Technik

Aufbauspiel für Detailverliebte "Anno 1800" setzt auf totale Entspannung

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Die Karten mit Dutzenden Inseln generieren sich immer neu: Ein Bauschema muss der Spieler je nach Insel anpassen.

(Foto: Blue Byte)

Bauen und Entwickeln von Städten - und das in der Endlosschleife. Das kann wohl kein Spiel so gut, wie die Anno-Titel. Mit dem neuesten Teil "Anno 1800" schaffen die deutschen Entwickler erneut das Kunststück, zu unterhalten ohne den Spieler zu stressen. Langweilig wird es trotzdem nie.

Ob Sportsimulation oder Ego-Shooter - Videospiele können stressig, frustrierend und wenig erbaulich sein. Als Gamer dürfte man sich oft die Frage stellen: Kann ich dabei noch abschalten? Das neue "Anno 1800" verfolgt da einen ganz anderen Ansatz und zeigt, dass es doch noch geht: Es erlaubt dem Spieler, sich einfach zurückzulehnen und entspannt sein eigenes Eiland zu gestalten. Konflikte gibt es im neuesten Ableger der Anno-Reihe trotzdem, schließlich lief es in der gewählten Zeit, der industriellen Revolution, auch nicht reibungsfrei ab.

Über 20 Jahre nach dem ersten Titel der deutschen Entwickler aus dem Hause Ubisoft Blue Byte hat sich natürlich optisch einiges getan. Besonders detailliert und liebevoll gestaltet entwickelt "Anno 1800" in Kombination mit dem Gameplay seinen ganz eigenen Charme. Dazu trägt auch der neue Kampagnenmodus bei, der nach Beenden einfach in den Sandbox-Modus - also das endlose Bauen und Entwickeln von Inseln und Städten - übergeht.

Wie "Der Graf von Monte Cristo"

Beim Story-Modus haben sich die Mainzer Entwickler von Alexandre Dumas' "Der Graf von Monte Cristo" inspirieren lassen. Nach dem Tod des Familienoberhaupts sind Erbe und Ehre verloren gegangen - der Spieler muss sie wiederherstellen. Dabei gilt es noch, das mysteriöse Ableben aufzuklären. Die Kampagne ist nicht nur unterhaltsam inszeniert, sondern gleichzeitig auch als Tutorial und somit Einstieg in die technischen Feinheiten des Spiels gedacht.

Der geübte Anno-Spieler wird sich natürlich eher im Endlos-Spiel zu Hause fühlen, aber dann eben auch von zahlreichen Neuerungen überrascht werden. Neben der Eisenbahn, die nun zum Güter- und Personentransport dient, gibt es auch ein schlaues Straßennetz. Abseits gelegene Repräsentativbauten können so von einem clever angelegten Wegenetz profitieren.

Mit "Fake News" für mehr Zufriedenheit

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Die wohl interessanteste Neuerung ist das Arbeitskraftsystem, das eine Balance zwischen Einwohnern und Betrieben verlangt. Es gibt bestimmte Einwohnerstufen, die eine Arbeiterklasse darstellen. Städte wirken so einfach organischer und können detaillierter organisiert werden. So haben bestimmte Einwohnerstufen unterschiedliche Grund- und Luxusbedürfnisse, die erfüllt werden müssen.

Einfluss auf das Wohlbefinden der Inselbewohner haben allerdings auch Luftverschmutzung, Krieg und schlechte Presse für den Spieler als Inselgouverneur. Dem wirkt man mit Grünanlagen und Militär entgegen, bei schlechten Nachrichten müssen gegen ein kleines Entgelt "Fake News" in der Zeitung gestreut werden. Je höher der Einfluss, desto eher nehmen es die Bewohner für bare Münze.

Ein Spiel für Detailverliebte

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Nebenbei muss der Spieler noch diplomatische Beziehungen mit anderen Inseln pflegen, tut er das nicht, geht es auf See zur Sache. Kriegsschiffe und Verteidigungsgeschütze sind allerdings die einzige Form der militärischen Auseinandersetzungen. Dabei dienen Schiffe auch für Expeditionen und zum Handel.

"Anno 1800" ist auch ein Spiel für Detailverliebte. Statistikfunktionen liefern Infos zu Produktionsketten und Entwicklungen von Gütern. Je näher man an die einzelnen Gebäude heranzoomt, desto mehr Kleinigkeiten fallen auf. Und der Blick lohnt sich eigentlich immer. Auf sich allein gestellt ist man bei Anno-Spielen in der Regel ja meistens, doch die Entwickler haben bereits einen Koop-Modus angekündigt. Spieler können dann gemeinsam mit Freunden die Kontrolle über ein einzelnes Imperium übernehmen.

Für Anno-Fans ist das gewählte Setting ideal. Es versprüht den Charme des ersten Titels "Anno 1602" und lässt gleichzeitig durch Industrialisierung, Elektrizität und aufsässige Bürger etwas Moderne aufflackern. Nach den zwei weniger gelungenen futuristischen Ablegern "Anno 2070" und "Anno 2205" wagt der neue Teil zwar weniger Experimente, als Spiel fühlt es sich aber deutlich runder an und sorgt für dauerhaften Spielspaß.

"Anno 1800" ist ab sofort für den PC im Handel erhältlich.

Quelle: n-tv.de

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