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Torschütze Josip Brekalo sorgte für Wirbel über die Flügel.
Torschütze Josip Brekalo sorgte für Wirbel über die Flügel.(Foto: imago/regios24)
Donnerstag, 17. Mai 2018

Bundesligist legt vor: VfL Wolfsburg nutzt Kiels Chancenwucher

Fußball-Zweitligist Holstein Kiel präsentiert sich im Relegationshinspiel beim VfL in Wolfsburg spielerisch stark, aber in vielen Momenten nicht entschlossen genug. Kleine Fehler führen zur Niederlage - dafür aber gelingt dem Underdog das wichtige Auswärtstor.

Pflicht erfüllt, Rettung in Sicht: Der VfL Wolfsburg hat den Überfliegern von Holstein Kiel im Relegations-Hinspiel die Flügel gestutzt und darf am Ende einer Katastrophen-Saison auf den Klassenerhalt im Nachsitzen hoffen. Das Team von Trainer Bruno Labbadia besiegte den Zweitligadritten im Duell der Gegensätze mit 3:1 (2:1) und hat am Montag alle Trümpfe in der Hand, den ersten Abstieg nach 21 Jahren in der deutschen Eliteklasse noch abzuwenden. Kiel vergab in der Schlussphase beste Möglichkeiten, der Durchmarsch rückt damit in weite Ferne.

Jubel bei den Wölfen. Origi lieferte ein Tor und eine Vorlage beim 3:1-Erfolg.
Jubel bei den Wölfen. Origi lieferte ein Tor und eine Vorlage beim 3:1-Erfolg.(Foto: imago/regios24)

Für die spielfreudigen Wölfe, die schon im vergangenen Jahr erst in der Sonderschicht die Klasse gehalten hatten, trafen Divock Origi (13.), Josip Brekalo (40.) und Yunus Malli (56.). Kingsley Schindler hatte für die keinesfalls chancenlosen Kieler den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (34.). Für den Außenseiter, der vor einem Jahr noch in der 3. Liga spielte, geht es um den ersten Bundesliga-Aufstieg überhaupt.

Von den "Ballermännern" der zweiten Liga (71 Saisontore) war allerdings in den ersten 45 Minuten jedoch kaum etwas zu sehen. Wolfsburg startete mit viel Energie und bestimmte von Beginn an Spieltempo und -rhythmus. Weil Kiel zu tief verteidigte und das Mittelfeld nahezu komplett preisgab, kamen die Hausherren angetrieben vom starken Malli immer wieder gefährlich ins letzte Drittel - und gingen folgerichtig in Führung.

Ballermänner pausieren in erster Hälfte

Auch danach dominierten die Wolfsburger, deren Personaletat mit etwa 60 Millionen Euro rund zehnmal so hoch ist wie beim Underdog von der Förde. Doch anstatt nachzulegen, traf das bis dahin mit dem VfL-Tempo überforderte Kiel fast aus dem Nichts. Nach einem fein vorgetragenen Angriff ließ Dominick Drexler an der Torauslinie zwei Gegenspieler stehen und legte zurück auf Schindler, der den Fuß nur noch hinzuhalten brauchte. Es folgten die Minuten des jungen Brekalo. Erst traf der 19-Jährige nach einem kapitalen Abwehrschnitzer der Störche volley zur erneuten Führung. Dann umkurvte er drei Gegenspieler, bevor er mit seinem Linksschuss am stark reagierenden Holstein-Keeper Kenneth Kronholm hängen blieb.

Genauso munter ging es nach der Pause weiter. Zunächst hatten die Gastgeber Glück, als Drexler freistehend aus elf Meter direkt in die Arme von VfL-Torhüter Koen Casteels schoss. Kurze Zeit später zeigte Liverpool-Leihgabe Origi sein ganzes Können und bediente nach einem starken Solo Malli, der Kronholm stehen ließ und zum 3:1 traf. Die große Chance zum Anschlusstor verpasste Holsteins Alexander Mühling (71.).

In den insgesamt 19 Relegationsduellen zu Bundesliga seit 1982 setzte sich lediglich fünfmal der klassentiefere Klub durch. Als bislang letzter Zweitligist schaffte Fortuna Düsseldorf über die Play-off-Spiele gegen die Berliner Hertha BSC den Sprung nach oben. Das war 2012.

Quelle: n-tv.de