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340-Euro-Smartphone mit Pfiff Google Pixel 4a ist kompakt, günstig und gut

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Das Google Pixel 4a im Größenvergleich mit einem iPhone 11 Pro Max und einem Pixel 4 XL, mit 6,5 und 6,3 Zoll großen Displays.

(Foto: kwe)

Gute Nachricht für Nutzer mit kleinen Taschen: Mit dem Pixel 4a liefert Google ein kompaktes Smartphone, das wenig kostet, aber viel zu bieten hat. Blöd ist nur, dass man auf das kleine Prachtstück noch länger warten muss.

In den vergangenen Jahren wurden Smartphones immer größer und Bildschirmmaße bis zu 7 Zoll sind fast schon normal. Kleinere Geräte sind rar geworden, was vielen Nutzern gar nicht gefällt, die lieber etwas Handlicheres hätten. Aber die Lage bessert sich. Nachdem Apple die Angebotslücke im Frühjahr erfolgreich mit dem iPhone SE 2 geschlossen hat, bietet jetzt auch Google mit dem Pixel 4a ein kompaktes Smartphone an, das weder Hosentasche noch Geldbeutel sprengt.

Günstig, aber nicht billig

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Das Display kann sich auch ohne schnelle Bildwiederholfrequenz sehen lassen.

(Foto: kwe)

Durch die Umsatzsteuersenkung kostet das Gerät aktuell nur rund 340 Euro (sonst 350 Euro), aber es wirkt absolut nicht billig. Das Pixel 4a hat zwar keinen gläsernen Rücken, sondern trägt ein mattes Kunststoff-Kleid. Auch das Design ist so schlicht, wie es nur sein kann. Aber das stört überhaupt nicht. Im Gegenteil: Das Smartphone liegt so sehr sicher und angenehm in der Hand. Und wenn es runterfällt, muss man sich wenigstens um die Rückseite keine Sorgen machen.

Auf der Vorderseite hat Google kaum gespart. Das Pixel 4a hat ein 5,8 Zoll großes OLED-Display mit realistischen Farben und kräftigen Kontrasten. Es kann sehr hell leuchten, wenn es sein muss und es ist mit einer Pixeldichte von 443 ppi richtig scharf. Weil die Ränder des Bildschirms sehr schmal sind und die Frontkamera durch eine kleine Bohrung knipst, kommt das 143 Gramm leichte Gerät auf die schlanken Maße 144 x 69,4 x 8,2 Millimeter. Einen integrierten Fingerabdrucksensor oder gar eine 3D-Gesichtserkennung hat das Pixel 4a nicht zu bieten, aber der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite erledigt seinen Job schnell und zuverlässig.

Flott ist auch der allgemeine Eindruck, den das Smartphone im Test hinterlassen hat. Sein Snapdragon 730G ist ein guter Mittelklasse-Chip und mit 6 Gigabyte (GB) steht ihm mehr als ausreichend Arbeitsspeicher zur Verfügung. Auch an der Ausdauer des günstigen Google-Handys gibt es nichts zu meckern. Mit 3080 Milliamperestunden bringt der Akku einen gut über den Tag, durch die intelligente Software hat man gewöhnlich sogar noch ausreichend Reserven, wenn es mal später werden sollte. Im Notfall ist das Gerät über das mitgelieferte 18-Watt-Netzteil auch schnell wieder geladen.

Flaggschiff-Kamera an Bord

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Die Kamera braucht zwar etwas länger, macht aber sehr ansehnliche Nachtaufnahmen.

(Foto: kwe)

Das Smartphone hat auf der Rückseite zwar nur eine Kamera, aber dabei handelt es sich um die gleiche Hauptkamera, die auch im Google-Flaggschiff Pixel 4 Bilder liefert. Das bedeutet, dass das Smartphone eher in der Ober- als in der Mittelklasse mitknipst. So liefert die Kamera nicht nur bei Tageslicht sehr gelungene Bilder, sondern glänzt auch mit hübschen Nachtaufnahmen. Dazu kommen Googles ausgefeilte Algorithmen, die aus der einzelnen Kamera so viel rausholen, wie andere Geräte mit Mehrfach-Knipsen zu bieten haben. So ist der digitale Zoom teilweise besser als das, was so manche Tele-Kamera optisch produziert. Das künstliche Bokeh bei Porträts kann sich ebenfalls sehen lassen, obwohl das Gerät keinen speziellen Tiefensensor hat.

Auch sonst ist Googles Software ein gutes Kaufargument für das Pixel 4a, vor allem, wenn man mit seinen Daten nicht allzu pingelig umgeht. Einen besseren digitalen Assistenten hat kein Hersteller zu bieten, voraussichtlich kann er bald auch deutsche Diktate und Dialoge in Echtzeit in Text umwandeln. Aber das Gerät hat auch ein KI-Zuckerchen für datensparsame Nutzer: Googles Musikerkennung arbeitet offline. Außerdem ist das Smartphone durch den eingebauten Titan-M-Sicherheitschip sehr sicher vor Angriffen, trotz hoher Belohnung hat ihn noch kein Hacker knacken können.

Schnelle Updates, lange Wartezeit

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Schließlich garantiert Google bei allen Pixel-Geräten mindestens drei Jahre schnelle Updates des Betriebssystems und Sicherheitspatches. Das heißt, man hat immer die neueste Android-Version an Bord. So kann man davon ausgehen, dass das Gerät wenigstens vier Jahre lang auf dem neuesten Stand bleibt, wenn man es sofort nach dem Marktstart kauft. Doch damit lässt sich Google leider viel zu viel Zeit. Man kann das Pixel 4a erst ab dem 10. September vorbestellen, erhältlich ist es sogar erst ab dem 1. Oktober.

Grundsätzlich ist das Pixel 4a ein Smartphone, auf das viele Nutzer gewartet haben: Es ist kompakt und günstig, hat aber technisch einiges zu bieten. Allerdings muss man noch lange darauf warten. Wenn es eine Nummer größer sein darf, gibt es für rund 50 Euro mehr das OnePlus Nord, das noch besser ausgestattet ist. Unter anderem hat es eine gute Vierfach-Kamera sowie ein 90-Hertz-Display und ist 5G-fähig.

Quelle: ntv.de