"Wo ist Stieler, der Blödmann?"Bayer-Boss Fernando Carro wütet gegen Schiedsrichter

Nach dem Remis gegen Mainz und einer enttäuschenden Leistung gibt es in der Leverkusener Kabine eine deutliche Ansage vom Boss. Doch nicht nur die eigene Mannschaft ist Grund für den Ärger des 61-Jährigen, der nach dem Spiel durch die Katakomben poltert.
Fernando Carro, der Boss von Bayer Leverkusen, hat sich nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0) der Werkself gegen den 1. FSV Mainz 05 mit einem bemerkenswerten Rundumschlag Luft verschafft. Der 61-jährige CEO des Bundesliga-Meisters von 2024 war nicht nur mit seiner Mannschaft, sondern in besonderem Maße auch mit Schiedsrichter Tobias Stieler unzufrieden.
Erst ereiferte er sich in der Bayer-Kabine und stürmte dann in den Katakomben der Bay-Arena mit den Worten "wo ist der Stieler, der Blödmann" in den Umkleideraum des Unparteiischen, berichteten Medien aus dem Stadion. Carro verlangte vom Schiedsrichter Aufklärung über eine womöglich mitentscheidende Szene in der 67. Minute.
Unmittelbar vor dem 0:1 durch den Mainzer Stürmer Sheraldo Becker war es auf der anderen Seite des Spielfelds zu einem Gerangel im Strafraum der Gäste gekommen. Dominik Kohr hatte dabei den Bayer-Stürmer Patrik Schick mit einer liebevollen Umarmung zu Fall gebracht, doch ein Pfiff und somit ein Elfmeter für Leverkusen war ausgeblieben.
Was Carro dem Schiedsrichter sagte
"Schick versucht, sich in den Raum zu bewegen, um an den Ball zu kommen. Der andere stoppt ihn und schmeißt ihn zu Boden. Für mich ein klarer Elfer", schimpfte Carro später in der Mixed Zone, und nahm Stieler dabei in Schutz. Der habe die Situation überhaupt nicht so gut sehen können.
"Ich habe gesagt, dass es für mich ein Elfer war. Du kannst das nicht sehen wahrscheinlich, aber der Video-Assistent hätte eigentlich pfeifen müssen", berichtete Carro von seinem Gespräch mit Stieler. Der hatte dem Bayer-Boss seine Sicht der Dinge geschildert und von einem beidseitigen Ringen gesprochen.
Leverkusen verliert ganz langsam den Anschluss
Wie sehr Leverkusen nach dem Punktverlust mitgenommen war, zeigte sich auch bei Trainer Kasper Hjulmand. "Es ist keine Entschuldigung für unsere Leistung, und ich habe nie eine Entscheidung von einem Schiedsrichter kritisiert. Aber diesmal muss ich sagen: Es ist für mich unfassbar", sagte er bei Sky. "Es ist unglaublich. Er schaut nicht auf den Ball. Ich glaube, jeder kann das sehen. Wenn das kein Elfmeter ist, dann muss mir jemand die Regeln erklären."
Am Ende jedoch stand das 1:1 gegen Mainz und damit ein weiterer Rückschlag im Kampf um den Wiedereinzug in die Champions League in der kommenden Saison. Bei noch einem ausstehenden Nachholspiel beim HSV liegt Leverkusen momentan auf Rang sechs der Tabelle. Am heutigen Sonntag könnten Leipzig auf Rang fünf auf vier Punkte und Stuttgart auf Rang vier auf sechs Punkte davonziehen.
"Ich habe keine Entschuldigung. Wir müssen Lösungen finden und besser spielen", sagte Hjulmand und auch Carro nahm die Mannschaft in die Pflicht. "Ich habe den Spielern auf Spanisch gesagt: 'Ihr müsst aufwachen'", sagte er. "Ich glaube, dass wir keine gute Leistung gezeigt haben, besonders in der ersten Hälfte. Am Ende haben wir es ja versucht, aber man kann ja nicht 50 oder 80 Minuten so spielen, meiner Meinung nach." Der Auftritt sei viel zu wenig gewesen: "Wenn ich in der Kabine wäre, würde ich ausflippen", sagte er.