Werkself-Sorgen um Maza"Keiner zufrieden": Leverkusen nullnummert sich ins CL-Achtelfinale

Bayer Leverkusen steht im Achtelfinale der Champions League. Das Rückspiel gegen Olympiakos Piräus bietet lange nichts Sehenswertes - und endet mit 0:0. Der Werkself reicht das nach dem Hinspiel-Erfolg. In der nächsten Runde braucht es mehr: Dann wartet entweder der FC Bayern oder der FC Arsenal.
Bayer Leverkusen hat sein Polster mit Mühe ins Ziel gerettet und glanzlos das Achtelfinale der Champions League erreicht. Eine Woche nach dem 2:0-Erfolg sicherte sich die wankelmütige Werkself durch das 0:0 im Rückspiel gegen Olympiakos Piräus zwei weitere Highlight-Partien in der Königsklasse. Allerdings droht nun eine "bayerische Woche".
Der deutsche Vizemeister blieb im zweiten Duell mit Piräus lange zu harmlos und leistete sich einige Wackler. Weil die engagierten Gäste aber nur selten zu Abschlüssen kamen, geriet das Weiterkommen nicht in Gefahr. Wie schon im Vorjahr steht Bayer in Europa unter den besten 16, ausgelost wird am Freitag in Nyon.
"Das war heute so eine Art Schaulaufen. Zum Glück hat der Gegner es nicht bestraft", monierte Kapitän Robert Andrich bei Amazon Prime. Das Weiterkommen sei das einzig Positive, meinte er und forderte unter anderem "wesentlich mehr Galligkeit". Nicht anders bewertete Mitspieler Jonas Hofmann den Auftritt der Leverkusener. "Das war leider kein Zuckerschlecken von uns", sagte er und kündigte "vielleicht ein Frustbier" an: "Heute ist keiner da, der zufrieden sein kann."
Erwartet Leverkusen nun ein Bayern-Viererpack? Im Achtelfinale (10./11. und 17./18. März) trifft die Werkself auf die Münchner oder den FC Arsenal. Damit "drohen" Bayer gleich drei Partien gegen den deutschen Rekordmeister im März binnen einer Woche. Zum Ligaduell kommt das Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern im April.
Wenig "proaktiv", dafür behäbig
Von all dem wollte Kasper Hjulmand im Vorfeld nichts wissen. Der Bayer-Trainer schärfte die Sinne seiner Profis: Als "gutes", aber zugleich "gefährliches" Ergebnis bezeichnete er den Erfolg aus dem Hinspiel. Im Schongang, das verdeutlichten seine Aussagen, werde es nicht reichen. "Wir müssen unsere beste Leistung zeigen", betonte der Däne.
"Proaktiven Fußball", wie ihn Hjulmand gefordert hatte, lieferte Bayer zu Beginn. Im Mittelpunkt stand einmal mehr Patrik Schick, der im Hinspiel beide Treffer erzielt hatte. Der Kopfball des Topstürmers verfehlte das Tor jedoch knapp (4.), Schicks Lupfer geriet zu kurz (6.). Der Schwung verpuffte ein wenig, als sich Leverkusen durch einige Ungenauigkeiten in der Defensive selbst in Bedrängnis brachte. Die Rheinländer durften froh sein, dass der lautstark unterstützte griechische Rekordmeister dies nicht bestrafte.
Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto deutlicher erinnerte Leverkusens Auftritt an die unerwartete Ligapleite bei Union Berlin (0:1) am vergangenen Wochenende. Dabei vertraute Hjulmand nach der Rotation in Köpenick fast genau jener Startelf, die in der Vorwoche bei Olympiakos überzeugt hatte. Zu allem Überfluss musste nach dem Seitenwechsel Ibrahim Maza angeschlagen vom Feld. Der eingewechselte Ernest Poku setzte allerdings Alejandro Grimaldo in Szene, der Spanier traf bei einem der wenigen Bayer-Abschlüsse die Latte (62.).
Die Passivität der Leverkusener verlieh den Gästen, die sich in der Ligaphase zu Hause mit 2:0 gegen Hjulmands Team durchgesetzt hatten, spürbar Auftrieb. Bayer hatte in der Schlussphase teilweise Schwerstarbeit in der Defensive zu verrichten.