Technik

Durchsichtig und nachhaltig Die Aio-Maske ist nicht nur ein Hingucker

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Würde sie lächeln, könnte man es sehen.

(Foto: Clair UG)

Ein deutsches Start-up bietet eine durchsichtige Kunststoff-Maske an, die nicht nur ein Hingucker ist, sondern auch besonders nachhaltig und praktisch sein soll. ntv.de hat ausprobiert, ob die Aio hält, was der Hersteller verspricht.

Stell dir vor, du entwickelst eine nachhaltige Gesichtsmaske und dann kommt eine Pandemie mit Maskenpflicht. Genau das ist dem Kölner Start-up Clair UG passiert, das schon seit 2018 an einer Alternative zu den üblichen Wegwerf-Masken arbeitet. An einen Pandemie-Einsatz dachte das Team um Gründerin Anna Müller dabei nicht, es ging vor allem um einen nachhaltigen Schutz für Allergiker. Egal, jetzt gibt es die Aio-Masken und ntv.de hat ein Exemplar ausprobiert.

Hergestellt werden die Masken aus zwei medizinischen Kunststoffen. Diese lassen sich nicht nur zu 100 Prozent recyceln, sondern sind auch gut hautverträglich. Durch eine weiche Umrandung und einen verstellbaren, elastischen Halteriemen sitzen die Masken grundsätzlich sehr bequem und dichten auch zuverlässig ab. Sie sind allerdings recht klein und passen sich nicht unbedingt jeder Gesichtsform perfekt an.

Große Nasen sind ein Problem

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Die Masken werden aus medizinischen Kunststoffen hergestellt.

(Foto: Clair UG)

ntv.de musste im Test beispielsweise feststellen, dass eine große Nase dazu führen kann, dass die Maske zu nahe an der Unterlippe anliegt. Das erschwert das Sprechen und hebt den Schutz im schlechtesten Fall etwas an, wodurch er nicht mehr dicht abschließt. Bei normalen Gesichtsformen dürfte es kaum dazu kommen. Man sollte dies allerdings vor dem Kauf bedenken, denn weil es sich um einen Hygieneartikel handelt, ist eine Rückgabe nicht möglich. Probleme kann es auch bei Vollbärten geben.

Wie man mit der Maske aussieht, kann man mögen oder nicht. Manche finden es cool, andere lustig, manche eher etwas gruselig. Auf jeden Fall fällt man mit ihr auf, ein Aio-geschmücktes Gesicht ist ein echter Hingucker. Man kann verwirrten Blicken aber mit einem Lächeln begegnen. Denn einer der größten Vorteile der Masken ist die Transparenz, die gestattet, Emotionen zu zeigen. Dass sie eine große Erleichterung für Menschen sind, die Gebärdensprache nutzen, versteht sich von selbst.

Funktional überlegen

Aber auch funktional ist eine Aio herkömmlichen Alltagsmasken aus mehreren Gründen überlegen. Erstens schließt sie mit ihrem Gummirand viel dichter ab, im Idealfall so gut, dass auch der Träger geschützt ist. Ursprünglich sollten die Masken sogar FFP2-Standard haben. Das Vorhaben gaben die Hersteller zwar auf, aber Konzept und Materialien sind gleich geblieben. Unter anderem haben die Filter-Streifen laut Clair UG eine "FFP2-taugliche Güte" und stammen von der deutschen Sander AG.

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Für Brillenträger sind Aio-Masken ideal.

(Foto: Clair UG)

Brillenträger werden die Maske lieben, denn mit ihr beschlägt die Sehhilfe nicht. Die ausgeatmete Luft tritt nur durch den Filter unterhalb des Mundes aus. Theoretisch kann sie das auch über die beiden Ventile links und rechts der Nase. Aber dann würde die Maske ihre Funktion nicht richtig erfüllen, weil andere Menschen ungefilterte Atemluft abbekämen. Sie sollten daher immer geschlossen bleiben. Künftig sollen auch Modelle ohne Ventile auf den Markt kommen.

Auch die Maske selbst beschlägt innen nicht, weil ihre Oberfläche mit einer entsprechenden Flüssigkeit behandelt wird. Man muss sie nur regelmäßig auffrischen, ein Fläschchen Anti-Beschlag-Spray wird mitgeliefert.

Nachhaltig und nicht zu teuer

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Schließlich sind die Aios nachhaltig und praktisch. Man kann sie in der Spülmaschine oder von Hand mit Seife und Wasser reinigen - ntv.de hat beides ausprobiert. Passt man etwas auf, sollten die Masken sehr lange einsetzbar sein. Abfall produziert man durch ihre Nutzung kaum, lediglich der schmale Filtereinsatz muss nach spätestens 72 Stunden Gesamteinsatz gewechselt werden. Der Hersteller empfiehlt bei einem täglichen Gebrauch von 2,5 Stunden einen Austausch alle drei bis vier Wochen.

Die lange Einsatzdauer macht auch die Kosten sehr erträglich. Eine Maske gibt's ab rund 30 Euro, für 15 Filter sind 15 Euro fällig, bei größeren Mengen auch weniger. Aktuell sind allerdings sowohl einige Farbvarianten der Masken sowie Filter-Großpackungen ausverkauft.

Quelle: ntv.de