Olympia

"Müssen uns in Geduld üben"Shorttrackerin nach üblem Unfall mit Kufe im Gesicht operiert

21.02.2026, 11:54 Uhr
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Kamila Sellier wurde vom Eis ins Krankenhaus gebracht und dort operiert. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Für Kamila Sellier enden die Olympischen Winterspiele mit einer schweren Verletzung im Krankenhaus. Die Kufe einer Gegnerin schneidet ihr Gesicht auf. Sie muss operiert werden. Wie gefährlich ihr Sport sein kann, darüber witzelt sie einen Tag vor ihrem Unfall noch selbst.

Nach ihrem schlimmen Sturz im Shorttrack bei Olympia in Italien und einer Verletzung im Gesicht durch die Kufe einer Kontrahentin hat die Polin Kamila Sellier eine Operation erfolgreich überstanden. "Kamila wurde operiert, wobei der auf dem CT-Scan zu sehende beschädigte Knochen wieder zusammengesetzt und alles gereinigt wurde", sagte der polnische Funktionär Konrad Niedzwiedzki dem Sender Eurosport.

Die 25 Jahre alte Sportlerin sei am Morgen aufgestanden, habe aber in der Nacht nicht viel geschlafen und zeige starke Schwellungen. Weitere Tests zur Beweglichkeit des Augapfels stehen noch aus, wie Niedzwiedzki weiter sagte. Erste Tests des Auges wären am Freitagabend positiv verlaufen. Derzeit sei noch unklar, wie lange Sellier im Krankenhaus bleiben müsse. "Da es sich um einen Schnitt im Gesicht handelt, der mit mehreren Stichen genäht wurde, und die Stelle stark durchblutet ist, müssen wir uns in Geduld üben. Das gilt auch für Kamila", so Niedzwiedzki.

Sellier, die bei der Weltmeisterschaft 2025 Silber und Bronze in verschiedenen Staffel-Wettbewerben gewonnen hatte, war am Freitag im Viertelfinale über die 1500 Meter in Mailand zu Fall gekommen. Dabei schlitterte sie so unglücklich über das Eis, dass sie von der hinteren Kufenkante der noch laufenden Amerikanerin Kristen Santos-Griswold unter dem linken Auge getroffen wurde. Das Rennen wurde sofort abgebrochen.

"Teile unseres Gesichts sind ungeschützt"

Sellier wurde mehrere Minuten auf dem Eis versorgt, Helfer schirmten sie mit einer weißen Plane ab. Sie wurde auf einer Trage fixiert und unter dem Applaus der Zuschauer vom Eis gefahren. Dabei zeigte sie den Daumen nach oben. Auf dem Eis blieb eine Blutspur zurück. Die Amerikanerin Santos-Griswold wurde ebenso wie Sellier disqualifiziert, weil sie beide kurz vor dem Unfall geschoben hatten.

Am Tag vor ihrem Wettkampf hatte Sellier bei Instagram noch ein Video gepostet, in dem sie über die Gefahren ihres Sports witzelte. Es zeigte sie unter anderem bei einem Sturz in die Bande. Die Realität sah dann noch bedeutend schlimmer aus. Und es war nicht der erste Unfall von Sellier. Ihre polnische Teamkollegin Natalia Maliszewska sagte bei Eurosport: "Ich weiß, dass Kamila leider schon einmal eine Schnittwunde im Gesicht, an der Wange, davongetragen hat. Das sind sehr unangenehme und gefährliche Bilder. Das ist die Gefahr, über die wir auch oft sprechen, die wir eingehen. Es macht Spaß, wir fahren sehr schnell, wir fahren sehr schnell, wir fahren mit 50 km/h in die Kurven. Und es gibt keinen Grund, etwas zu verheimlichen, wir fahren auf Messers Schneide. Wir haben schnittfeste Anzüge, wir haben Handschuhe, aber leider ist ein Teil unseres Gesichts ungeschützt."

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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