Besonderes Doppel-SilberLena Dürr verpasst hauchdünn deutsche Riesenslalom-Überraschung

Eigentlich ist der Riesenslalom die schwächste Disziplin der deutschen Skirennfahrerinnen. Mit einem starken ersten Lauf hat Lena Dürr überraschend die Chance auf eine Medaille - vergibt sie aber kurz vor dem Ziel. Gold geht an Federica Brignone, die eine besondere Geschichte schreibt.
Trotz einer hervorragenden Ausgangslage hat die deutsche Skirennfahrerin Lena Dürr bei den Olympischen Winterspielen eine sensationelle Medaille im Riesenslalom verpasst. Die Münchnerin rutschte in Cortina d'Ampezzo von Rang zwei nach dem ersten Lauf noch auf den neunten Platz zurück. Beim umjubelten Olympiasieg der Italienerin Federica Brignone fehlten Dürr 0,19 Sekunden auf Silber. Emma Aicher als zweite deutsche Starterin - schon mit Silber aus der Abfahrt und der Team-Kombination dekoriert - wurde 19.
Brignone aber avancierte mit ihrem schon zweiten Gold dieser Winterspiele nach dem Sieg im Super-G zum Star bei den Skirennfahrerinnen in den Dolomiten. Dabei hatte sich die 35 Jahre alte Italienerin vor weniger als einem Jahr eine sehr schwere Schien- und Wadenbeinverletzung zugezogen und lange um ihren Olympia-Start gezittert.
Brignone verwies die zeitgleichen Sara Hector aus Schweden und Thea Louise Stjernesund aus Norwegen auf den Silberrang (+0,62 Sekunden). Kurios: Schon nach dem ersten Lauf hatten Hector, Stjernesund und die für Albanien startende Italienerin Lara Colturi zeitgleich auf Rang drei hinter Brignone und Dürr gelegen.
Nach vier Wettbewerben in Cortina steht am Mittwoch noch der Slalom an. Dann hat Dürr in ihrer Spezialdisziplin noch eine Chance auf Edelmetall. Ähnlich wie nun im Riesenslalom war sie vor vier Jahren in Peking als Führende nach dem ersten Slalom-Durchgang ganz nah dran an einer Medaille, rutschte dann aber auf den vierten Platz zurück. Besonders bitter: Damals fehlten ihr ebenso 0,19 Sekunden auf Gold.