Fußball-WM 2018

Proteste gegen WM in Brasilien Indianer beschießen Polizisten mit Pfeilen

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Mit Pfeil und Bogen versuchten die Indianer, Straßensperren der Polizei zu durchbrechen.

(Foto: REUTERS)

Traditionell geschmückt ziehen indianische Ureinwohner an der Seite einer Obdachlosen-Bewegung vor das Nationalstadion von Brasília - und versuchen, Straßensperren der Polizei mit Pfeil und Bogen zu durchbrechen. Die Tumulte enden blutig.

Eine Anti-WM-Demonstration in der brasilianischen Hauptstadt Brasília endete einmal mehr in Tumulten und sorgte für den Abbruch der Ausstellung des WM-Pokals. Polizeieinheiten stoppten den Protestzug kurz vor Erreichen des Nationalstadions mit Tränengas und Knallbomben. Gruppen einer Obdachlosen-Bewegung sowie mit Pfeil und Bogen ausgestattete indianischer Ureinwohner hatten sich dem Kundgebungsmarsch angeschlossen. Einige von ihnen schossen mit Pfeil und Bogen in Richtung der Polizisten, um eine Straßensperre aufzubrechen und verletzten dabei einen berittenen Polizisten am Bein. Dieser musste operiert werden.

Der Schütze, obwohl von der Polizei erkannt, wurde nicht festgenommen. Die Gründe dafür sind unbekannt. Insgesamt gab es zwei Verhaftungen, einer der Betroffenen hatte Steine gegen einen Bus geworfen. Die Demonstranten sperrten zwischenzeitlich die zentrale Ost-West-Achse Eixo Monumental und sorgten für ein Verkehrschaos im Feierabendverkehr.

Den geschätzt 2000 Demonstranten standen rund 700 Polizisten am Stadion und weiteren 200 entlang der Hauptverkehrsachse Eixo Monumental gegenüber. Die Indianer, die bereits am Vormittag gegen die Landabgrenzung vor dem Kongressgebäude demonstriert hatten, versuchten, mit abgeschossenen Pfeilen die Polizeipferde zu erschrecken und den Absperrring damit aufzulösen.

In einem Bereich vor dem Stadion Mané Garrincha war tagsüber der WM-Pokal auf seiner Tour durch brasilianische Städte für die Fußballfans ausgestellt worden. Die eigentlich bis 21.00 Uhr Ortszeit angesetzte Veranstaltung, bei der WM-Botschafter Bebeto als Weltmeister von 1994 der Star war, wurde sofort nach Ausbruch der Unruhen gegen 17.00 Uhr abgebrochen.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP

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