (45./68.) und Yannick Gerhardt (49.).

Wolfsburg - Mainz 4:0 (2:0)

Tore: 1:0 Brekalo (21.), 2:0 Steffen (45.), 3:0 Gerhardt (49.), 4:0 Steffen (68.)
Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Knoche, Brooks,  Paulo Otavio - Schlager, Gerhardt - Steffen (71. Joao Victor),  Brekalo (82. Karamoko) - Ginczek (74. Mehmedi), Weghorst. - Trainer: Glasner 
Mainz: Zentner - Pierre-Gabriel, Bruma, Niakhate - Baku,  Barreiro (46. Boetius), Latza, Brosinski (62. Onisiwo) - Öztunali  (67. Mateta), Szalai, Quaison. - Trainer: Beierlorzer 
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach) 
Zuschauer: 21.058

Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner war zwar klar besser, aber zumindest die beiden Treffer der ersten Halbzeit hätten die zeitweise desolaten Gäste verhindern können. Beim Distanzschuss von Brekalo sah Torwart Robin Zentner schlecht aus. Vor dem 2:0 misslangen gleich zwei Klärungsversuche auf groteske Weise. Erst fälschte der nur vom VfL ausgeliehene Jeffrey Bruma den Ball ab, danach störten sich Zentner und Moussa Niakhaté gegenseitig.

In der Konsequenz verpassten es die Mainzer nach zwei guten Auftritten gegen Schalke 04 (0:0) und Hertha BSC (3:1), sich weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen. Wolfsburg dagegen steckte sowohl die Belastungen der aktuellen Europa-League-Runde als auch eine lange Ausfallliste bemerkenswert gut weg. Denn nur drei Tage nach dem 2:1-Erfolg im Zwischenrunden-Hinspiel gegen Malmö FF musste der VfL die gesperrten Maximilian Arnold und Marin Pongracic sowie die verletzten William, Jerome Roussillon und Josuha Guilavogui ersetzen. Der Kader war so ausgedünnt, dass auf der Ersatzbank gleich zwei Torhüter, drei Spieler aus der zweiten Mannschaft sowie der zuletzt im Februar 2016 in der Bundesliga eingesetzte Belgier Ismail Azzaoui saßen.

Ideenlos bei Ballbesitz

Gefährlich wurde es für die "Wölfe" aber nur in den ersten vier Minuten, als die Mainzer gleich sechs Eckbälle in ihren Strafraum schlugen. Danach dominierte fast nur noch Wolfsburg. Anfangs war das noch gar nicht so einfach, weil die Gäste um den eigenen Strafraum herum fünf Abwehrspieler aufboten. Einem Plan schien das Mainzer Spiel aber nur in der eigenen Hälfte zu folgen. Denn sobald sie selbst den Ball hatten, fiel ihnen nicht mehr viel ein.

Einen Tag vor Rosenmontag hatten da auch die eigenen Sondertrikots zur Fastnacht sowie zahlreiche verkleidete 05-Fans im Gästeblock keine inspirierende Wirkung. Die letzten Hoffnungen auf eine Wende zerstörte der in dieser Saison nur selten eingesetzte Gerhardt kurz nach der Pause. Und wie schon vor dem zweiten Tor leistete Daniel Ginczek eine sehenswerte Vorarbeit. Die Wolfsburger konnten sich fortan ein wenig für das Europa-League-Rückspiel am Donnerstag in Schweden schonen, ohne etwas von ihrer Dominanz einzubüßen. Nur einen Pfostenkopfball von Jean-Philippe Mateta (64.) ließen sie noch zu. Für den VfL war es das beste Heimspiel seit dem 2:1 gegen Mönchengladbach im Dezember.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/SID