Technik

Videoqualität gesenkt Facebook und Instagram entlasten Internet

126995539_lay.jpg

Fotos können weiterhin in gleichbleibender Qualität auf Instagram hochgeladen werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Homeoffice, Videochats mit Angehörigen und sehr viel Streaming: Auch das Internet steht während der Corona-Pandemie vor einer Herausforderung. Zwar ist Deutschland gut gerüstet. Auf europaweite Engpässe reagieren jetzt nach Youtube und Netflix aber auch Facebook und Instagram.

Um das Internet in der Corona-Krise zu entlasten, werden nun auch Facebook und Instagram die Bildqualität von Videos in Europa verringern. Das teilte ein Sprecher des Mutterunternehmens der beiden Online-Netzwerke mit. Zuvor hatten bereits der Film- und Serien-Anbieter Netflix und das Video-Portal YouTube ähnliche Maßnahmen angekündigt.

Die US-Internetgiganten reagierten damit auf eine entsprechende Bitte von EU-Industriekommissar Thierry Breton. Dieser hatte die Anbieter aufgefordert, nun da viele Menschen wegen der Corona-Krise von zuhause aus arbeiten und Unterhaltungsangebote verstärkt genutzt werden, zu einer Entlastung des Internets beizutragen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängen immer mehr EU-Länder Ausgangssperren. Millionen Menschen leisten bereits Telearbeit, Schüler werden über das Netz daheim online unterrichtet. Mangels Ausgehmöglichkeiten werden auch Filmangebote und Videospiel-Plattformen verstärkt genutzt.

Deutschland ermöglicht "reibungsloses Funktionieren"

Nach Ansicht der Bundesregierung können die deutschen Netze den zunehmenden Datenverkehr dennoch problemlos bewältigen. "Wir als Bundesregierung sind mehrmals täglich im Gespräch mit der Bundesnetzagentur und den Betreibern. Keiner muss sich Sorgen machen, dass wir nicht genug Netzkapazitäten haben" sagte die für die Digitalisierung zuständige Staatsministerin im Kanzleramt, Dorothee Bär. In den vergangenen Wochen seien Maßnahmen ergriffen worden, "um stets ein reibungsloses Funktionieren der Netze zu ermöglichen".

Bär sieht Deutschland wegen des weltweit größten Internetknotens "gut gerüstet": "Wenn eine Videokonferenz mal nicht funktioniert, liegt das nicht zwingend an den Netzen, sondern oft an den für so hohe Belastungen nicht ausgelegten IT-Systemen der Unternehmen wie etwa mangelnden Serverkapazitäten." Heimarbeit mit dem Computer belaste die Netze "nicht nennenswert", sagte Bär. Es sei aber gut, wenn Streaming-Anbieter "sehr frühzeitig Verantwortung übernehmen und vorsorglich zur Entlastung der Netze beitragen".

Quelle: ntv.de, lou/AFP