Olympia

Pressestimmen zum Olympia-Ende "Die Olympischen Spiele sind kaputt"

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Genevieve Gregson aus Australien stolperte beim Finale des 3000 Meter Hindernislaufs.

(Foto: REUTERS)

Die Welt reagiert mit gemischten Gefühlen auf das Ende der Spiele in Tokio. Während einige Medien die Athletinnen und Athleten loben und Olympia gar als Retter des Sports einordnen, gehen andere hart mit den Spielen und den "undemokratischen Prinzipien" des IOC ins Gericht.

Japan

Mainichi Shimbun: "Es waren nicht die Olympischen Spiele, die sich Japan vorgestellt hatte, aber ein Versprechen wurde gehalten: Die "omotenashi"-Gastfreundschaft, angekündigt vor acht Jahren bei der Bestätigung der erfolgreichen Bewerbung Tokios, wurde gewährt. Niek Kimmann, der Goldmedaillengewinner im BMX-Rennen der Männer, schrieb auf seinem Twitter-Account auf Japanisch: 'Ich war gerührt von Japans freundlicher Rücksichtnahme.'"

Asahi Shimbun: "Wir müssen uns den Problemen stellen, die durch die erzwungene Ausrichtung der Olympischen Spiele entstanden sind, und grundlegende Änderungen an dem System vornehmen, das außer Kontrolle geraten ist. Es wird ein schwieriger Weg sein, aber das Erreichen dieses Ziels wird das wahre Vermächtnis der Spiele von Tokio sein."

Frankreich

L'Équipe: "Tokio 2020 hat die Wette trotz Pandemie gewonnen. Trotz des gesundheitlichen Kontexts und der ganzen Restriktionen hat Tokio erfolgreiche Spiele veranstaltet, durch die Organisation und hervorragende sportliche Leistungen."

Le Figaro: "Die Spiele wurden von Fragen begleitet, von Zweifeln an der Qualität der Show, an der Zweckmäßigkeit, sie um jeden Preis aufrechtzuerhalten. An großartigen Schauplätzen, unter allen Umständen begleitet von der Höflichkeit und Geduld der Japaner, boten sie ein wertvolles Spektakel. Tokio und die Spiele haben sich im Laufe der Zeit miteinander arrangiert und lebten zusammen."

Großbritannien

The Guardian: "Und wie war es für Sie? Ob man sie nun liebt oder hasst, man muss zugeben, dass diese Olympischen Spiele ein verrücktes Unterfangen waren. Mit 206 teilnehmenden Mannschaften waren sie größer und vielfältiger als die Vereinten Nationen, und mit den geschätzten Kosten von mindestens 12 Milliarden Pfund - 111 Prozent über dem Budget - hätten die Japaner 300 neue Krankenhäuser mit 300 Betten oder 1200 Grundschulen kaufen können."

USA

New York Times: "Diese Olympischen Spiele endeten, wie sie begannen: befremdlich. Die Organisatoren können von einem Erfolg sprechen, weil das Worst-Case-Szenario nicht eingetreten ist. Die Tatsache, dass die Spiele während der Pandemie trotz starker öffentlicher Opposition in Japan stattfanden, zeigte die undemokratischen Prinzipien, die der Organisation zugrunde liegen."

Washington Post: "Die Olympischen Spiele sind großartig - und die Olympischen Spiele sind kaputt. Es brauchte nicht die Spiele in Tokio - die stattfanden, während die Gastgeberstadt den Ausnahmezustand erduldete - um dies zu beweisen. Wenn man jedoch sah, wie das Internationale Olympische Komitee die Spiele auf eine Gabel legte und das widerspenstigen Kleinkind Japan damit zwangsernährte, wurde klar, wer hier eigentlich an der Macht ist. Offensichtlich sind es nicht die Menschen der Gastgeberstadt oder des Gastgeberlandes. Sind sie nie."

Italien

Gazzetta dello Sport: "Tokio hat die Olympischen Spiele gerettet und den Mut zur Austragung eines Großevents gefunden, den nur wenige andere Länder in einer solchen Situation gehabt hätten."

Tuttosport: "Die Abschlussfeier ist ein Fest aus Farben, Freude und Tränen, das die Teilnehmer lang in ihren Herzen tragen werden."

Corriere dello Sport: "Nach der Parade der Sportler lässt sich Tokio zum Ende der Olympischen Spiele Zeit für Musik und Unterhaltung. Songs im Disco-Stil und französische Musik: Das ist kein Zufall, da die nächsten Spiele in Paris stattfinden werden."

Corriere della Sera: "Am Schluss hat es Tokio geschafft. Die Olympischen Spiele hatten mit Bürgerprotesten begonnen, doch der Erfolg vieler japanischer Athleten hat zu einem Stimmungsumschwung in einem Land geführt, das stark nationalistisch geprägt ist."

La Repubblica: "Die Spiele der Covid-Ära sind für die Organisatoren mit Erfolg zu Ende gegangen. Die Olympischen Spiele in Tokio waren vor Beginn ein großes Fragezeichen, doch die japanische Effizienz hat alle Hürden gemeistert. Tokio hat sich als stärker als jede Angst erwiesen."

Spanien

Marca: "Die wahre Message dieser Olympischen Spiele ist, dass die Welt des Sports gerettet worden ist. Es fehlte die Essenz Olympias, das sind die Zuschauer, doch es ging leider nicht anders. Wir verabschieden uns von den Spielen der Bürokratie."

AS: "Die Flamme, die so schwer anzuzünden war, ist wieder aus. Es bleibt die kolossale Anstrengung Tokios, um die Spiele in Zeiten der Pandemie trotz der Bedrohung durch Covid-19 zu organisieren. Es wurden die Spiele der Stille. Diesmal waren die Sportler selber die Seele der Spiele, da es keine Zuschauer gab. Paris 2024 ist nicht weit weg, hoffentlich ohne Masken und ohne 80000 tägliche Tests."

El Mundo Deportivo: "Tokio 2020 verabschiedet die vom Coronavirus beeinflussten Spiele und übergibt die Fackel an Paris 2024 mit dem weltweiten Wunsch, dass die Pandemie so schnell wie möglich unter Kontrolle gerät. Das olympische Feuer Tokios ist erloschen. Die Zuschauer haben an allen Ecken und Enden gefehlt, doch die Sportler und die Delegationen haben Leidenschaft gezeigt."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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