Technik

Googles neue Smartphones Das Pixel 3 fordert das iPhone XS heraus

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Das Googel Pixel 3 und sein größerer Bruder Pixel 3 XL.

(Foto: kwe)

Google stellt seine neuen Smartphones vor. Das Pixel 3 und das 3 XL bieten starke Technik, wobei wie bei den Vorgängern vor allem die Kamera der Geräte interessant ist, die mit intelligenten Funktionen die Konkurrenz hinter sich lassen soll.

Googles Hardware-Events sind gewöhnlich bei weitem nicht so spektakulär wie die von Apple, da das Unternehmen seine Geräte eher als Botschafter für seine Software und Dienste betrachtet. Das ist schade, denn Google präsentiert immer wieder spannende Neuheiten, die nicht nur für Puristen interessant sind. Das gilt auch für das jüngste #madebygoogle-Event, das jetzt in New York über die Bühne ging. Stars der Show waren die neuen Pixel-Smartphones.

Kabelloses Laden

Beide Geräte mit Aluminium-Gehäuse haben eine gläserne Rückseite, die bis auf den oberen Bereich um die Kamera angeraut und daher griffig und nicht anfällig für Fettschlieren ist. Die glatte Fläche setzt sich entlang der Seiten in einem schmalen Streifen fort, was das Pixel-3-Duo etwas attraktiver als die einfacher gestalteten Vorgänger macht. Beide Geräte sind nach IP68 staub- und wasserdicht und haben auf der Vorderseite Stereo-Lautsprecher. Ansonsten gibt Google den neuen Handys für den guten Klang USB-C-Ohrhörer mit integriertem Google Assistant mit. Zum Lieferumfang gehört auch ein Klinken-Adapter.

Die gläserne Rückseite wird für das kabellose Laden benötigt, für das Google einen separat erhältlichen 10-Watt-Ladeständer anbietet, in dem die Geräte unter anderem via Google Assistant gleich morgens auf dem Nachttisch eine Zusammenfassung der Termine und Aufgaben des bevorstehenden Tages anzeigen können. Der Pixel Stand kostet rund 80 Euro.

Scharfe OLED-Displays

Das XL hat ein 6,5 Zoll großes OLED-Display im Seitenverhältnis 18,5:9, das mit der Auflösung QHD+ die sehr hohe Pixeldichte von 523 ppi erreicht. Der Bildschirm des kleineren Pixel hat eine Diagonale von 5,5 Zoll und füllt jetzt im Gegensatz zum Vorgänger im Seitenverhältnis 18:9 die Vorderseite größtenteils aus. Anders als beim XL hat das Display keine Aussparung (Notch) für Frontkamera und Sensoren. Seine Auflösung ist Full-HD+, was für immer noch scharfe 443 ppi ausreicht. Beide Bildschirme sind HDR-fähig und werden von Gorilla Glass 5 geschützt.

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Mit dem Pixel Stand können die Geräte kabellos geladen werden.

(Foto: kwe)

Das Pixel 3 misst 68,2 x 145,6 x 7,9 Millimeter, ist 148 Gramm leicht und hat einen Akku mit der Kapazität von 2915 Milliamperestunden (mAh). Die Maße des XL sind 68,2 x 145,6 x 7,9 Millimeter, es wiegt 184 Gramm und sein Akku fasst 3430 mAh. Per Schnellade-Funktion sollen leere Geräte nach 15 Minuten am Netzteil wieder bis zu sieben Stunden durchhalten.

Bei den weiteren Spezifikationen sind die Pixel-3-Geräte baugleich. Im Inneren werkelt Qualcomms derzeit stärkster Chip Snapdragon 845, er hat 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher ist wahlweise 64 oder 128 GB groß.

Intelligente Kamera

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Die Kamera sucht aus einer Bilderserie automatisch die beste Aufnahme heraus.

(Foto: kwe)

Ein besonderes Glanzstück des Pixel-3-Duos soll erneut die optisch stabilisierte Rückkamera sein. Sie hat mit 12 Megapixeln und Blende f/1.8 die gleichen Werte wie bei den Vorgänger-Modellen, soll aber noch bessere Fotos und Videos ermöglichen. Dafür hat Google tief in die KI-Kiste gegriffen. So fertigen die Pixels für "Top-Foto" eine Bilderserie mit Aufnahmen vor und nach dem Auslösen an, aus der sie automatisch das beste Foto auswählen. Das kann beispielsweise der Moment sein, bei der in einer Gruppe alle Personen lächeln und die Augen geöffnet haben.

Wenn es dunkel ist, soll die "Nachsicht"-Funktion rauscharme Bilder mit vielen Details und natürlichen Farben ermöglichen - besser als dies mit dem iPhone XS möglich ist, betont Google. Und statt eines zusätzlichen Objektivs soll die Kamera durch einen besonders guten digitalen Zoom Objekte ohne störende Körnung näher heranholen können. Bei Videos gibt es eine automatische Objektverfolgung mit fixiertem Fokus.

Auch für die 8-Megapixel-Frontkamera hat sich Google einiges ausgedacht. Sie ermöglicht unter anderem bei Blende f/2.2 per Weitwinkel Gruppenselfies. Im normalen Modus mit Blende f/1.8 erkennt sie selbstständig, wann der richtige Moment für ein Selfie ist und löst aus. Und wenn man sich mit der Frontkamera selbst filmt, soll eine neue digitale Stabilisierung ruhige Aufnahmen garantieren.

Raffinierte AR-Spielerei

"Playground" ist Googles AR-Spielerei für die neuen Pixels. Mit dieser Funktion kann man unter anderem animierte Figuren in ein Video einbauen. Das geht so weit, dass "Playmojis" bei Selfies auf Gesten reagieren.

Schließlich hat Google auch an die Sicherheit gedacht. "Titan M" ist ein integrierter Chip, der den Sperrbildschirm besonders gut schützen und eine verbesserte Datenträgerverschlüsselung ermöglichen soll.

Googles neue Smartphones sind nicht günstig. Das Pixel 3 kostet mit 64 GB Speicher knapp 850 Euro, mit 128 GB 950 Euro. Für das XL müssen Käufer 950 oder 1050 Euro hinblättern. Die Geräte können jetzt vorbestellt werden, Google liefert sie ab dem 2. November aus.

Quelle: n-tv.de

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