Technik

Bemerkenswerter WWDC Apple stellt iOS 13, iPadOS und Mac Pro vor

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Tim Cook ist stolz auf den neuen Mac Pro.

(Foto: n-tv.de/Screenshot)

Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC stellt Apple neue Betriebssysteme vor. Der Höhepunkt ist iOS 13, die größte Überraschung iPadOS. Dazu gibt's da noch einen neuen, wahnsinnig starken Mac Pro - und iTunes ist Geschichte.

Bei der Eröffnungsshow der diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple sein Publikum mal wieder überraschen können. Nicht mit iOS 13, dessen neue Funktionen weitgehend schon bekannt waren, sondern mit einer iPad-Abspaltung und dem heiß ersehnten, aber nicht unbedingt erwarteten neuen Mac Pro.

Lahmer Auftakt

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Mit einer Apple Watch kann man jetzt auch sein Gehör testen.

(Foto: Apple)

Den Beginn machte tvOS, das auf der Streaming-Box Apple TV läuft. Das System erhält unter anderem einen neuen Homescreen und Multi-Nutzer-Unterstützung. Erstaunlich ist, dass Apple TV für den im Herbst startenden Spiele-Service Apple Arcade die Controller der Playstation 4 und der Xbox One unterstützt.

Nach diesem eher kargen Auftakt mit tvOS gab's für das kommende watchOS 6 etwas mehr neue Funktionen. Die Apple Watch erhält weitere Ziffernblätter und durch neue Schnittstellen werden mehr eigenständige Apps auf der Uhr laufen. Unter anderem können dies Streaming- und Fitness-Anwendungen sein. Dafür bekommt watchOS jetzt auch einen eigenen App Store, von dem Anwendungen direkt installiert werden können.

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Der neue Messenger im Dunkel-Modus mit Memoji-Stickern.

(Foto: Apple)

Gesundheit und Fitness sind Schwwerpunkte in watchOS 6. Nutzer können jetzt sehen, in welche Richtung ihre Fitness tendiert und ihr Gehör checken. Frauen erhalten eine Anwendung, um ihren Zyklus im Auge zu behalten. Apple verspricht, dass dabei alle Daten auf der Uhr beziehungsweise dem iPhone bleiben.

iOS 13 mit Dunkel-Modus

Nach rund einer halben Stunde kam Tim Cook dann zum Höhepunkt der Show: iOS 13. Apple legt bei dem Betriebssystem vor allem Wert auf verbesserte Leistung und Zuverlässigkeit. Unter anderem soll es 30 Prozent schneller als der Vorgänger sein. Anwendungen sollen außerdem doppelt so flott starten wie bisher.

Wie erwartet, erhält iOS einen Dunkel-Modus. Diesen kennen Android-Nutzer zwar schon länger, aber unter iOS 13 sieht er besonders schön aus. Ebenfalls lange bekannt aus der Google-Welt: Auf der iOS-Tastatur kann man jetzt statt zu tippen von Taste zu Taste wischen (swipen).

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Endlich kann man auch in der iOS-Tastatur "swipen".

(Foto: Apple)

Safari, Mail, Notizen und Erinnerungen erhalten optische Updates und ein paar neue Funktionen. Die Karten-App wurde generalüberholt. Zunächst in den USA erhält sie aktualisierte Infos und detailiertere Darstellungen sowie neue 3D-Ansichten, die stark an Googles Streetview erinnern. Apple kontert aber mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass sein Karten-Dienst die Privatsphäre schon in den Grundeinstellungen respektiert.

Sicheres Anmelden

Nutzer haben mit iOS 13 auch die Möglichkeit, sich bei Diensten mit ihrem Apple-Konto anzumelden. Im Gegensatz zu Google und Facebook schützt das Unternehmen die Privatsphäre seiner Nutzer unter anderem durch zufällige E-Mail-Adressen.

Datenschutz und Privatsphäre sind auch gute Argumente, die für Homekit sprechen sollen. Interessant ist vor allem Homekit für Router, dass das smarte Home zentral mit einer Firewall schützt. Allerdings sind nur wenige Hersteller mit an Bord, unter anderem Linksys.

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Nutzer könen sich unter iOS 13 mit ihrer Apple-ID sicher auf Webseiten oder Apps anmelden.

(Foto: Apple)

In Nachrichten kann man Nutzern, die man zum ersten Mal anschreibt, gleich Infos zur eigenen Person beim ersten Kontakt mitteilen und die Memojis bekommen jetzt auch noch Stickers, mit denen man die Avatare "ausdrucksstärker" machen kann.

