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LG X Screen und Stylus 2 Diese Smartphones sind einzigartig

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LG X Screen und Stylus 2 haben beide einzigartige Ausstattung.

(Foto: jwa)

LG bringt mit dem X Screen und dem Stylus 2 gleich zwei Smartphone-Sonderlinge mit einzigartiger Ausstattung auf den Markt. Ob ihre Extras für eine Kaufempfehlung ausreichen? n-tv.de hat's ausprobiert.

Ein Smartphone hat ein großes Display, das entweder an oder aus ist. Manche haben eine Always-On-Funktion oder lassen den Bildschirm aufleuchten, wenn sich die Nutzerhand nähert. Dass ein Smartphone aber gleich zwei Displays hat, ist ungewöhnlich. LG brachte mit dem V10 ein Oberklasse-Handy mit zweitem Mini-Display auf den Markt. Jetzt ist das X Screen da - das Mittelklasse-Gerät hat den zweiten Bildschirm ebenfalls an Bord.  

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LG X Screen: Der zweite Bildschirm sitzt oben rechts in der Display-Ecke.

(Foto: jwa)

Die Ausstattung ist ansonsten ziemlich gewöhnlich. Das 5-Zoll-Display löst in HD auf (1280 x 720 Pixel) und ist ausreichend hell. Gestochen scharf wirkt die Darstellung nicht, die Pixeldichte ist mit 298 ppi unterer Durchschnitt. Das Gehäuse ist aus Kunststoff, sieht aber nicht so aus. Die glatte glänzende Rückseite wirkt gläsern, der mattsilberne Rand imitiert Metall. Erster Eindruck nach dem Auspacken: Sieht gut aus und fühlt sich auch so an.

Standardkost und ein Highlight

X Screen: Technische Daten

  • System: Android 6.0
  • Display: 5 Zoll LCD, 1280 x 720 Pixel
  • Zweites Display: 1,8 Zoll, 520 x 80 Pixel
  • Prozessor: Snapdragon 410, 1,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD
  • Kamera: 13 MP
  • Frontkamera: 8 MP
  • LTE, WLAN n, Bluetooth 4.1
  • Akku: 2300 mAh
  • Maße: 142,6 x 71,8 x 7,1 mm
  • Gewicht: 120 g

Im Innern taktet der Qualcomm Snapdragon 410, ein Mittelklasse-Prozessor mit 1,2 Gigahertz, flankiert von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher - genug für Alltagsaufgaben, nicht aber für flottes Arbeiten und anspruchsvolle Spiele. Die Hauptkamera und die Frontlinse knipsen zufriedenstellende Fotos, der fest verbaute Akku ist mit 2300 Milliamperestunden ausreichend groß, der interne Speicher von 16 Gigabyte kann per microSD-Karte erweitert werden.

Highlight und einzige Besonderheit ist das zweite Display in der oberen rechten Bildschirmecke. Der kleine Infobildschirm zeigt Datum und Uhrzeit, wenn der Haupt-Screen aus ist. Wischen nach links oder rechts führt zu weiteren Anzeigen: Es gibt Schaltflächen für WLAN, Bluetooth, Vibration und Taschenlampe und ein Kontrollfeld für die Musikwiedergabe. Das ist praktisch, doch das Display leuchtet im Standby-Modus nur schwach, bei hellem Tageslicht sieht man es kaum.

Ist das Hauptdisplay eingeschaltet, kann das zweite Display noch mehr. Dann zeigt es zum Beispiel die zuletzt genutzten Apps, tagesaktuelle Termine oder Schnellzugriffe auf Apps wie Notizen, Wecker, Rechner und Einstellungen. Ob dadurch Energie gespart wird? Das hängt vor allem davon ab, ob man tatsächlich dem instinktiven Drang widersteht, das Hauptdisplay einzuschalten, wenn ein Blick auf den zweiten Screen ausreicht.  

Stylus 2 ist größer und moderner

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Das LG Stylus 2 hat die typischen Tasten auf dem Rücken.

(Foto: jwa)

Das Stylus 2 hat nur ein Display. Das ist dafür mit 5,7 Zoll deutlich größer, das Design wirkt nicht nur dank der rückseitigen Bedientasten insgesamt moderner als das etwas uninspirierte X Screen. Und es hat gleich zwei Extras. Oben im Gehäuse steckt ein dünner Stift mit Gummispitze, der an eine metallene Teleskopantenne erinnert. Zieht man ihn heraus, öffnet sich automatisch ein Kontextmenü mit verschiedenen Aktionen, unter anderem für handschriftliche Notizen oder Bildschirmfotos mit eigenen Anmerkungen.

Stylus 2: Technische Daten

  • System: Android 6.0
  • Display: 5,7 Zoll LCD, 1280 x 720 Pixel
  • Prozessor: Snapdragon 410, 1,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 1,5 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD
  • Kamera: 13 MP
  • Frontkamera: 8 MP
  • LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.1
  • Akku: 3000 mAh
  • Maße: 155 x 79,6 x 7,4 mm
  • Gewicht: 142 g

Leider sind die Möglichkeiten des Stylus begrenzt. Größtes Manko: Die Strichstärke ist festgelegt, der Strich wie von einer Schreibfeder. Damit kann man zwar schöne Kalligraphie aufs Display zaubern, für Notizen eignet sie sich aber nur bedingt. Außerdem ist die Latenz etwas zu hoch für saubere und schnelle Handschrifteingabe, Stiftbewegungen erscheinen leicht verzögert auf dem Display.

Der Bildschirm hat ebenfalls nur HD-Auflösung und damit eine Pixeldichte von 258 ppi. Das Display ist damit zwar nicht besonders scharf, aber hell genug und stellt Farben schön kräftig dar. Prozessor und Arbeitsspeicher sind die gleichen wie beim X Screen und nicht auf anspruchsvolles Arbeiten ausgelegt. Die Bilder der beiden Kameras gehen in Ordnung, der Akku fasst 3000 Milliamperestunden, das ist ausreichend für einen vollen Tag. Kleiner Bonus: Intensivnutzer können die Kraftzelle bei Bedarf austauschen.

Weltneuheit

Eine Weltneuheit ist, wie LG betont, die Ausstattung mit einem DAB+-Empfänger. Damit können Stylus-2-Besitzer digitales Radio empfangen. Voraussetzung ist nach wie vor, dass ein Headset als Antenne steckt, Bluetooth-Kopfhörer sind hier also nutzlos. Die DAB+-App ist schlank und selbsterklärend, 38 Sender standen im Test zur Verfügung, das Display zeigt Informationen zum Programm und zur Musik. Ein UKW-Radio ist zusätzlich an Bord.

Damit sind die Besonderheiten genannt, der Rest ist Standardkost. Wer sich für das X Screen oder das Stylus 2 entscheidet, tut es wahrscheinlich vor allem wegen ihrer Extras. Design, Ausstattung und technische Daten sind der Mittelklasse würdig, begeistern können sie aber nicht. Käufer bekommen mit beiden Geräten ordentliche Smartphones, doch in der Preisklasse zwischen 200 und 300 Euro gibt es viele und gute Mitbewerber. X Screen und Stylus 2 sind Sonderlinge, zum Geheimtipp reicht es aber nicht. 

Quelle: n-tv.de

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