Olympia

Wie schnell wird's bei Olympia? F1-Technik treibt 10.000-Meter-Rekordler an

Hofft, dass ihn seine Wunder-Spikes schneller als jeden anderen die 10.000 m laufen lassen: Joshua Cheptegei aus Uganda.

Seine Wunder-Spikes sollen ihn schneller als jeden anderen laufen lassen: Joshua Cheptegei aus Uganda.

(Foto: picture alliance/dpa/CTK/Vladimir Prycek)

Sogar Know-how aus der Formel 1 kommt zum Einsatz, denn mit neuen Hightech-Spikes purzeln in der Welt der Leichtathletik die Weltrekorde. Joshua Cheptegei aus Uganda plant bei den Olympischen Spielen die nächste Ausnahmeleistung. Dank eines kleinen Katapultes.

Joshua Cheptegei kann es kaum erwarten. Schließlich möchte der Weltmeister, der Weltrekordler, seinen Sport ja "so verändern, wie es Michael Jordan und Cristiano Ronaldo in ihrem geschafft haben". Und wenn am Freitag in Tokio nun auch die Leichtathleten loslegen, erhält der Läufer aus Uganda im Finale über 10.000 Meter dafür die nächste Bühne.

Bei dem mit Spannung erwarteten Auftritt wird Cheptegei wieder ein in Form gegossenes Hightech-Produkt an den Füßen tragen, den neuen Spikes werden wahre Wunderkräfte nachgesagt. Für Olympia im Technologie-Land Japan haben die Ingenieure aller Ausrüster geliefert, nur erlesene Materialien werden verarbeitet.

Die Spikes - wie auch die Laufschuhe im Marathon - sind mittlerweile mit einer Carbonplatte ausgestattet und/oder enthalten einen einzigartigen Schaumstoff. Dadurch nimmt der Schuh die Energie der Läufer auf - und gibt sie wieder ab. So entsteht bei jedem Schritt ein kleiner Katapulteffekt. Und Weltrekorde sowie persönliche Bestzeiten purzeln geradezu.

Für manche "technisches Doping"

Ein deutsches Unternehmen arbeitet dabei sogar mit dem Formel-1-Weltmeisterteam Mercedes zusammen, das Know-how tragen unter anderem die Goldkandidaten Karsten Warholm (Weltrekordler über 400-m-Hürden) oder Armand Duplantis (Stabhochsprung-Weltrekordhalter) an den Füßen. Die neuen Spikes sind durchaus umstritten, gelten bei manchen in der Szene als "technisches Doping". Vom Weltverband World Athletics sind sie unter gewissen Parametern aber zugelassen.

"Es ist schon ziemlich cool, dass ich die Kohlenstofffaser in meinen Spikes habe, die auch im Formel-1-Wagen von Lewis Hamilton verwendet wird", sagte Sprinter Andre De Grasse aus Kanada, WM-Dritter über 100 m. Sifan Hassan weiß nicht, warum alle plötzlich "verrückt werden" wegen der neuen Spikes. Die Welt entwickle sich eben weiter, und jeder hole sich ständig ein "neues Handy", sagte die Weltmeisterin über 1500 und 10.000 m aus den Niederlanden: "Sollen wir wieder auf Asche laufen?"

Mit den identischen Spikes an den Füßen hatten sich Hassan und die Äthiopierin Letesenbet Gidey im Juni ein irres Weltrekord-Duell über 10.000 m geliefert, nur 50 Stunden nach Hassans Bestmarke war Gidey noch einmal fünf Sekunden schneller (29:01,03 Minuten).

Auch auf der Straße werden die Athleten dank besserer Technik immer schneller, darunter auch Amanal Petros. "Der Unterschied zu den früheren Modellen ist groß. Der Abdruck ist jetzt viel intensiver, du springst förmlich", sagte der deutsche Rekordhalter im Marathon zuletzt: "Dadurch ist das gesamte Laufgefühl viel besser, und somit haben die Schuhe sogar einen positiven Effekt auf die Motivation."

Mit seinem Landsmann Jacob Kiplimo und dem Äthiopier Yomif Kejelcha wird Cheptegei beim ersten großen Finale um die Runden pesen - mit den neuen Wunderspikes an den Füßen. "Wir leben nicht mehr in den 90er Jahren", sagte er: "Wir müssen die neuen Innovationen akzeptieren."

Quelle: ntv.de, sso/sid

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