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Darf's ein bisschen mehr sein? Das Galaxy Note 20 Ultra ist 'ne Wucht

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Im Vergleich zum DIN-A5-Notizbuch sieht man wie groß das Samsung Galaxy Note 20 Ultra ist.

(Foto: kwe)

Für Nutzer, denen gut nicht gut genug ist, die das Beste vom Besten wollen und bei denen die Größe wirklich zählt, hat Samsung das Galaxy Note 20 Ultra gemacht. Und wenn man viel einstecken kann, ist man vielleicht auch bereit, fast 1300 Euro hinzublättern.

Gut, mit dem 20 Ultra erfindet Samsung seine Galaxy-Note-Serie nicht neu, aber das Riesen-Smartphone ist technisch ein echter Leckerbissen. Und auch optisch ist das Gerät ein Hingucker, wenn man über die protzige Kamera-Einheit auf der Rückseite hinwegsieht. Im Test glänzt das Galaxy Note Ultra auf ganzer Linie, bereitet allerdings gelegentlich Transportprobleme und einen Schreckmoment beim Blick auf die Preisgestaltung.

Grandioses Display

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Was für ein Display!

(Foto: kwe)

Ein großes Argument, das für das 208 Gramm schwere Gerät spricht, ist sein grandioses, 6,9 Zoll mächtiges AMOLED-Display. Es hat nur ganz schmale Ränder und nimmt nahezu die komplette Vorderseite ein. Der Eindruck, fast nur Bildschirm vor Augen zu haben, wird durch leicht gebogene Seiten verstärkt. Farben und Kontraste des Displays dürften neue Standards setzen. Auch die Helligkeit ist für ein OLED-Panel beeindruckend, man kann es sogar bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen.

Die Auflösung von 3088 x 1440 Pixeln ermöglicht eine superscharfe Pixeldichte von rund 500 ppi. Ist sie eingestellt, kann man aber nicht die höchstmögliche Bildschirmwiederholfrequenz von 120 Hertz nutzen, diese steht nur bei Full HD+ (2316 x 1080 Pixel) zur Verfügung. Aber auch dann beschleunigt das Smartphone die Frequenz nur dann, wenn es angebracht ist, um Strom zu sparen. Wer den Akku schonen will, macht 60 Hertz und Full HD+ zu festen Werten. Das bemerkt man ein bisschen beim Scrollen, ist aber kaum der Rede wert.

Stark und ausdauernd

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Strom muss man beim Galaxy Note 20 Ultra aber nur an sehr langen Tagen sparen. Ansonsten kann man das Gerät bei einer Akku-Kapazität von 4500 Milliamperestunden ruhig ausreiten. Leistung genug hat es dafür. Der hauseigene Exynos 990 ist zwar kein Benchmark-Sieger, hat aber zusammen mit 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher immer noch so viel Wumms, dass Kritik, in Europa komme nicht der noch stärkere Qualcomm Snapdragon 865 Plus zum Einsatz, ziemlich nerdiges Mimimi ist. Ansonsten gibt's am Innenleben nichts zu meckern, von den Funk-Standards bis zum Flash-Speicher ist alles auf dem höchsten Niveau.

Wie das Display wird die Rückseite von Gorilla Glass 7 effektiv vor Kratzern geschützt. Und weil sie matt ist, verschandeln sie auch nach längerem Gebrauch so gut wie keine Schlieren und Fingerabdrücke. Wenn man böse sein möchte, könnte man fragen, was es bei der enormen Kamera-Einheit noch viel zu verschandeln gibt. Aber das wird Technik-Fans nicht in den Sinn kommen, denn Mehrfach-Knipsen der Premiumklasse benötigen nun mal eine herausragende Optik.

Top-Kameraausstattung

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... fünffache Vergrößerung, ...

(Foto: kwe)

Das trifft vor allem auf die 12-Megapixel-Tele-Kamera zu, weil sie eine fünffache optische Vergrößerung bietet. Platz benötigt auch der 108-Megapixel-Sensor der Hauptkamera, die 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera ist die Dritte im Bunde.

Insgesamt hat man mit dem Galaxy Note 20 Ultra eines der besten Kamera-Smartphones in der Hand, die man derzeit kaufen kann, auch wenn es nicht an das Huawei P40 Pro+ heranreicht. Das ist allerdings wieder Jammern auf ganz hohem Niveau. Denn Fotos und Videos der Hauptkamera sehen erstklassig aus, selbst bei wenig Licht oder bei Nacht. Auch die Ultraweitwinkelkamera macht eine prima Arbeit, indem sie an den Seiten nicht allzu schnell die Schärfe verliert.

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... 50-fache Vergrößerung.

(Foto: kwe)

Und eine fünffache optische Vergrößerung reicht völlig aus, darüber hinaus ist man oft näher dran als man möchte. Und bei diesem Zoomfaktor macht das Galaxy Note 20 Ultra auch noch richtig gute Fotos mit vielen Details und ausreichend Schärfe. Zoomt man stärker, hilft die hohe Auflösung der Hauptkamera, was man den Bildern schnell ansieht. Aber wenn es nur darum geht, zu erkennen, was da in der Ferne ist, kann man auch mal die 50-fache Vergrößerung einsetzen.

Schneller S Pen, sehr hohe Preise

Echte Note-Fans werden den im Rahmen eingesteckten neuen S Pen zu würdigen wissen, wenn sie dessen Evolution begleitet haben. Denn sie bemerken wahrscheinlich, dass die Verzögerung noch etwas kürzer als beim Vorgänger ist. Ansonsten hat der Stylus noch ein paar Gesten hinzugewonnen, die man aber schnell wieder vergisst, nachdem man sie mal ausprobiert hat.

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Wenn man den Stift nicht für Notizen, Zeichnungen et cetera einsetzt, ist er vor allem als Fernbedienung praktisch, wenn man das Galaxy Note 20 Ultra mit einem Notebook, Monitor oder Fernseher koppelt, um auf deren Displays Präsentationen vorzuführen. Und natürlich kann das Gerät wie andere Samsung-Galaxy-Smartphones mit einem gekoppelten Monitor zum Ersatz-PC werden.

Alles in allem ist das Galaxy Note 20 Ultra ein großartiges Gerät, das nahezu alles bietet, was sich Fans großer Smartphones nur wünschen können. Allerdings benötigt man für das Phablet wirklich viel Stauraum und man darf nicht knapp bei Kasse sein. Mit 256 GB Flash-Speicher (erweiterbar) kostet das Prachtstück 1266 Euro, für die 512-GB-Variante sind sogar 1364 Euro fällig. Immerhin bietet Samsung jetzt wie Google drei Jahre System-Updates an, was die hohen Preise etwas vertretbarer macht.

Quelle: ntv.de