Soundcore Nebula P1 ausprobiertDieser kleine Beamer bietet großes Kino mit tollem Klang
Von Klaus Wedekind.webp)
Der Soundcore Nebula P1 ist ein kleiner, portabler Beamer, der nicht nur ein gutes Bild an die Wand wirft, sondern mit abnehmbaren Bluetooth-Lautsprechern auch einen tollen Stereo-Klang liefert. Außerdem ist er unkompliziert und anpassungsfähig.
Viele Beamer liefern heutzutage ein gutes Bild, aber selbst mit starken Boxen ist ihr Klang wenig befriedigend, da sich die Lautsprecher im Gerät befinden und damit der Ton immer aus der Richtung des Projektors kommt. Die einfachste Lösung sind Bluetooth-Boxen wie Soundbars, die man allerdings dazukaufen und bei portablen Beamern auch mitschleppen muss. Beim Soundcore Nebula P1 ist das ganz anders: Der mobile Projektor hat zwei abnehmbare Lautsprecher. ntv.de hat ausprobiert, wie der 800 Euro teure Beamer damit klingt und was er sonst noch zu bieten hat.
Pfiffige Konstruktion
Der Nebula P1 ist insgesamt eine pfiffige, äußerst kompakte Lösung. Der Beamer misst lediglich 22,6 x 20,3 x 18,4 Zentimeter und wiegt gerade mal 3,3 Kilo. Die Oberseite bilden zwei kleine, sechs Zentimeter hohe Bluetooth-Boxen, die dort angedockt über Pins aufgeladen werden. Um die magnetisch aneinander haftenden Lautsprecher abzunehmen, löst man ihre Verankerung über einen Schieberegler auf der Rückseite des Projektors. Danach kann man sie beliebig platzieren.
Abseits des Beamers lassen sich die Boxen über ihre USB-C-Anschlüsse mit Strom versorgen, falls die Akkus erschöpft sind. Die Laufzeit von bis zu 20 Stunden macht das aber eher seltener erforderlich.
Wenn man den allgemein hochwertig verarbeiteten Nebula P1 an seinem Trageriemen greift und transportiert, sitzen die Lautsprecher sicher und ohne zu wackeln in ihrem Dock. Das Objektiv ist dabei bestens geschützt, denn der eigentliche Beamer hängt an einer Gimbal-Halterung im Gehäuse und blickt während des Transports nach unten.
Wenn der Projektor zum Einsatz kommt, lässt er sich um 130 Grad nach oben und unten schwenken, wobei er in jedem Winkel sicher die Position hält. Und weil man das kleine und leichte Gerät selbst um 360 Grad drehen kann, findet man eigentlich immer einen Platz dafür. Dabei muss allerdings eine Steckdose in der Nähe sein, denn nur die Bluetooth-Boxen haben einen Akku.
Einfache Handhabung
Die Inbetriebnahme ist grundsätzlich unkompliziert und schnell erledigt, das Testgerät spielte aber zunächst zwei Aktualisierungen auf, was insgesamt fast 15 Minuten dauerte. Danach kann man die Einrichtung entweder über die mitgelieferte Fernbedienung vornehmen oder dafür noch einfacher die Nebula-Connect-App nutzen. Die Anwendung ist auch später der komfortabelste Weg, Einstellungen vorzunehmen.
Ohne weiteres Zutun passt der Beamer aus der Verpackung heraus sowie bei jedem Start das Trapez an. Er stellt also ein rechtwinkliges Bild ein, wenn er nicht zentral zur Projektionsfläche ausgerichtet ist. Ebenso justiert er selbstständig die Schärfe. Zusätzlich kann man manuelle Korrekturen vornehmen.
Eine weitere Möglichkeit ist VisionFit, wobei der Beamer ein mit dem Smartphone aufgenommenes Foto der Projektionsfläche zur Anpassung verwendet. Das hat im Test vorzüglich funktioniert. Hat man die perfekten Einstellungen für einen Aufstellort gefunden, kann man sie speichern. Ansonsten nimmt der Nebula P1 automatisch Korrekturen vor, wenn er bewegt wird.
