Fußball

Neue Details im englischen Fußballskandal Wettpate will WM-Spiele manipuliert haben

Nach der Verhaftung von sechs Verdächtigen in England geraten immer neue Ermittlungsergebnisse rund um den Fußball-Wettskandal an die Öffentlichkeit. Noch ist unklar, welchen Einfluss die Wettbetrüger genau hatten. Sie selbst behaupten aber: sehr weitreichenden.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Fußball-Wettskandal in England könnte doch weitere Kreise ziehen als bislang bekannt. Einem Bericht des "Daily Telegraph" zufolge habe einer der festgenommenen Verdächtigen gegenüber einem verdeckten Ermittler behauptet, auch WM-Spiele manipuliert zu haben. In den aufgezeichneten Gesprächen hatte der Wettpate damit geprahlt, dass er "überall auf der Welt" Spiele manipulieren könne: "Ich mache es in Australien, Schottland, Irland, in Europa. Bei der Weltmeisterschaft. Bei WM-Qualifikationsspielen."

Auf Nachfrage bestätigte er, "mindestens 15 Spiele" bei Weltmeisterschaften "gekauft" zu haben. Zudem habe er eine komplette afrikanische Nationalmannschaft kontrolliert. In Deutschland seien die Profis allerdings wegen des hohen Gehaltsniveaus nicht empfänglich für Manipulationsversuche, hieß es in dem Bericht.

Sechs Verdächtige verhaftet

Dort wurden auch die versteckten Signale angeheuerter Spieler detailliert beschrieben. Demnach soll der festgenommene Mittelsmann des Wettsyndikats aus Singapur in einem verdeckt aufgenommenen Video eines fingierten Verhandlungsgespräches schildern, dass Gelbe Karten für einen bestimmten Spieler innerhalb der ersten zehn Spielminuten ein Zeichen an die Mafia für den Verlauf der jeweiligen Begegnung in den vorher abgesprochenen Bahnen bedeuten. Der jeweilige Spieler soll für seine Botschaft umgerechnet 6000 Euro erhalten.

Die National Crime Agency (NCA) hatte am Dienstag und Mittwoch sechs Verdächtige im Zuge von Ermittlungen gegen ein internationales Wettsyndikat verhaftet. Bei der Aufdeckung des Skandals hat der englische Fußball-Verband (FA) nach eigenen Angaben eng mit den Behörden kooperiert. Weitere Angaben zu dem Fall machte der Verband wegen der laufenden Untersuchungen nicht. Nach einer Mitteilung der Premier League und der Football League ist keine Partie der obersten vier Spielklassen von der Manipulationsaffäre betroffen.

Drei Spieler in Haft

Die NCA, die erst im laufenden Jahr zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität gegründet worden ist, nahm bei ihrer zweitägigen Intervention auch den früheren Premier-League-Profi Delron Facey fest. Außer dem heutigen Spieler-Berater, der in der Saison 2003/04 für die Bolton Wanderers in Englands höchster Klasse spielte, verdächtigt die NCA drei weitere Spieler aus unteren Ligen.

Der verhaftete Wettpate aus Singapur soll die Kosten für die Manipulation eines Fußball-Spiels den Ermittlern zufolge mit gut 60.000 Euro beziffert haben. In England allerdings seien "die Kosten sehr hoch, normalerweise bekommen die Spieler fast 84.000 Euro". In den mitgeschnittenen Verhandlungen über die illegale Beeinflussung von Spielen auf der Insel noch vor Weihnachten stellte der Asiate dem finanziellen Aufwand für die Manipulationen auf dem Feld allerdings Gewinne von mehreren hunderttausend Euro gegenüber.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa/sid

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