Olympia

"Sie suchen nach einem Land" Nach Olympia ist dieser Boxer ohne Zuhause

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In Tokio scheiterte Sella in Runde eins.

(Foto: REUTERS)

Aus Venezuela flüchtet Eldric Sella, bereitet sich in Trinidad und Tobago auf die Olympischen Spiele vor. Für das Flüchtlingsteam des IOC tritt der Boxer in Tokio an - doch eine Rückkehr in den Karibikstaat scheint ausgeschlossen. Nun sucht die UN ein neues Zuhause. Nicht nur für den 24-Jährigen.

Der im internationalen Flüchtlingsteam bei den Olympischen Spielen angetretene Boxer Eldric Sella aus Venezuela hat Probleme mit der Rückkehr nach Trinidad und Tobago. Der karibische Inselstaat, in dem Sella zunächst Aufnahme gefunden hatte, verweigere ihm die Rückreise, berichteten venezolanische Medien unter Berufung auf seinen Vater. "Unsere Pässe sind abgelaufen, die Erneuerung ist schwierig. Die Regierung [von Trinidad und Tobago, Anm. d. Red.] sagt, es gebe kein gültiges Dokument, um ein Visum auszustellen", zitiert newsday.co.tt Eldrics Vater Edward Sella.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bestätigte die Probleme. "Das UNHCR ist in Diskussionen, um die beste Lösung für Eldric Sella und seine Familie zu finden", sagte ein UNHCR-Sprecher in Genf. Weitere Details dazu könne das UNHCR aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des Mannes nicht nennen. Edward Sella wiederum sagte: "Sie suchen nach einem Land, das Eldric, seine Freundin und mich aufnimmt."

Sella habe sein Heimatland 2018 verlassen und in Trinidad und Tobago Asyl beantragt, sagte der Sprecher. In Venezuela werde die politische und wirtschaftliche Krise immer schlimmer und die Menschenrechtslage prekärer. Deshalb sei das UNHCR überzeugt, dass viele Menschen, die das Land verlassen, internationalen Schutz brauchen.

Sella nahm als erster Lateinamerikaner im Flüchtlingsteam an Olympischen Spielen teil. Am Montag hatte der 24-Jährige seinen Vorrundenkampf im Mittelgewicht gegen den Dominikaner Euri Cedeno verloren. Bereits nach 15 Sekunden war Sella zu Boden gegangen und hatte sich dann zwar noch einmal aufgerafft, doch nach kaum mehr als einer Minute beendete der irische Ringrichter Diarmuid Macdiarmada den Kampf - mit Cedeno als Sieger.

Der Außenminister des autoritär regierten Venezuela, Jorge Arreaza, behauptete, Sella sei kein Flüchtling, niemand würde ihn verfolgen. Er schrieb auf Twitter, das UNHCR nutze den Fall Sella, um Stimmung gegen Venezuela zu machen. Mehr als sechs Millionen Venezolaner haben ihre Heimat wegen der Krise verlassen.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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