Olympia

Olympia-Sport mit irrem Risiko Snowboardcrosser warnen vor Todesgefahr

a40862905a64a4f5b889fc6862c4eb38.jpg

Bei den Sprüngen kann der Wind im Snowboardcross zur tödlichen Gefahr werden.

(Foto: dpa)

Mit halsbrecherischem Tempo rasen Snowboardcrosser die Piste hinab, Rivalen werden im Kampf um die beste Position gerne mal über den Haufen gefahren. Der ohnehin riskante Sport steht nun besonders unter Beschuss: Der Olympia-Kurs gilt als hochgefährlich.

Gefahren wird auf einer Art Bobbahn im Schnee, mit Steilkurven, aber auch mit vielen Wellen und einigen Sprüngen. Und dort hinein stürzen sich dann meist ohne Rücksicht auf Verluste bei Olympischen Spielen sechs Frauen oder Männer - zeitgleich. Sie kämpfen um die beste Position, sie schubsen, drängeln, fahren sich gegenseitig über den Haufen oder stürzen übereinander. Die Disziplin nennt sich Snowboardcross. Oder, wenn vier Fahrer mit nur zwei Brettern unterwegs sind: Skicross.

942be25a012a201c8b32bebcb400e62e.jpg

Schwere Stürze sind beim Snowboardcross an der Tagesordnung.

(Foto: AP)

Nach den Snowboardcross-Rennen der Männer und Frauen mit zahlreichen Verletzungen inklusive eines Halswirbelbruchs erhob der deutsche Athlet Konstantin Schad, seines Zeichens auch Athletensprecher, Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Weltverbandes Fis, der die Austragung der Olympia-Rennen verantwortet. "Einfach gefährlich" sei es gewesen. Die Entwicklung seines Sport gehe "in Richtung Tod", ergänzte er in der "FAZ" und twitterte: "Wir müssen reden, Fis!"

Stefan Knirsch, Sportdirektor bei Snowboard Germany, stimmt der Kritik von Schad "inhaltlich" zu: "Dem ist nichts hinzuzufügen", sagt er, betont aber auch: "Polemik hilft uns nicht weiter." Tatsächlich sei der Kurs vor dem Rennen angepasst worden, "die Frage ist, ob das gereicht hat". Hat es nicht. Knirsch will aber lieber nach vorne schauen, "denn wir brauchen eine bessere Abstimmung aller Beteiligter". Damit es nicht so weit kommt wie vor sechs Jahren bei den Skicrossern.

Bessere Sicherheit beim Skicross

Die Skicrosser, die sich von den Snowboardern nur dadurch unterscheiden, dass sie eben auf zwei Brettern fahren, hatten schon einmal einen Toten zu beklagen: Nick Zoricic aus Kanada krachte am 10. März 2012 in Grindelwald/Schweiz in einen Container neben der Ziellinie, durch plötzlich veränderte Schneeverhältnisse war er über den letzten Sprung viel schneller gerast und daher weiter geflogen als gedacht. Seitdem hat sich bei den Skicrossern die Sicherheit verbessert.

Knirsch hofft, dass es bei den Snowboardern "nicht so weit kommt", dass ein Todesfall der "ausschlaggebende Punkt" beim Streben nach mehr Sicherheit wird: "So etwas darf uns nicht passieren." Seine Kollege Heli Herdt, beim Deutschen Skiverband für die Sparte Freestyle und damit für Skicross zuständig, sieht seine Sportart gut aufgestellt seit den Vorkommnissen in Grindelwald - und damit auch bei Olympia. Auch, "weil unsere Renndirektoren gesehen haben, was bei den Snowboardern passiert ist".

Das Rennen der Skicrosser findet am Mittwoch statt. Sie fahren nach dem Start einen etwas anderen Kurs, erst die Zielpassage ist wieder die gleiche. Schon am Samstag haben die Renndirektoren Testfahrer über die Strecke geschickt, um Anpassungen vorzunehmen. Herdt betont: Dem Wind, der die Snowboardcrosser beim letzten Sprung anschob und weit springen ließ, "muss Rechnung getragen werden, das Risiko muss minimiert werden". Eines ist aber auch klar: "Snowboardcross", sagt Knirsch, "bleibt eine Hochrisikosportart." Für die Skicrosser gilt dasselbe.

*Datenschutz
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid

Mehr zum Thema