Kontroverse nach wüster PöbeleiCurling-Team "100 Prozent sicher": Mussten für Ärger der Männer büßen
Das Curling-Duell zwischen Kanadas Männern und Schweden wird von einer wüsten Pöbelei überschattet. Für die Männer bleibt es folgenlos, stattdessen müssen später die Frauen büßen. Davon sind sie jedenfalls überzeugt.
Am Freitag kommt es in der olympischen Curling-Arena von Cortina d'Ampezzo zu einer wilden Kontroverse: Schwedens Curler bezichtigen ihre kanadischen Gegner des wiederholten Betrugs, die keulen mit wüsten Beschimpfungen ("Fuck you! Fuck off!") zurück. Am Ende besiegt Kanada die Goldmedaillengewinner von 2022 knapp (8:6), doch der Skandal auf offenem Eis hallt nach. Die kanadischen Frauen, die einen Tag nach dem aufsehenerregenden Zwischenfall bei ihren Teamkollegen spielen, sind sich sicher: Sie müssen für den Ärger der Männer büßen.
Das Duell mit der Schweiz endet in einem Krimi: Die Kanadierinnen führten lange hoch, ehe die Schweiz im siebten End ganze vier Steine legen konnte - und das Spiel so ins Extraend schickte. Dort hatte die Schweiz die besseren Nerven und gewann das dramatische Match schließlich mit 8:7. Gesprochen wurde danach aber über eine Szene aus dem ersten End, die im Lichte der gestrigen Ereignisse eine gewisse Brisanz in sich trägt. Nach einem Versuch der kanadischen Skip Rachel Horman schritten plötzlich die Schiedsrichter ein - und entfernten ihren Stein. Der Grund: Eine Doppelberührung, wie sie den kanadischen Männern so vehement (und ungestraft) vorgeworfen worden war.
"Ohne Zweifel"
Horman wies den Regelverstoß anschließend vehement von sich: "Ich verstehe die Entscheidung nicht. Ich werde sie nie verstehen. Ich habe sie nie verstanden", sagte die wütende dreifache Weltmeisterin. "Ich habe keine Ahnung, was der Schiedsrichter gesehen hat. Schauen Sie sich das Video 1000 Mal an, Sie werden nichts sehen."
Ob sie der Meinung sei, dass sie ungerechtfertigt für den Ärger bei den Männern bestraft worden sei? "100 Prozent. Ohne Zweifel." Kanada holte zwar in diesem End einen Stein und erarbeitete sich in der Folge einen komfortablen Vorsprung, am Ende reichte es aber für den amtierenden Weltmeister nicht zum Sieg.
Zuvor hatte sich Kanadas Marc Kennedy, der am Vorabend seinen Gegner wüst beschimpft hatte, teilweise für den Vorfall entschuldigt. "Ich bereue es nicht, mich und meine Teamkollegen gegen die Anschuldigungen verteidigt zu haben (Anmerkung der Redaktion). Aber ich bedauere die Wortwahl", sagte Kennedy nach der Niederlage ebenfalls gegen die Schweiz. Videomaterial legt nahe, dass die Vorwürfe des schwedischen Teams berechtigt waren.
