Fußball

Stuttgart desolat, Heldt flippt aus Was wird aus Babbel?

Die Stimmung beim VfB Stuttgart ist nicht gut. Das ist nach einer 0:4-Niederlage in Leverkusen und Tabellenplatz 17 in der Fußball-Bundesliga nicht allzu verwunderlich. Wenn allerdings Manager Horst Heldt vor laufender Kamera die Fassung verliert, stellt sich unausweichlich die Frage: Was wird aus Trainer Markus Babbel?

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Schlechte Stimmung: Markus Babbel.

(Foto: AP)

Zumindest hat er auch heute das Training der Stuttgarter geleitet. Danach hat Markus Babbel das gesagt, was ein Angestellter in seiner Situation eben so sagt: "Ich gehe davon aus, dass ich ganz normal meine Arbeit mache und die Mannschaft auf das Spiel gegen Bochum vorbereite." Um das zu tun, bleibt er in dieser Woche in Stuttgart und fährt nicht zum Trainerlehrgang nach Köln.

Das ist an sich keine schlechte Idee. Nur was sagen seine Chefs dazu? Sie sagen erst einmal – nichts. Man kann das als Schonfrist interpretieren. Als mehr aber auch nicht. Denn wenn die Verantwortlichen nichts sagen, sprechen andere – und spekulieren. Die "Stuttgarter Zeitung" meldete bereits den Schweizer Christian Gross als wahrscheinlichen Nachfolger Babbels.

"Das ist eine Vollkatastrophe"

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Schlechtere Stimmung: Horst Heldt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dafür hatte sich Stuttgarts Manager Horst Heldt am Sonntag um so heftiger zu Wort gemeldet. Schon zur Halbzeit beim Spiel in Leverkusen hatte er den Kaffee auf. Die Gastgeber führten mit 2:0, hatten einen desolaten VfB regelrecht demontiert – und Horst Heldt, sonst ein umgänglicher Typ, konnte es nicht fassen. "Wir sind dämlich und spielen großen Mist", wetterte er in die Mikrophone des Bezahlsenders Sky. "Wir stehen auf Platz 17 der Bundesliga und spielen Hacke, Spitze, eins, zwei drei. Das ist eine Vollkatastrophe. Was hier einige zeigen, geht überhaupt nicht." Und hatte abschließend noch einen Tipp für Trainer Markus Babbel parat: "Am besten sollte er alle elf auswechseln."

Der Mann hat Recht. Zumindest ist seine Enttäuschung nachvollziehbar. Hatten doch alle nach dem Europaligasieg in Glasgow gehofft, dass es endlich wieder aufwärts geht. Ging es aber nicht. Auch wenn den Stuttgartern der mildernde Umstand zuzubilligen ist, dass die Leverkusener, Tabellenführer und in dieser Saison ungeschlagen, ein so grandioses Fußballspiel boten, dass die Vermutung zulässig ist, auch andere, bessere Mannschaften als der VfB hätten an diesem Nachmittag hier verloren. Doch für mehr als zu zwei, drei guten Aktionen zu Beginn der Partie reichte es für die Stuttgarter nicht.

"Wir haben die Schnauze voll!"

Angetrieben von einem überragenden Toni Kroos und dem dreifachen Torschützen Stefan Kießling spielten die Leverkusener wahrhaft meisterlich auf. Was Trainer Jupp Heynckes zu einem für ihn beinahe überschwänglichen Lob veranlasste: ""Wir haben über weite Strecken erstklassigen Fußball gespielt." Die Zuschauer dankten es ihm und seiner Mannschaft mit stehenden Ovationen. Die Stuttgarter Fans hingegen kommentierten die Hilflosigkeit ihrer Mannschaft mit einem herzhaften "Wir haben die Schnauze voll!". So gesehen waren sich zumindest Manager und Anhänger einig.

Nun kommt am Samstag mit dem VfL Bochum eine der 16 Mannschaften nach Stuttgart, die in der Tabelle vor dem VfB stehen. Nämlich auf Platz 16. Kellerderby nennen Sportjournalisten das gerne. Und tatsächlich stellt sich die Frage: Gegen wen, wenn nicht gegen die Bochumer, sollen die Stuttgarter noch gewinnen? Markus Babbel sagt das, was ein Trainer in seiner Situation seinen Spielern sagen muss: "Sie müssen den Ernst der Lage erkennen, dass wir im Abstiegskampf sind." Auch der Mann hat Recht. Nur: Was sagen seine Chefs, wenn Stuttgart auch dieses Spiel nicht gewinnt?

Quelle: ntv.de