Uldal schäumt vor WutNorwegischer Biathlon-Star fühlt sich vom eigenen Verband "betrogen"

Der norwegische Biathlonverband präsentiert sein Aufgebot für das olympische Sprint-Rennen der Männer. Das sorgt für großen Ärger. Denn nicht mit dabei ist Martin Uldal. Und dem geht die Ausbootung mächtig gegen den Strich.
Die Norweger bekommen einfach keine Ruhe ins Team: Martin Uldal ist stinksauer auf seinen eigenen Biathlonverband, nachdem er nicht in das Aufgebot für das Sprint-Rennen am Freitag berufen wurde und somit automatisch auch nicht in der Verfolgung antreten kann. "Ich denke, es ist einfach falsch. Ich fühle mich unfair behandelt und denke, dass dies der falsche Weg ist. Ich habe das Gefühl, dass ich einen Platz im Sprint-Team verdient habe. Es ist falsch, dass das Einzel so viel zählt", polterte Uldal im "VG"-Interview.
Was der Norweger meinte: Er war im Einzel am Dienstag nur 13. geworden, nachdem er sich drei Strafminuten leistete. Das war den Verantwortlichen zu schlecht, um ihn für den Sprint zu nominieren. Nur: In der Weltcupsaison landete er schon häufiger auf dem Sprint-Podium als etwa Sturla Holm Lægreid, um den es wegen seines Fremdgeh-Geständnis so viel Ärger gegeben hatte, der am Freitag starten darf.
"Mehr traurig als wütend"
"Ich fühle mich betrogen. Ich war sehr enttäuscht und habe einen kleinen Funken verloren. Aber sie haben sich entschieden und es gibt nur wenig, was ich tun kann", sagte Uldal. "Ich bin so enttäuscht. Es ist wirklich schlimm. Und es nervt auch, weil ich mich zuletzt so stark präsentiert habe. Ich lag im Einzel eine halbe Minute hinter Sturla ... und das soll jetzt entschieden haben?! In Wirklichkeit bin ich mehr traurig als wütend", so der Aussortierte.
Norwegens Teammanager Per Arne Botnan zeigte derweil Verständnis für Uldals Frust, sagte gegenüber "TV2" aber auch: "Er wusste, dass wir die Rennen bei Olympia als Bewertungsgrundlage für die Nominierung nehmen. Das steht auch so in den Auswahlkriterien. Wenn jemand eine Medaille im Einzel gewinnt, muss das bei den weiteren Nominierungen berücksichtigt werden."
Lægreids Olympia-Medaille habe letztlich schwerer gewogen, als die Ergebnisse der bisherigen Saison, so Botnan. Neben Einzel-Bronzemedaillen-Gewinner Lægreid werden die Norweger im Sprint mit Johan-Olav Botn, Johannes Dale-Skjevdal und Vetle Sjåstad Christiansen an den Start gehen.