Fußball

"Wird es nie wieder vergessen" Weisers Unkenntnis kostet Werder ein Traumtor

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Zu dicht dran: Weiser wird zurückgepfiffen.

(Foto: imago images/MIS)

Bei Werder Bremen läuft bei diesem 109. Nordderby gegen den Hamburger SV nicht viel zusammen. In der ersten Halbzeit fliegt erst Kapitän Christian Groß völlig unnötig vom Platz, dann ist Mitchell Weiser Schuld daran, dass ein Traumtor nicht zählt. Weil er eine Spielregel nicht kennt.

"Es war einfach ein Tag, an dem extrem viel gegen uns gelaufen ist." Markus Anfang war nach dem Nordderby mächtig bedient. Der SV Werder Bremen hat das erste Aufeinandertreffen mit dem Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga mit 0:2 verloren. Und das zu Hause im Bremer Weserstadion.

Doch Anfang muss dafür zuallererst seine eigenen Spieler in die Verantwortung nehmen. Etwa Kapitän Christian Groß. Nach fünf Minuten hatte sich der 32-Jährige bereits eine Gelbe Karte nach einer zu späten Grätsche gegen Robert Glatzel eingehandelt. Statt dann besonnener ans Werk zu gehen, flog er in der 32. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Nach einer ziemlich überflüssigen Aktion gegen Daniel Heuer Fernandes. Der HSV-Torwart hatte den Ball lange am Fuß, Groß setzte zu einer Grätsche an - und holte Heuer Fernandes von den Beinen. Ein unnötiger Platzverweis, mit dem der Kapitän sein Team erheblich schwächte.

Doch die erste Halbzeit hielt noch weit mehr an Rückschlägen für die Bremer parat. Da wäre zum Beispiel Neuzugang Mitchell Weiser. Er hatte in Leverkusen nur einen Platz auf der Bank, wechselte auf Leihbasis zum Absteiger. Tore soll er eigentlich schießen, in der 42. Minute aber verhinderte er eines. Ein wunderschönes noch dazu. Marvin Ducksch hatte per Freistoß getroffen, überragend über die Mauer gezirkelt. Ducksch ließ sich entsprechend von den Fans und Mitspielern feiern.

Doch zu früh, Schiedsrichter Sascha Stegemann pfiff es völlig regelkonform zurück. Denn Weiser hatte sich in die HSV-Mauer geschlichen, was laut Regelwerk schon seit zwei Jahren nicht mehr erlaubt ist. Unsere Experten von "Collinas Erben" erklärten bei Twitter: "Beim Freistoß müssen die Angreifer einen Meter Abstand zur Mauer halten. Bei der Freigabe war das auch noch der Fall, bei der Ausführung dann aber nicht mehr. Also war es korrekt, das Tor abzuerkennen. "

"Das tut weh"

"Ich kannte die Regel einfach nicht." Der 27-Jährige sagte nach dem Spiel bei Sky: "Es tut mir leid. Für Marvin und die Mannschaft. Das wäre ein Riesen-Tor gewesen für uns. Es ist traurig. Das tut weh." Jedes Jahr werden obligatorische Regel-Schulungen durchgeführt - da war Weiser noch nicht in Bremen. Doch auch in seiner Zeit in Leverkusen galt sie bereits, doch da spielte Weiser nicht viel. Anfang sagte: "Er wird die Regel nie mehr vergessen. Es waren noch acht Feldspieler auf dem Platz. Sie hätten ihm alle sagen können, geh' da nicht hin."

Weisers Aktion ging zulasten des Teams und Ducksch', für den es bereits der zweite Tiefschlag in der Halbzeit war. Fünf Minuten zuvor war ihm ein Strafstoß nach einem Foul von HSV-Abwehrchef Sebastian Schonlau verwehrt geblieben. Im Laufduell waren beide zu Fall gekommen, es hatte einen Kontakt am Knie gegeben. "Ich weiß nicht, was heutzutage noch für einen hundertprozentigen Elfmeter passieren muss", ärgerte sich Ducksch. Auch "Collinas Erben" plädierten anschließend "eher" für Strafstoß - eine knifflige Szene. HSV-Coach Tim Walter hatte eine andere Sicht. "Das reicht mir nicht für einen Strafstoß", sagte er.

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Da Moritz Heyer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit dann zum 2:0 für den HSV traf, lief Bremen in der kompletten zweiten Hälfte hinterher. Einer Hälfte, in der sie zahlreiche Großchancen vergaben. Joker Niklas Füllkrug vergab zwei Torschüsse, doch der Dauerdruck hielt an, und Heuer Fernandes diesem Stand. Er parierte noch mehrfach gegen Füllkrug und auch gegen Milos Veljkovic, der in der 95. Minute die letzte und vielleicht größte Chance vergab. So konstatierte Trainer Anfang nach der Niederlage immerhin: "Der Charakter der Mannschaft hat heute gestimmt." Und gelernt hat sie ganz sicher auch etwas.

Zumal es zwischenzeitlich weiteren regeltechnischen Klärungsbedarf gab: Roger Assalé sollte eingewechselt werden, musste dann zurück zur Bank. Niklas Schmidt hatte den Platz bereits verlassen, musste noch einmal zurück aufs Feld. Der Grund: Eine schwarze Radler-Hose unter der weißen Hose von Assalé. Dies sei so grundsätzlich nicht erlaubt. Bremen erklärte jedoch, dass es sich dabei um eine medizinische Maßnahme gehandelt habe, die im Vorfeld zudem beim Schiedsrichter angemeldet gewesen sein soll.

Quelle: ntv.de, ara

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