Der Hersteller gibt als maximale Bilddiagonale 180 Zoll an. Idealerweise geht man aber nicht über 120 Zoll hinaus, wobei der Beamer knapp 3,20 Meter von der Projektionsfläche entfernt ist. Bei 1,60 Meter Abstand hat man eine besonders knackige 60-Zoll-Darstellung. ntv.de hat den Nebula P1 mit 120-Zoll-Bilddiagonale auf einer Leinwand getestet.
Schönes Full-HD-Bild
Der DLP-Beamer mit LED-Lichtquelle wirft über sein kleines Objektiv ein erstaunlich gutes Bild mit Full-HD-Auflösung an die Wand. Laut Hersteller deckt er 124 Prozent des Standard-Farbraums Rec. 709 ab. Die maximale Helligkeit ist mit angegebenen 650 ANSI-Lumen ausreichend, um beispielsweise die aktuell laufenden Winterspiele in einem mäßig hellen Raum zu verfolgen. Um Filme zu genießen, sollte man das Zimmer allerdings abdunkeln.
Die Kontraste sind für die Technik gut, wobei man keine dunkelschwarzen Flächen erwarten darf und kann. Etwas flau ist das Bild eines DLP-LED-Projektors immer, erst recht bei einem mobilen Gerät in dieser Preisklasse. Der Nebula P1 unterstützt auch keinen HDR-Standard.
Nichts zu meckern gibt es an den Farben, die grundsätzlich akkurat dargestellt werden. Nutzt man keine Leinwand, kann man den Weißabgleich auch an die Projektionsfläche anpassen. Außerdem stehen einige voreingestellte Modi sowie manuelle Anpassungen zur Verfügung. Schlieren bei schnellen Bewegungen sind nicht zu sehen.
Prima Stereo-Klang
Der Klang der beiden Bluetooth-Lautsprecher, die Dolby Audio unterstützen, ist besser als man es von den meisten Fernsehern gewohnt ist. Was fehlt, ist echter Tiefgang, aber für so kleine Lautsprecher sind die Bässe nicht schlecht.
Die Boxen liefern gut zu verstehende Stimmen, können bei Actionszenen ordentlich Radau machen und sind auch nicht schlecht, wenn man Musikvideos anschaut und -hört. Eine Verzögerung zwischen Ton und Bild ist nicht erkennbar. Der Klang lässt sich manuell anpassen oder man wählt einen voreingestellten Modus. Wer möchte, kann die Boxen auch mit dem Smartphone oder einem anderen Gerät verbinden.
Viele Möglichkeiten
Mit Google TV als Betriebssystem ist der Beamer vielseitig. Das heißt, man hat ähnliche Möglichkeiten wie bei einem smarten Fernseher. Bei den Apps sind Youtube, Netflix und Amazon vorinstalliert, das weitere Angebot im App-Store ist groß. Hier findet man auch den Streamingdienst RTL+, dessen Auftritt auf Google-TV-Geräten exzellent ist. Ebenso kann man Apple TV und alle wichtigen Mediatheken installieren. Außerdem kann man von Smartphones oder Tablets auf den Projektor streamen.
Nutzt man die ebenfalls einwandfrei verarbeitete Fernbedienung, kann man über spezielle Tasten direkt auf Youtube, Netflix oder Prime Video zugreifen oder die automatische Bildkorrektur auslösen. Außerdem lässt sich über ein integriertes Mikrofon der digitale Google-Assistent aufrufen, um unter anderem Inhalte zu suchen oder Apps zu starten.
Auf der Rückseite des Beamers findet man für externe Zuspieler einen HDMI-2.1-Anschluss und einen USB-A-Eingang sowie eine Kopfhörerbuchse. Der USB-C-Eingang dient zur Stromversorgung über das mitgelieferte 100-Watt-Netzteil. Im Schnitt zieht der Beamer etwa 60 bis 70 Watt. Dabei hört man bei Stille zwar den Lüfter, aber nur ganz leicht.
Fazit
Wer einen kleinen, mobilen, aber vielseitigen Beamer sucht, wird am Soundcore Nebula P1 Freude haben. Für seine Größe liefert er ein tolles Bild mit schönen Farben, das auch hell genug für nicht komplett abgedunkelte Räume ist. Die abnehmbaren Bluetooth-Lautsprecher sind ein echtes Highlight, das die Konkurrenz nicht zu bieten hat. Ein kleiner Wermutstropfen ist der fehlende integrierte Akku, und mit einem Preis von 700 Euro ist der Nebula P1 auch nicht besonders günstig.