In der Kamera-App hat Apple den Porträt-Modus verbessert und es gibt ein neues Werkzeug um Bilder und Videos zu bearbeiten. Die Fotos-App erhält neue Übersichten, die Aufnahmen nach Tagen, Monaten oder Jahren sortiert zeigen. Dabei kann man unter anderem verbessert nach Personen, Veranstaltungen oder Örtlichkeiten filtern.

Siri hinkt immer noch deutlich hinter der Konkurrenz her, bekommt aber mit iOS 13 einige neue Funktionen. Unter anderem erkennt der digitale Assistent auf dem Homepod jetzt einzelne Nutzer und individualisiert entsprechend seine Antworten. Im Auto kann Siri unter iOS 13 auch mit ersten Drittanbieter-Apps wie Pandora genutzt werden. Siri-Kurzbefehle erhalten eine eigene integrierte App und der Assistent soll jetzt wesentlich besser Sprache in Text umwandeln können.

Entwickler können iOS 13 wie jede andere vorgestellte Software sofort nutzen. Im Juli kommt die erste öffentliche Beta heraus, zusammen mit den neuen iPhones gibt's dann voraussichtlich im September die fertige Version.

Eigenständiges iPadOS

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Das neue iPadOS mit im Dunkel-Modus mit Widgets auf dem Homescreen.

(Foto: Apple)

Das iPad bekommt ab sofort von Apple eine Sonderbehandlung, die seinen großen Displays und speziellen Fähigkeiten gerecht werden soll: iPadOS. Unter anderem passen künftig mehr Elemente auf den Homescreen und Widgets können dort platziert werden.

Multitasking wird verbessert und ein geteilter Bildschirm kann via Drag&Drop erzeugt werden. Das funktioniert auch mit Anwendungen von Drittherstellern, beispielsweise Microsoft Word. Der Dateimanager erhält Funktionen wie unter macOS, unter anderem arbeitet er jetzt mit angesteckten Speichermedien.

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Der Pencil mit seiner neuen Werkzeug-Palette.

(Foto: Apple)

Auch der Safari-Browser soll auf iPads künftig Funktionen und Ansichten wie auf Desktop-Rechnern bieten. Dazu gehört beispielsweise ein Download-Manager. In Notizen und anderen Apps kann Text unter iPadOS mit einfachen Fingergesten kopiert und eingesetzt werden. Der Pencil erhält zusätzliche Funktionen in einer neuen Werkzeug-Palette, die auch Drittanbieter-Apps verwenden können.

Neuer Monster-Mac

Zum Finale kam der lang ersehnte neue Mac Pro auf die Bühne. Er hat ein neues Design mit Stahlgehäuse und ist mit Hochleistungs-Komponenten vollgestopft, zu denen ein Intel-Prozessor mit bis zu 28 Kernen, acht PCIe-Steckplätze und bis zu 1,5 Terabyte Speicher gehören. Arbeitsspeicher findet in zwölf DIMM-Steckplätzen Platz. Dazu hat der Monster-Rechner "die stärkste Grafikkarte der Welt und erreicht damit bis zu 56 Teraflops Rechenleistung. Und wer mehr braucht, kann zwei MPX-Module mit Thunderbolt-Integration und über 500 Watt Leistung einbauen. In der einfachsten Version soll der neue Mac Pro 6000 Dollar kosten und ab Herbst im Handel sein.

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Der neue Mac Pro mit dem Pro Display XDR.

(Foto: Apple)

Dazu gibt's ein passendes 32 Zoll großes Display mit 6K-Auflösung, 10-Bit-Farbtiefe, P3-Farbraum, 1600 Nits Spitzenhelligkeit und einem Kontrastverhältnis von 1.000.000:1. Das Pro Display XDR soll mindestens 5000 Dollar kostet. Für den passenden drehbaren Standfuß muss man nochmal 1000 Dollar hinblättern.

macOS Catalina ohne iTunes

Ein paar Neuigkeiten gibt es aber mit macOS Catalina auch für ganz normale Mac-Nutzer. Die wichtigste Veränderung betrifft iTunes, das Apple abschafft. Stattdessen gibt es jetzt Apple Music, Apple Podcast und Apple TV, die die bekannten Funktionen übernehmen und besser machen sollen. Wenn ein iPhone oder iPad eingesteckt wird, erscheint jetzt eine Seitenleiste im Finder.

Unter macOS Catalina kann man ein iPad inklusive Pencel unkompliziert als zweiten Bildschirm nutzen und man soll Macs ab jetzt komplett per Sprache steuern können. Die gleiche Funktion fügt Apple auch iOS 13 hinzu. Verlorene oder gestohlene Macs kann man jetzt außerdem wie iPhones oder iPads lokalisieren und sperren und Nutzer können ihr Verhalten auch auf Desktop-Rechnern via Bildschirmzeit kontrollieren.

Quelle: n-tv.de

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