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"Es ist echt überwältigend, was man alles erleben darf": Andreas Wellinger.
"Es ist echt überwältigend, was man alles erleben darf": Andreas Wellinger.(Foto: imago/Schreyer)
Sonntag, 18. Februar 2018

Das bringt der Olympia-Montag: Wird's goldig für Skispringer und Bobpiloten?

Der Deutsche Andreas Andreas Wellinger ist der überragende Ski-Springer der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Nun will er den Coup mit dem Team. Den haben auch zwei Bobpiloten vor Augen. Und Sprinter Nico Ihle soll die Ehre der Eisschnellläufer retten.

Bob: Trotz eines Crashs bei der Zieldurchfahrt nimmt der deutsche Zweierbob-Pilot Nico Walther beim olympischen Rennen in Pyeongchang Kurs auf Gold. Mit seinem Anschieber Christian Poser liegt er nach zwei von vier Läufen eine Zehntelsekunde vor dem Kanadier Justin Kripps. An diesem Montag nun steht ab 12.15 Uhr der dritte Lauf an, bevor im vierten Durchgang ab 14 Uhr die endgültige Entscheidung fällt.

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Dabei waren Walther und Poser im zweiten Lauf im Ziel mit ihrem Schlitten umgekippt, blieben aber unverletzt. "Ich wollte ein bisschen Weg sparen, da ist es eben passiert. Ich hatte mich richtig erschrocken, als ich hörte, wir führen. Es war wie ein Adrenalinausstoß", sagte Walther, den der Sturz ansonsten nicht beeindruckte. "Wir wollen zweimal gut Bob fahren und mal sehen, zu was es reicht. Selbst Bronze wäre ein gigantischer Erfolg im Zweier." Auch Johannes Lochner mit Christopher Weber und der eigentlich favorisierte Serien-Weltmeister Francesco Friedrich mit Thorsten Margis als Fünfter haben noch sehr gute Medaillenchancen. Der nach dem ersten Durchgang führende Lette Oskars Melbardis fiel auf Rang vier zurück. Und hier das Ganze noch einmal im tabellarischen Überblick:

1. Nico Walther/Christian Poser1:38,39 Minuten49,12+49,27 Sekunden
2. Justin Kripps/Alexander Kopacz (Kanada)0,10 Sekunden zurück49,10+49,39 Sekunden
3. Johannes Lochner/Christopher Weber0,19 Sekunden zurück49,24+49,34 Sekunden
4. Oskars Melbardis/Janis Strenga (Lettland)0,23 Sekunden zurück49,08+49,54 Sekunden
5. Francesco Friedrich/Thorsten Margis0,29 Sekunden zurück49,22+49,46 Sekunden

Eischnelllauf: Die Hoffnungen der deutschen Eisschnellläufer trägt nun Nico Ihle. Nachdem es bei Claudia Pechstein und Patrick Beckert auf den Langstrecken nicht ganz so gut geklappt hat, soll nun der Sprinter für die erste Medaille bei diesen Winterspielen sorgen. Die Chance dazu hat er ab 12.53 Uhr über die 500 Meter im Gangneung Oval. Bei der Einzelstrecken-WM auf der gleichen Strecke in Pyeongchang und über die gleiche Distanz gewann Ihle vor einem Jahr Silber. Nun trifft er im 15. von 18 Paaren auf den Polen Artur Was.

Nun gilt's: Nico Ihle.
Nun gilt's: Nico Ihle.(Foto: dpa)

Als letzter deutscher Eisschnellläufer war Ihle erst am vergangenen Sonntag nach Südkorea gereist. Anders als Sprint-Kollege Joel Dufter entschied sich Ihle für eine intensive Vorbereitung in der Heimat. In der verwaisten Eishalle im Berliner Bezirk Hohenschönhausen feilte Ihle an seinen Starts, er lief schnelle Runden und stellte im Kraftraum neue Bestleistungen auf. "Ich bin guter Dinge. Es ist alles getan." Doch die Konkurrenz ist groß und stark, als da sind: Havard Lorentzen aus Norwegen und die Niederländer Ronald Mulder, Kai Verbij und Jan Smeekens. Letztgenannter ist der amtierende Weltmeister. Beim Abschlusstraining aber ist er gestürzt - mit 60 Stundenkilometern mit dem Kopf voran in die Kurvensicherung, wie niederländische Medien berichten. "Das fühlt sich so an, als ob man platt aufs Wasser prallt. Wir lassen ihn untersuchen", sagte Trainer Jac Orie.

Skispringen: Bundestrainer Werner Schuster hat Stephan Leyhe für den olympischen Teamwettbewerb nominiert. Der bisherige Ersatzmann rückt für Markus Eisenbichler in die Mannschaft. "Er springt sehr stabil, hat keine Ausreißer und aus unserer Sicht gute Sprünge gezeigt", sagte Schuster. Es sei aber "eine knappe Entscheidung gewesen". Neben Leyhe waren für das Springen 13.30 Uhr schon Olympiasieger Andreas Wellinger sowie Richard Freitag und Karl Geiger gesetzt. Geiger wird starten, auf ihn folgen Leyhe, Freitag und Olympiasieger Wellinger als Schlussspringer. Die Entscheidung, ob das deutsche Team seinen Triumph von Sotschi wiederholen kann, fällt dann im zweiten Durchgang ab 14.36 Uhr. Die stärksten Konkurrenten kommen aus Polen und Norwegen. Wellinger, 22 Jahre alt, ist mit Gold auf der Normalschanze und Silber von der Großschanze der überragende Springer dieser Spiele. Feiert er nun auch mit dem Team den erneuten Olympiasieg, würde er mit dann drei Goldmedaillen mit Jens Weißflog als erfolgreichstem deutschen Adler bei Olympia gleichziehen: "Es ist echt überwältigend, was man alles erleben darf. Dass es bei den Spielen so funktioniert, ist echt unbeschreiblich."

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Quelle: n-tv.de