Technik
Beim Panasonic EZW1004 spielt die Musik im Standfuß.
Beim Panasonic EZW1004 spielt die Musik im Standfuß.(Foto: Panasonic)
Donnerstag, 05. Januar 2017

OLED oder QLED?: Das sind die neuesten Super-Fernseher

Von Klaus Wedekind

Die großen Hersteller präsentieren ihre neuen Top-Fernseher. Die Geräte liefern scharfe Bilder, leuchtende Farben und knackige Kontraste. Fast alle Hersteller setzen auf die OLED-Technik, nur Samsung macht sein eigenes Display-Ding.

Ein scharfes Bild in hoher 4K- oder Ultra-HD-Auflösung bieten inzwischen auch schon günstigere TV-Geräte, doch für eine hervorragende Bildqualität spielen noch ganz andere Faktoren eine wichtige Rolle. So ist es für neue Top-Geräte selbstverständlich, dass sie auch HDR-fähig sind, also ein sehr kontrastreiches Bild mit einer breiteren Spanne an Helligkeitsstufen und feineren Farbabstufungen liefern. Das Label tragen inzwischen viele Fernseher, doch können ihre Displays oft nicht hell genug leuchten oder können aus anderen technischen Gründen Kontraste und Farben nicht gut genug darstellen. Das ist oft bei herkömmlichen LED-LCDs der Fall, die bisher noch in den meisten Fernsehern zum Einsatz kommen.

OLED ist besser und teurer

LG hat das Display vom restlichen Fernseher getrennt.
LG hat das Display vom restlichen Fernseher getrennt.(Foto: LG)

Teurer und besser sind OLED-Displays. Ihre organischen Leuchtdioden kommen ohne Hintergrundbeleuchtung aus. So erzeugen sie unter anderem ein tieferes Schwarz, höhere Kontraste und feinere Abstufungen. Außerdem benötigen sie weniger Platz und passen so in schlankere Gehäuse - und sie sind biegsam. Allerdings sind sie deutlich teurer und kommen daher nur in hochpreisigen Geräten zum Einsatz. Die meisten neuen Top-Geräte der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas sind OLED-Fernseher.

LG ist ein Pionier der OLED-Technologie bei Fernsehern, auch die Geräte anderer Hersteller arbeiten mit Bildschirmen der Südkoreaner. Die Konzerntochter LG Displays kündigte im vergangenen Sommer an, umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro in eine OLED-Fabrik zu investieren. Der große Samsung-Widersacher hat in Las Vegas ein extrem dünnes TV-Gerät vorgestellt, das fast wie ein Poster aufgehängt werden kann.

Bei Sonys Bravia A1E ist das Display der Lautsprecher.
Bei Sonys Bravia A1E ist das Display der Lautsprecher.(Foto: Sony)

Der 65-Zoll-Fernseher "Signature OLED TV W7" ist nur knapp 2,6 Millimeter dick und wird mit einer magnetischen Halterung an der Wand befestigt. Der eigentliche TV-Empfänger und der Hauptteil der Technik sind in einem Lautsprecher untergebracht, der über ein Flachbandkabel mit dem Bildschirm verbunden ist. Das LG-Spitzenmodell wird außerdem in einer 77-Zoll-Variante in den Handel kommen. Preise nannte der Hersteller noch nicht.

Bei Sony vibriert das Display

Sony hatte 2007 als erster einen OLED-Fernseher gebaut. Der XEL-1 war aber mit einer Bildschirmdiagonale von elf Zoll klein und dafür teurer als viele große Fernseher, weshalb die Japaner letztendlich im LCD-Lager blieben. Jetzt setzt aber auch Sony künftig bei seinen Flaggschiffen auf OLED-Bildschirme. Sie stammen vermutlich nicht aus eigener Produktion, sondern werden ebenfalls von LG hergestellt. Allerdings stammt der steuernde Prozessor aus dem eigenen Haus.

Samsungs QLED-Fernseher sollen weitgehend die gleichen Vorzüge wie OLED-Geräte haben.
Samsungs QLED-Fernseher sollen weitgehend die gleichen Vorzüge wie OLED-Geräte haben.(Foto: Samsung)

Der Bravia A1E kommt in den drei Bildschirmdiagonalen 77, 65 und 55 Zoll (195, 164 und 139 cm) auf den Markt. Auch der neue Sony-Fernseher hat ein hauchdünnes Display, Empfänger und andere Komponenten dienen ihm als Klapp-Ständer. Spektakulär: Sony hat auf Lautsprecher verzichtet und lässt den kompletten Bildschirm für die Tonwiedergabe schwingen. Smart wird das Gerät durch Android TV. Preise sind noch nicht bekannt.

Was der TX-65EZW1004 kosten wird, hat auch Panasonic noch nicht verraten, aber angekündigt. dass sein neuer OLED-Fernseher voraussichtlich im Juni auf den Markt kommt. Das 65-Zoll-Gerät soll durch einen verbesserten Prozessor eine überragende Bildqualität liefern, Profis steht ein Kalibrierungssystem zur Verfügung. Insgesamt 14 Lautsprecher im Standfuß sollen dem Fernseher zu einem passend guten Klang verhelfen und der Panasonic-OLED glänzt durch eine umfangreiche Tuner-Ausstattung.

Samsung erfindet QLED

Samsung ist der einzige große TV-Hersteller, der sich OLED verweigert. Seine neuen Spitzenmodelle arbeiten mit sogenannten "Quantum Dots". Das sind Nano-Kristalle aus Halbleiter-Materialen. Sie sind photoaktiv, das heißt, sie absorbieren Licht und geben es wieder ab. Je nach der Größe seines Kerns gibt ein "Quantum Dot" spezifische Farben ab.

Die neue Generation kann die Partikel präziser ansteuern. Die Geräte bieten dadurch bessere Kontraste und ein tieferes Schwarz und können heller leuchten - wichtig für die HDR-Darstellung. Außerdem spielt es kaum noch eine Rolle, aus welchem Blickwinkel man auf den Fernseher schaut - ähnlich wie bei OLED. Samsung nennt die Technologie jetzt "QLED", was man getrost als einen Frontal-Angriff auf den Lokalrivalen LG verstehen kann. Samsungs neues Top-Modell heißt Q8C und hat ein 75 Zoll großes, leicht gewölbtes Display. Infos zu Preisen oder Verfügbarkeiten gab's in Las Vegas nicht.

Quelle: n-tv.de