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Timo Werners Qualifikationsstatus: Es ist kompliziert.
Timo Werners Qualifikationsstatus: Es ist kompliziert.(Foto: imago/Andreas Gora)
Freitag, 12. Oktober 2018

"Modus nicht so ganz einfach": Werner versteht die Nations League nicht

Viele Wege führen zur EM 2020 - die Nations League ist einer davon. So richtig bewusst ist das Spielern der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wie Timo Werner scheinbar nicht. Dabei hält der neue Wettbewerb eine mögliche Hintertür offen.

In der Nations League geht es um Punkte und Prestige - aber worum noch? Der neue Uefa-Wettbewerb sorgt bei Fußballfans und Spielern für Verwirrung. Auch dem deutschen Nationalkicker Timo Werner ist der Turnierablauf nicht ganz klar, wie er in einem Interview mit Sport1 gesteht. "Ich weiß, dass der Gewinner unserer Gruppe am Ende in ein Final Four kommt und es dann ein Finale gäbe. Der Modus ist auf den ersten Blick nicht ganz so einfach."

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Werner ist sich immerhin auch darüber bewusst, dass das DFB-Team in der Dreiergruppe absteigen kann. "Aber selbst, wenn wir absteigen würden, ändert sich ja nichts, wenn wir die EM-Qualifikation bestehen", erklärte Werner und räumte noch ein, dass in dem Fall "der Aufschrei wieder groß" wäre. Das neue Format zwingt Nationalspieler zudem in ein Terminkorsett. Die deutsche Nationalmannschaft muss die EM-Qualifikation, die am 2. Dezember ausgelost wird, wegen der Nations League in neun Monaten von März bis November 2019 durchziehen. Das sei schon ein "straffes Programm", bekundete Werner. "Wichtig ist, dass wir durch die Quali durchmarschieren."

Nations League als EM-Strohhalm der Kleinen

In der EM-Qualifikation werden in zehn Gruppen 20 der 24 Teilnehmer an der europaweiten Endrunde 2020 bestimmt. Vier Nationen haben die Chance, sich über die Nations League zu qualifizieren. Die Gruppensieger in den Töpfen A bis D - jeweils vier - spielen im März 2020 ein Ticket in Halbfinale und Finale aus. Von diesem Playoff-System profitieren vor allem die vermeintlich kleinen Fußballnationen. So haben Länder wie Georgien, Luxemburg oder der Kosovo eine Riesenchance, an der EM teilzunehmen, da in der noch auszulosenden Qualifikation deutlich stärkere Gegner aufwarten.

Teams wie Deutschland oder Frankreich zählen in ihren Gruppen ohnehin zu den Favoriten - egal wie die Gruppenzuteilung im Dezember ausfällt. Für diese Nationen wäre der Weg über die Nations-League-Playoffs erst nach einer gescheiterten EM-Qualifikation interessant und quasi eine Hintertür, doch noch an der Endrunde teilnehmen zu können. Daher werden die Playoffs der Nations League auch erst nach der EM-Quali gelost und gegebenenfalls mit den Zweitplatzierten aufgefüllt. Die Komplexität des Wettbewerbs nicht auf Anhieb zu verstehen, kann man Timo Werner sicher nicht vorwerfen. Für Nationalspieler sollte die Nations League aber nicht nur aus Prestige und "coolen" Gegnern bestehen.

Quelle: n-tv.de